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Mit Ballonen für einen Gossau-Tunnel

Bewohner im Grüt organisieren Protest

Mit Ballonen für einen Gossau-Tunnel

Ein Dorfverein im Grüt befürchtet, dass die Oberlandautobahn keine Entlastung, sondern eine Belastung mit sich bringt. In einer spontanen Protestaktion forderten sie am Sonntag einen zusätzlichen Tunnel.

Andreas
Kurz
Samstag, 13. April 2019, 15:07 Uhr Bewohner im Grüt organisieren Protest

Erreicht die grüne Welle jetzt die Oberlandautobahn? Nach der Kritik am Anschluss Ottikon regt sich auch im Grüt Opposition gegen den geplanten Lückenschluss. Dem Dorfverein «Grüt - sicher - lebenswert» ist ein rund 500 Meter langes, offenes Teilstück der Autobahn ein Dorn im Auge. Wie der Verein in einer Medienmitteilung schreibt, werde der Abschnitt vom Grüt aus gut einseh- und hörbar sein. Auch die Quartiere von Gossau dürften dies zu spüren bekommen.

Die Anwohner befürchten, dass der Kanton eine möglichst günstige Lösung wählt und dass sie die Folgen zu tragen haben. «Die Erfahrung mit ähnlichen Autobahnabschnitten zeigt, dass der Lärm der Autobahn im Grüt und den Gossauer Quartieren Moos und Berghof deutlich zu hören wäre.»

Zeitgleich 15 Autos sichtbar

Seiner Aussage, dass das offene Teilstück vom Siedlungsgebiet her nicht einsehbar sei, habe der Kanton selbst widersprochen, als er an einer öffentlichen Informationsveranstaltung ein Foto zeigte, auf der man die Autobahn vom Grüt sehr deutlich sehe, schreibt der Verein. Wer genau hinschaue, erkenne sogar zwei Autos (siehe Visualisierung). Aufgrund der prognostizierten bis zu 50'000 Autos pro Tag, würden auf dem offenen Autobahnstück zeitgleich 15 Autos zu sehen sein.

Die Pfeile markieren zwei auf dem Teilstück sichtbare Autos.
Foto: PD

Um gegen den geplanten Abschnitt zu kämpfen, hat der Verein für den Sonntag eine spontane Aktion initiiert, die das offene Teilstück sichtbar macht und die Autos mit Ballons so darstellt, wie sie vom Dorf aus sichtbar wären. «Wir wollen zeigen, dass die Autobahn, welche das Zürcher Oberland entlasten soll, für Grüt und Gossau im Gegenteil eine Belastung darstellt», sagt Peter Pirani von der Projektgruppe Verkehr des Dorfvereins. «Die Teilnehmer der Aktion machen deutlich, dass sie ein offenes Teilstück mit einer so grossen Belastung nicht akzeptieren.»

Die Entlastung der Anwohner in Wetzikon werde als eines der Hauptargumente für die Notwendigkeit der Autobahn angeführt, argumentiert der Verein. Da sei es nicht verständlich, wenn der Kanton jetzt ein offenes Teilstück plane und damit die Einwohner von Grüt und Gossau belaste. 

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Ein Teil des grossen Verkehrsaufkommen ist ja auch Hinwil zuzuschulden mit dem Einkaufs- und Industriegebiet. Gossau sowie Wetzikon haben vor allem den Verkehr. Grüt den ganzen Schleichverkehr... der würde mit dem Bau ja wohl abnehmen, so hoffe ich.
Die Gemeinde Gossau ZH sollte dies als Chance warnehmen. Eine Ausfahrt bauen, Industriegebiet hinstellen und niedrige Steuern erlangen... vielleicht ein Utopie-Gedanke :-).

Was halt schwer zu beurteilen ist, wie die Lärmbelastung zunimmt, auf der anderen Seite muss endlich eine Lösung her. Anscheinend sucht man seit über 50 Jahren nach Lösungen... ist doch auch verrückt.

Herr Görlitz hat völlig recht. Man kann nicht alles unter den Boden verlegen. Ich lese, man könne gleichzeitig 15 Autos sehen. Deshalb soll man unter den Boden? Wenn das der Massstab wäre, könnte man in der Schweiz nichts mehr bauen. Es wäre viel zu teuer und würde viel zu lange dauern - wie diese ganze Lückenschliessung, welche übrigens schon grösstenteils unter den Boden verlegt wird. Bis zur Fertigstellung wird sich der Anteil der Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor massiv verringern und damit die Lärm- und Umweltemissionen.

Jeder fliegt in die Ferien, aber keiner möchte Fluglärm.
Jeder hat mindestens 1 Handy, aber keiner möchte eine Antenne.
Jeder möchte uneingeschränkt Strom zur Verfügung haben, aber keiner möchte Kraftwerke.
Genauso verhält es sich mit dem Autoverkehr.

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