×

Fredy Knie Jr. gibt die Verantwortung weiter

Knie-Premiere in Rapperswil

Fredy Knie Jr. gibt die Verantwortung weiter

Heute Abend startet der Circus Knie auf seinem Heimplatz in Rapperswil-Jona seine Tournee zum 100-jährigen Jubiläum. Das Comedy-Programm kommt von den beiden TV-Stars Viktor Giacobbo und Mike Müller. Im Live-Ticker kann man die Premiere verfolgen.

Redaktion
Züriost
Donnerstag, 21. März 2019, 19:15 Uhr Knie-Premiere in Rapperswil

100 Jahre Circus Knie heisst: Endlich barrierefreie Sicht auf die Manege. Das neue Zirkuszelt kommt ganz ohne vertikale Zeltstangen aus. Ja: Das ist eine spürbare Verbesserung. Und dieses Zelt ist von Beginn weg ein wiederkehrendes Symbol der Show, die nun beginnt.

Mittig in der Manege steht eine Miniaturversion davon, die zur Leinwand mutiert. Alte Bilder flimmern über die halbtransparente Zeltwand und lassen 100 Jahre Knie Revue passieren, bevor eine Sängerin mit einer Truppe von Tänzern und Artisten die Manege betritt. Das Kleid der Sängerin: Ein nochmals kleineres Kniezelt.

«Immerhin schön gekreuzt»

Mike Müller über die Knie-Dynastie

Der Pomp endet abrupt, als Mike Müller aka Hans-Peter Burri durch den Vorhang stolpert, gefolgt von Viktor Giacobbo als Fredi Hinz. Die beiden kalauern über die Zahl 100 und die Generationen von Knies, die sich «immerhin schön gekreuzt" hätten in all den Jahren. Burris Karriereabsicht als Jongleur scheitert am zu hohen Cholesterinspiegel und Hinz hat kaum Ambitionen, zumal er den Job mit einem Sabattical starten will.

Müller auf dem Pony

Ambitionierter sind die folgenden Künstler. Trapez- und Bodenartisten reichen sich mit halsbrecherischen Nummern die Klinke. Dem Publikum bleibt immer wieder der Atem stehen.

Da kann man im zweiten Beitrag von Giacobbo und Müller aufatmen - diesmal kommen sie als Frau Grütter (Giacobbo) und Sohn Armin, die sich gegenseitig ankeifen. Sie will ihn aufs Pony bringen, er ruft nach der Kesb - eine besonders brisante Pointe hier in Rapperswil-Jona nach dem Fall Kesb gegen Obersee-Nachrichten. Im Publikum prusten viele Leute los. Die Nummer endet damit, dass Müller auf einem Pony aus dem Zelt abhaut, was die Manege für einen ersten Auftritt von Geraldine Knie öffnet, die zu Pferd zu einer Pop-Ballade tanzt.

Der Papgei entfliegt

Das ist der Startschuss zu einem Spektakel, an dessen Ende das gesamte Publikum erstmals stehend Ovationen klatschen wird. Mary-José Knie macht den Anfang mit einer Doppel-Pferde-Nummer, gefolgt von ihrer Enkelin Chanel Marie Knie, die Ponys mit Gummipuppen auf dem Rücken durch die Manege schickt. Den Höhepunkt setzt Fredy Knie Junior, als er zeitweilig 20 Pferde, je zur Hälfte in schwarz und weiss, mit leuchtendem Zaumzeug wild durchs Sägemehl galoppieren lässt. Ein atemberaubender Moment.

Mit Victor Giacobbo als Roger Schwaniski, der Fredy Knie Jr. interviewt, ohne ihn zu Wort kommen zu lassen, folgt nach der Pause einer der witzigsten Momente des Abends. Giacobbo in Höchstform. Und dann kommen die Papageien; eine Novität im Circus, die gut ankommt. Und das obwohl - oder vielleicht auch weil - es zu einem Missgeschick kommt: Einer der Vögel setzt sich spontan in einer der hintersten Reihen auf der Schulter eines Mannes im Publikum ab und verweilt dort, bis ein Mitarbeiter sich durch die Menge drückt und das Tier zurückholt.

«Für mich ist es Zeit, die Verantwortung abzugeben.»

Fredy Knie Jr.

Weiter gehts mit Giacobbo, Müller, Minischweinen, Artisten, kleinen Clownerien. Die Nummern hängen lose zusammen, wenn überhaupt. Die beiden Comedien nutzen ihre Nummern teils, um die Übergänge zu veredlen, was allerdings auch nicht immer gleich gut gelingt. Bahnbrechende neue Ideen bietet der Zirkus zum Jubiläum nicht, wenngleich der artistische Schlusspunkt einer Tanzgruppe mit Sprungbrett durchaus das Beste zum Schluss ist. Generell kann man sagen: Die Artistenkost ist bewährt, dies aber auf höchstem Niveau. Vielleicht macht das auch Sinn so, ist ein Jubiläum doch eher der Moment für die Retrospektive, für die gewohnten Werte.

Umso höher sind die Erwartungen an den Schritt ins zweite Jahrhundert der Knie-Dynastie. Das 101. Jahr hätte es verdient, mit mehr als nur einem neuen grossen Kabarettistennamen aufzuwarten. Doch das muss die nächste Generation wissen. Fredy Knie Jr. verkündet in seiner Schlussansprache: «Für mich ist es Zeit, die Verantwortung abzugeben.» Die Nachfolger stehen bereit.

Ticker

22:35

Die Show ist beendet. Die Tournee geht jetzt richtig los.

22:23

Fredy Knie junior kündigt zum Ende an, dass er nun an die nächste Generation übergebe. Seine Tochter Géraldine sei nach einer Pause wieder ganz fit. Deren Töchterchen Chanel reitet auf einem Pony davon und winkt zum Abschied. Und das tun wir jetzt auch. Das wars von der Prémiere live aus dem Circus Knie.

22:16

Und das war das grosse Finale. Jetzt steht wieder das ganze Publikum und klatscht den Artisten in der Manege zu. Die Vorstellung ist zu Ende. 

22:15

Oder mit einem Stuhl ganz weit oben. Die spinnen doch. 

22:10

Oder mit Stelzen. 

22:10

Das Ganze geht auch mit einem Stuhl. 

22:08

Die Tanzgruppe katapultiert sich gerade mit einem Brett auf menschliche Pyramiden. Ziemlich abenteuerlich, die Sache. 

22:00

Fredi Hinz fragt ein Paar, ob es etwas über seine Zukunft von Mike Shiva wissen wolle. Die antworten aber beide mit Nein. Sie seien wunschlos glücklich. Also begibt sich Shiva höchstpersönlich ins Publikum, um seine Wahrsagerei unter Beweis zu stellen. Zu einem Mann sagt er: «Sie sind zwischen 16 und 62 Jahren alt, stimmts?»

21:55

Mike Müller fahrt als Mike Shiva in einem Mini-Panzer in der Manege umher. Kollege Giacobbo alias Fredi Hinz bekommt den Auftrag, jemanden im Publikum zum Thema Finanzen zu befragen. «Okay, keis Problem», sagt der und geht auf die erste Reihe zu. «Häsch mer en Stutz?»

21:56

Nun folgt eine Voltige-Show von Wioris und Ivan Fréderic Errani. Sie stehen je mit einem Bein auf einem Pferd und longieren sechs Pferde vor sich her. In der Mitte sorgt sein Ivans Vater Maycol Errani dafür, dass die Pferde im Kreis bleiben.

21:49

Der ungeheure Balance-Akt kassiert langen Applaus, schliesslich stehen die Leute auf und pfeifen laut. Bravo.

21:44

Handstand mal anders: Zwei Männer stehen Kopf. 

21:40

Derweil betreten zwei Mini-Schweinchen die Manege. «Ja, chum zum Papi», sagt Giacobbo. Eine Alternative zum Schweinefleisch für das Catering nach der Vorstellung sei natürlich Pferdefleisch gewesen. «Da häts ja gnueg», sagt Müller und zeigt hinter den Vorhang. Aber der Herr Knie habe das nicht gewollt.

21:35

Giacobbo/Müller alias Boppeler und Stark unterhalten sich in starkem Zürcher-«Chreischeib»-Dialekt über Ernährungstrends. Sie seien ganz klar für Vegetarier und Veganer plus. «Da häts dänn halt villicht no chli Schwiinigs drin.»

21:31

Nichts für schwache Nerven: Eine Luftakrobatin in rotem Dress lässt sich in höchste Höhen ziehen, wickelt sich in ein Tuch ein und lässt sich dann fallen. Mit je einem Fuss in einer Schlaufe gleitet sie etliche Meter über Boden in den Spagat. Autsch. 

21:25

Jetzt läuft eine Papageien-Nummer mit Franco Knie junior, der sich früher um die Elefanten kümmerte. Seine Frau Linna und Sohn Chris Rui machen auch mit. Die Pagaien segeln am Ende im Kreis über die Köpfe der Zuschauer – einer taucht im Publikum unter, Frauen kreischen laut. Doch dann kommt der Chef und sammelt den Flüchtigen wieder ein. 

21:18

Viktor Giacobbo imitiert gerade Roger Schawinski. Er interviewt Fredy Knie junior. «Wer bist du?» Aber beantworten lässt er den Zirkusdirektor die Frage nicht. Eigentlich quasselt nur er. «Isch mini Idee gsi, Radio 24.» Dann schickt er Knie wieder weg. «Who cares, findi guet.» 

21:15

Der Circus Knie eröffnet die zweite Hälfte seiner Vorstellung mit einer glitzernden Tanznummer, die an Feen erinnert. 

21:11

Und es geht weiter. Die Pause ist vorbei.

Do 21.03.2019 - 20:47

Fredy Knie junior lässt jetzt 20 Pferde – 10 weisse und 10 schwarze – einander umkreisen. Die Hengste, die alle temperamentvolle Tiere sind, gehorchen auf jedes Kommando. Dank einem leuchtenden «Gstältli» ensteht ein magisches Bild. Vor der 20-minütigen Pause folgt eine Standing Ovation. 

20:40

Diese Nummer sorgt für Gelächter. Die kleine Chanel, die Tochter von Géraldine Knie, dirigiert eine Gruppe Ponys, auf denen wild hin und her schaukelnde Puppen sitzen.

20:37

Mary-José Knie lässt gerade zwei Pferde in der Manege nach ihrem Willen sich verbeugen oder einander knuddeln. 

20:31

Géraldine Knie reitet auf ihrem weissen tänzelnden Pferd um die Sängerin herum, die ein weisses Hochzeitskleid trägt. Fehlt nur noch der Märchenprinz. 

20:30

Jetzt hat Frau Grütter den Stadtpräsidenten Martin Stöckling im Publikum gefunden. «Wo warst du denn die letzten 25 Jahre, das ist der Vater von Armin!» Das Publikum lacht und klatscht.

20:27

Jetzt sitzt Armin auf dem Pferd, beziehungsweise er kauert darauf. Seine Mutter sagt: «Wissen Sie, ich hatte ihn bis er 16 Jahre alt war, an der Leine.» 

20:25

Nun sind Giacobbo/Müller zurück mit ihren Figuren Frau Grütter und Sohn Armin. Die Mutter will in die erste Reihe sitzen und versucht die Leute zu verscheuchen. Armin sagt: «Hören Sie nicht auf diese Frau, das ist nur meine Mutter.» Sie entgegnet: «Ja, deine Mutter, die dich unter Schmerzen geboren hat.» Er sagt: «Weisst du, wie es mir weh getan hat, als ich aus dir raus gekommen bin.» Ins Publikum ruft Armin dann: «Ist jemand von der KESB hier? Hilfe, hilfe!»

20:16

Ein mehr oder weniger nackter Mann spielt mit einer glühenden Kugel, die ihm magnetisch an den Händen zu kleben scheint. 

20:15

Im Moment läuft eine Show, bei der sich ein muskelbepacktes Paar in einem goldenen Hauch von Nichts an goldenen Tüchern in die Luft hievt und sich dort auf erotische Weise umschlingt. Nun hat sich die Frau gerade in Lichtgeschwindigkeit und einem Funkenregen im Purzelbaum vom höchsten Punkt des Zelts nach unten rollen lassen. Wow.

Do 21.03.2019 - 20:05

So sieht das dann aus: 

20:00

Nun zeigen die Brüder Errani (einer davon ist der Mann von Géraldine Knie) ihre Nummer, bei der einer den anderen auf den Füssen um die eigenen Achse dreht. Ziemlich verrückt. 

Und im Video gehts noch fast schief. Fast ...

19:58

Mike Müller alias Hans-Peter Burri betritt die Manege. Er erzählt in seiner «Buiuiui»-Art vom neuen Zirkuszelt, das keine Masten mehr habe. «Hebt das würkli?» 

Kurz gefolgt von VIktor Giacobbo alias Fredi Hinz, der sich eigentlich noch vorstellen könnte, bei Knie einen Job zu beginnen - idealerweise mit einem Sabatical.

19:55

Nun singt eine Dame, die selbst eine Art Zirkuszelt trägt, ein Lied über den Circus Knie. Dazu tanzt die Tanzgruppe in Cheerleader-Manier. 

19:50

Die erste Nummer startet. Es ist Pferdegewieher zu hören, dann ertönt ein Elefantentrompeten und ein Löwengebrüll. Auf das kleine Zelt im grossen Zelt wird die Geschichte des Zirkus projiziert: Bilder der Familie Knie flimmern auf. 

19:45

Die Vorstellung beginnt. Der Stadtpräsident von Rapperswil-Jona Martin Stöckling hält die Eröffnungsrede. 

19:40

Sitzen Sie auch im Zelt? Schicken Sie uns Ihre Fotos und Videos an redaktion@zol.ch!

19:35

Das Zelt ist voll. Jeden Moment geht die allererste Vorstellung dieser Saison los. Und wir sind dabei. Ha!

19:25

Das grosse Zirkuszelt hat der Circus Knie via Crowdfunding von seinen Fans zum 100-Jahre-Jubiläum geschenkt bekommen. Es hat keine Stangen mehr und ermöglicht jedem Zuschauer einen ungehinderten Blick in die Manege. 

19:20

Das Manegenbild: Ein Zelt im Zelt. Das grosse füllt sich, im kleinen scheint alles still und leer.

19:15

Das Vorzelt ist voll, überall schwirren Prominente und Fernsehteams herum. Bald gehts los: Circus Knie startet die Tournee hier in Rapperswil-Jona zum 100-Jahr-Jubiläum.

Kommentar schreiben

Kommentar senden