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Rega sucht jetzt mit Drohne nach Verletzten

In Dübendorf vorgestellt

Rega sucht jetzt mit Drohne nach Verletzten

Der zwei Meter lange Mini-Helikopter wurde am Freitag erstmals in Dübendorf präsentiert. Er ist mit einer Wärmebildkamera und Handyortung ausgerüstet.

Agentur
sda
Freitag, 12. April 2019, 11:28 Uhr In Dübendorf vorgestellt
Die Rega-Drohne: Bis sie einsatzfähig ist, sind noch diverse Tests nötig.
Rega, Thomas Luethi

In schwer zugänglichem Gelände oder bei schlechten Sichtverhältnissen will die Schweizerische Rettungsflugwacht (Rega) künftig zur Personensuche eine Drohne einsetzen. 

Die neu entwickelte Rega-Drohne soll selbständig grossflächige Suchgebiete abfliegen und verletzte, erkrankte oder vermisste Personen ausfindig machen. Rund eineinhalb Jahre hat die Rega an diesem Drohnen-Projekt gearbeitet, wie es am Freitag an der Jahresmedienkonferenz der Rettungsflugwacht in Dübendorf hiess.

Damit stehe ab 2020 ein weiteres Einsatzmittel für die Suche nach Menschen in Not zur Verfügung, betonte die Rega. Bis es so weit ist, stehen aber noch umfangreiche Testflüge an. Bei der Entwicklung des Drohnen-Systems nutzt die Rega ihre jahrzehntelangen Erfahrung mit Suchaktionen aus der Luft. Rund 160 Mal pro Jahr finden solche Einsätze statt.

Ohne Funk und Sichtverbindung

Mit drei Rotorblättern und einem Rotordurchmesser von etwas mehr als zwei Metern sieht die neue Rega-Drohne aus wie ein Mini-Helikopter. Äusserlich hat sie nicht viele Gemeinsamkeiten mit handelsüblichen Multikopter-Drohnen. Sie fliegt ohne Funk- oder Sichtverbindung zum Bodenpersonal. Zudem ist sie mit einem Notfall-Schirm ausgerüstet.

Bei einem Einsatz fliegt die Drohne in einer Höhe von 80 bis 100 Metern dank Satellitennavigation präzise und autonom grossflächige Suchgebiete auf einer vordefinierten Route ab, wie die Rega erklärte. Hindernissen weicht sie selbständig aus. Zudem ist sie mit einer Wärmebildkamera und einer Mobilfunk-Ortung ausgestattet.

 

Dübendorfer Heli 894 Mal unterwegs

Mit dem Helikopter der Einsatzbasis Zürich der Rega auf dem Militärflugplatz Dübendorf wurden im vergangenen Jahr insgesamt 894 Einsätze geflogen. Dies gab die Flugrettungsorganisation am Freitag auf Anfrage von Züriost bekannt. Die 894 Einsätze entsprechen rein rechnerisch 2,5 Flügen pro Tag. 2017 war der Dübendorfer Heli 928 Mal unterwegs, nicht ganz 4 Prozent mehr als 2018.      

Wie üblich handelte es sich bei der Mehrheit der Flüge um sogenannte Primäreinsätze, zum Beispiel wegen eines Arbeitsunfalles mit einem Schwerverletzten oder weil ein Mensch plötzlich akut erkrankte, etwa einen Hirnschlag erlitt. 511 solcher Einsätze wurden 2018 ab Dübendorf geflogen.

377 Mal rückte die Crew zu einem Sekundäreinsatz aus. Dabei handelt es sich um Verlegungsflüge, meistens von einem kleineren Spital in eine Zentrumsklinik. 6 Flüge schliesslich entfielen auf die Kategorie «spezielle Einsätze». Dazu zählen gemäss Rega beispielsweise Suchflüge.   ehi.

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