×

Störche haben sich auf Kran am Bahnhof Uster eingenistet

Trotz starker Bautätigkeit

Störche haben sich auf Kran am Bahnhof Uster eingenistet

In Uster wird intensiv gebaut. Doch nicht alle unterwerfen sich dem Fortschritt. Ein Storchenpaar hat den Baukran am Bahnhof als Nistplatz auserkoren. Nun müsse man schnell reagieren, sagt ein Storch-Experte.

Deborah
von Wartburg
Donnerstag, 07. März 2019, 21:51 Uhr Trotz starker Bautätigkeit

Störche suchen sich für ihre Nester oft exponierte Plätze aus. So auch in Uster, wo ein Storchenpaar begonnen hat, auf einem Baukran am Ustermer Bahnhof Äste für einen Horst zusammenzutragen. Der Kran wird von der Baufirma Gebrüder Bachmann AG genutzt, welche das Gebäude der Raiffeisen umbaut und nebenan einen Neubau realisiert. 

Wind zerstörte angefangenes Nest

In der Facebookgruppe «Du bisch vo Uster, wenn» teilte eine Nutzerin ein Bild der Störche. Die Gruppenmitglieder reagierten mit Verständnis für die Vögel und Sorge um deren Nachwuchs. Am Dienstag wurden die Äste dann durch starken Wind vom Kran gefegt.

Doch so leicht geben brutwillige Störche nicht auf. Das sagt zumindest Max Zumbühl. Er ist Regionalleiter von «Storch Schweiz», der Organisation, die Störche wieder in der Region angesiedelt hat. Die Bauleiterin hat Zumbühl alarmiert. Er wird in den nächsten Tagen nach Uster kommen und die Ringnummer der Tiere analysieren, um herauszufinden, woher diese kommen. 

«Störche brüten gerne auf dieser Höhe und auch in der Nähe von Menschen», sagt Zumbühl. Das sei für Anwohner oft unvorteilhaft. «Vor allem muss man schnell reagieren und jeden Tag das angefangene Nest wegnehmen, damit die Störche den Nistplatz verlassen.» Denn wenn die Störche erst einmal Eier gelegt hätten, sei es zu spät: «Dann müsste der Kran stillstehen», so Zumbühl. Ein Nest mit Eiern zu zerstören, das gehe nicht. «Aber den Kran dort zu lassen, obwohl er andernorts gebraucht wird, ist auch schwierig. So können Störche Baufirmen in richtige Zwickmühlen bringen.» Andere Brutorte gebe es in der Umgebung genug.

Ersatzhorste als Möglichkeit

Michèle Deubelbeiss von der Gesellschaft für Natur- und Vogelschutz Uster ist auch der Meinung, dass sich die Störche in Uster gut entwickeln. «An vielen Nistplätzen, die ungeeignet sind, werden Ersatzhorste errichtet.» Bleibt abzuwarten, ob sich die Störche vom Kran für andere Nistplätze begeistern lassen. 

Kommentar schreiben

Kommentar senden