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Volketswiler wollen in Südafrika durchstarten

Auswanderer in TV-Sendung «Adieu Heimat»

Volketswiler wollen in Südafrika durchstarten

Timo und Yvette haben Volketswil verlassen, um sich in Johannesburg mit einem Hähnchen-Take-Away selbstständig zu machen. Doch die TV-Sendung «Adieu Heimat» hat gestern gezeigt: Der Traum der beiden Auswanderer gestaltet sich schwieriger als geplant.

Tina
Schöni
Freitag, 15. März 2019, 15:20 Uhr Auswanderer in TV-Sendung «Adieu Heimat»

An mobilen Foodtrucks mangelt es in der Region nicht. Ob Knödel in Uster, Pizza in Rüti oder  asiatische Spezialitäten in Volketswil – das Geschäft auf Rädern scheint zwar nicht mehr besonders innovativ, aber finanziell durchaus noch reizvoll zu sein. In den Augen von Yvette und Timo gar so sehr, dass der Banker und die PR-Managerin mit südafrikanischen Wurzeln ihre bisherigen Jobs an den Nagel gehängt und ihren Wohnort Volketswil verlassen haben.

Stattdessen will das Liebespaar in Südafrikas grösster Stadt Johannesburg ein neues Leben aufbauen und mit mobilen Hähnchengrills durchstarten. Doch nach zwei Monaten ist vom ersehnten Kundenansturm und Geldsegen noch wenig zu sehen. Das zeigte sich in der gestrigen Fernsehsendung «Adieu Heimat» auf 3Plus. Ein Kamerateam des TV-Senders hat sie auf ihrem Abenteuer begleitet.

In Südafrika neu durchstarten

Dieses begann vor drei Jahren in Zürich, als sich die 48-jährige PR-Managerin und der gleichaltrige Banker kennen und lieben lernten. Zwei Jahre vor ihrem Wegzug wurden die beiden ein Paar. Sie lebten gemeinsam in Volketswil und träumten vom Auswandern. «Ausser Sicherheit kann mir die Schweiz nichts bieten», wird Timo in der Sendung zitiert.

Südafrika – das Land ihrer Träume und das Geburtsland von Yvette  – soll die neue, vielversprechende Heimat werden. Dabei setzten sie ganz auf ihre neue Geschäftsidee: einen Schiffscontainer zu einem Hähnchengrill umbauen und mit ihrer Gastronomiekette namens Birdz in Johannesburg ausreichend Geld verdienen. 

Doch schon zu Beginn der Episode wird klar: Ganz so einfach ist der Schritt in die Selbstständigkeit nicht. Während Timo sich in der Schweiz wegen der Auswanderung noch um formelle Angelegenheiten kümmern muss, lebt die gebürtige Südafrikanerin schon in Johannesburg. Dort kümmert sie sich um den Aufbau des Geschäfts und den Bau des neuen Eigenheims. Bei beiden Projekten kämpft sie gegen Widrigkeiten an: Der Poulet-Container hat kaum Kunden und die Bauarbeiten nehmen kein Ende. Die Nerven liegen blank. «Ich kann nicht mehr», sagt sie und ist den Tränen nah.

Kaum Kunden beim Hähnchengrill

Sehnsüchtig erwartet sie die Ankunft ihres Lebens- und Geschäftspartners Timo. Nach zwei Monaten ist es endlich soweit: Am Flughafen in Johannesburg schliessen sie sich in die Arme. Die Freude über das Wiedersehen ist gross. Jetzt kommen ihr wirklich die Tränen – nicht aus Verzweiflung sondern aus Erleichterung. Timo realisiert es: «Yvette ist am Anschlag. Ich bin jetzt da um zu helfen.»

Doch beim ersten Besuch des eigenen Unternehmens scheint seine Motivation rasch in Enttäuschung umzuschlagen. Der mobile Container mit Hähnchengrill ist auf einem Parkplatz eines Einkaufszentrums platziert. Weit und breit ist kein Kunde zu sehen. «Warum läuft das hier nicht?», fragt er und wägt ab, ob der Service, das Produkt oder der Standort schuld daran sind. Yvette kann ihm keine Antwort geben: «Darüber rätsle ich jeden Tag.»

«Die Zahlen sehen schlecht aus. Das ist ein Grund, nervös zu werden.»

Timo, aus Volketswil

Nachdem sie sich durch ihre Menus probiert haben, sind sich beide einig: Am Produkt kann es nicht liegen. «Der Geschmack ist genial und die Qualität ist super», schwärmt Timo. Dennoch ist der Umsatz von Birdz ernüchternd. Statt wie einkalkuliert 120 verkaufte Hähnchen pro Tag, gehen in ihrem Foodtruck bisher nur 25 Poulets über den Tisch. Auch bei den Salaten ist die Nachfrage schwach. Es werden nur halb so viele verkauft, wie eigentlich erhofft. «Damit wir profitabel sind, müssen wir 50 bis 60 Poulets verkaufen. Ansonsten sind wir gezwungen, das Geschäft dicht zu machen», resümiert Timo.

Er ist besorgt. «Die Zahlen sehen schlecht aus. Das ist wirklich ein Grund, nervös zu werden.» Das Abenteuer scheint dem Ende nahe – obwohl es noch gar nicht richtig angefangen hat.

Ein Funken Hoffnung

Unterkriegen lassen wollen sie sich dann aber doch nicht. So folgt nach 20 Minuten auf Sendung schliesslich die Erkenntnis: Ihr Take-Away muss den Standort wechseln. Man habe die falsche Location gewählt, denn das Einkaufszentrum sei zu wenig belebt. «Wir haben die Möglichkeit, an einem neuen Ort unsere Idee umzusetzen», so Yvette.

Ein Funken Hoffnung bleibt also bestehen. «Wenn wir den Turnaround nicht schaffen, ist das eine bittere Enttäuschung für uns beide», so Timo. Scheitern sei aber keine Option. Auch nicht für Yvette: «Wenn wir schliessen, dann ist mein Traum geplatzt.»

Ob es ihnen gelingt, ihr Unternehmen auf Erfolgskurs zu lenken, ist in der nächsten Folge von «Adieu Heimat» am Donnerstag, 21. März, auf 3Plus zu sehen.

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