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Verkehrsverein Rüti-Tann droht das Aus

Verstärkung gesucht

Verkehrsverein Rüti-Tann droht das Aus

Fehlender Nachwuchs für den Vorstand bedroht das Fortbestehen des Verkehrsvereins Rüti-Tann. Der Vorstand hat noch nicht aufgegeben und schliesst radikale Lösungen nicht aus.

Silvie
Hauser
Donnerstag, 11. April 2019, 13:45 Uhr Verstärkung gesucht
Mitglieder des Verkehrsvereins Rüti-Tann auf einem Dorfrundgang
(Foto: Dietmar Markward)

Der Vorstand des Verkehrsvereins Rüti-Tann (VVRT) erwägt, seinen Verein aufzulösen. Die Mitglieder werden immer älter und es finden sich keine neuen mehr - auch für den Vorstand nicht. Dies teilte er an der Generalversammlung vom letzten Freitag mit.

Der Vereinspräsident Rudolf Meier sagt, es werde dringend nach Lösungen gesucht. Die Entscheidung, ob es wirklich zu einer Auflösung kommen müsse, werde noch dieses Jahr gefällt. Denn gleichzeitig werde auch die finanzielle Unterstützung durch die Gemeinde neu verhandelt.

Das Angebot des Verkehrsvereins ist vielseitig. So pflegt dieser etwa Bänke und Wegweiser an Spazierwegen in und rund um die Gemeinde oder stellt die Tannenbäume an Weihnachten in Rüti auf, damit diese mit Lichtern geschmückt werden können. Er organisiert ausserdem Dorfrundgänge durch Rüti und Tann, aktuell beispielsweise zum Thema Zentrumsentwicklung, oder auch Reisen und gemeinsame Besuche von Kulturveranstaltungen. Nicht zuletzt hat der Verkehrsverein das Patronat für den Räbeliechtliumzug, der jeweils im November stattfindet.

Immer weniger und ältere Mitglieder

Bei den Mitgliederzahlen zeichne sich laut Meier ein langsamer Rückgang ab. Zwar ist der VVRT mit 560 Mitgliedern immer noch einer der grösseren Vereine in Rüti, doch vor rund 70 Jahren zählte er noch mehr als 1200 Frauen und Männer.

Gleichzeitig nimmt das Alter der Mitglieder zu, die meisten sind heute deutlich über 60 Jahre alt. Dass es an jungen Mitgliedern fehlt, sei eines der Grundprobleme. «Das liegt auch am Profil des Verkehrsvereins, das Jüngere nicht anspricht», sagt Meier.

Das spürt der Verein an seiner Spitze, denn älteren Mitgliedern fehlt oft die nötige Energie für ein Vorstandsamt. Die wenigen jüngeren Mitglieder sind dafür meist mit Familie und Beruf voll ausgelastet.

«So müssen die, die aktiv sind immer mehr leisten.»

Rudolf Meier, Präsident des Verkehrsvereins Rüti-Tann

Der VVRT-Vorstand zählte 2018 sechs Mitglieder, fünf sind schon seit zehn Jahren dabei. Aufgaben, für die im Verein niemand gefunden werden konnte, müssen unter den verbleibenden Vorstandsmitgliedern aufgeteilt werden. Meier schreibt als Präsident beispielsweise auch das Protokoll.

Zuletzt konnte für zurückgetretene Vorstandsmitglieder partout kein Ersatz gefunden werden. «So müssen die, die aktiv sind immer mehr leisten», sagt Meier. Daher will man im Ernstfall den Verein lieber auflösen, solange es ihm noch einigermassen gut geht. Meier und sein Vorstand wollen nicht warten, bis die Probleme unlösbar werden.

Verstärkung und Neuorientierung

Damit es gar nicht erst soweit kommt, ist der Verkehrsverein auf der Suche nach Verstärkung. Der Verein braucht in erster Linie Vorstandsmitglieder für Protokollführung, Werbung und das Organisieren von Anlässen in Rüti und Tann. Mittelfristig sucht Präsident Meier auch einen Nachfolger. Vorerst läuft aber alles wie gehabt, das diesjährige Programm ist aufgegleist.

Für die Zukunft sei der Vorstand offen für unterschiedlichste Szenarien, je nachdem was neue Mitglieder an Ideen mitbrächten, sagt Meier. «Wir wollen mit neuen Ideen allerdings nicht bereits bestehenden Vereinen konkurrieren, sondern eine eigene Nische suchen, die dem Grundgedanken treu bleibt und trotzdem neue Anreize schafft.» Fänden sich genügend Leute, will Meier das Vereinsangebot erweitern: «Wir haben auch Ideen für einen Ausbau unserer Aktivitäten.»

Selbst eine Neugründung des Vereins unter einem weniger «altväterlichen» Namen ist für Meier denkbar, um wieder ein jüngeres Publikum anzusprechen. Das Motto des Vereins «damit unser Dorf auch lebt» dreht sich darum, den Zusammenhalt unter der Bevölkerung und das Zugehörigkeitsgefühl zum Wohnort Rüti-Tann zu stärken. «Es wäre schön, wenn die Mission weitergeführt wird», sagt Meier.

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