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Präsident der Wasserversorgung tritt zurück

Knall in Fischenthal

Präsident der Wasserversorgung tritt zurück

Die Wasserversorgungsgenossenschaft Fischenthal ist seit Jahren in finanziellen Nöten. Jetzt hat der Präsident genug. Er will die Gebührenpolitik nicht mehr mittragen.

Fabio
Lüdi
Mittwoch, 13. März 2019, 18:18 Uhr Knall in Fischenthal
Ab Mitte April muss die WVGF ihr Präsidium neu besetzen.
Nicolas Zonvi

Der Präsident und die Vize-Präsidentin der Fischenthaler Wasserversorgungsgenossenschaft (WVGF), Urs Heusser und Angelika Silberbach, treten zurück. Sie üben ihre Ämter noch bis zur nächsten Generalversammlung am 15. April aus. Das geben die beiden auf der Genossenschaftswebseite bekannt.

Heusser übernahm 2016 das Präsidium, nachdem die WVGF wegen jahrzehntelanger Misswirtschaft in die Schlagzeilen gekommen ist. In der Folge war er immer wieder Ziel lautstarker Vorwürfe aus den Reihen der Genossenschafter, er habe sich ungewöhnlich hohe Bezüge ausbezahlt. Erst im letzten Februar hatte ihm aber der Gemeinderat aufgrund eines Prüfberichts sein Vertrauen ausgesprochen: «Die immer wieder auftretende Kritik an den Bezügen und Spesen ist nicht gerechtfertigt», hiess vom Gemeinderat (wir berichteten).

Schwierige Zukunft

Der Rücktrittsentscheid kommt – vorderhand – denn auch überraschend. In seinem Rücktrittsschreiben nennt Heusser eine neue Vollzeitstelle in der Privatwirtschaft als Grund. Dadurch sei eine Tätigkeit im Vorstand der WVGF nicht mehr möglich. Brisanter sind allerdings seine weiteren Ausführungen: Er sieht für die leidgeplagte WVGF schwarze Wolken am Horizont.

Deren Ursache läge – wiedermal – in den Finanzen. So sei die in den letzten zwei Jahren betriebene Gebührenpolitik darauf ausgelegt, die Betriebskosten und den Werterhalt zu decken. An der letzten Generalversammlung im Oktober lehnten die Genossenschafter aber die vom Vorstand vorgeschlagene Gebührenanpassung für 2019 ab.

Darlehen für Werterhalt nötig

Stattdessen votierten sie für ein Gebührenmodell, das die Aufnahme eines Darlehens für den Werterhalt nötig macht. Heusser hatte sich bereits damals dagegen ausgesprochen. In seinem Rücktrittsschreiben wiederholt er seine Kritik: Durch diesen Beschluss werde die WVGF in eine anhaltende Unterdeckung und damit in «ernsthafte Schwierigkeiten» kommen.

Zudem habe es vor dem letzten Jahr keine Rekurse gegen die Genossenschaft gegeben. «Im 2018 überschlugen sich die Ereignisse. Mehrere Rekurse und Aufsichtsbeschwerden, aber auch Überprüfungen von Preisüberwacher und Gemeinde verursachten hohe Aufwendungen für den Vorstand», schreibt Heusser. Er nennt Kosten in der Höhe von 70‘000 Franken, «die Folgekosten 2019 noch nicht eingerechnet.» Das sei eine Entwicklung, «die ich so nicht akzeptieren will.» Bis Redaktionsschluss war Urs Heusser für eine persönliche Stellungnahme nicht erreichbar.

Gemeindepräsidentin Barbara Dillier zeigt ein gewisses Verständnis für Heussers Entscheid: «Die Wasserversorgungsgenossenschaft befindet sich in einer finanziell schwierigen Situation.» Und eine Genossenschaft sei halt so organisiert, dass auch einzelne einen genossenschaftlichen Beschluss anfechten und damit die eigene Arbeit aushebeln können. «Insofern kommt der Entscheid Urs Heussers, sich eine andere Herausforderung zu suchen, nicht überraschend.»

 

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Das stimmt so überhaupt nicht! In der Schule ist schon länger Ruhe eingekehrt. Die Gemeinde kann von Ihnen sicher nicht beurteilt werden, denn diese Abläufe und Arbeiten sind sehr komplex. Aber statt zu schnöden, könnten Sie sich ja in irgendeinem Bereich nützlich machen. Der Präsident der Wasserversorgung wird wie Sie wissen gesucht, also los! Räumen Sie dort das Chaos auf und machen es besser! Sie werden schnell merken, dass dies gar nicht so einfach ist. Viel Vergnügen und guter Durchhaltewille wünsche ich Ihnen!