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So geht es mit dem Altherr-Turm weiter

Endet Odyssee in den Ustermer Loren?

So geht es mit dem Altherr-Turm weiter

Seit Kurzem ist klar: Der Turm des Künstlers Jürg Altherr soll fünf Jahre lang auf dem Zeughausareal stehen und dann definitiv im Loren-Quartier aufgestellt werden. Dort muss er jedoch mit Widerstand der Quartierbewohner rechnen.

Laura
Cassani
Donnerstag, 07. März 2019, 15:00 Uhr Endet Odyssee in den Ustermer Loren?

Er ist 18 Meter hoch, erinnert an ein Getreidesilo und hat eine jahrelange Odyssee hinter sich: Der Turm des verstorbenen Zürcher Künstler Jürg Altherr. Zum ersten Mal aufgerichtet wurde die Skulptur aus grünschimmerndem Kunststoff und wuchtigen Drahtseilen vor rund zehn Jahren in Fällanden anlässlich einer temporären Ausstellung. Es folgten Stationen in Wald, Dübendorf und Uster – aufgestellt werden konnte der Turm jedoch nie mehr, er lagerte in der Horizontalen und setzte langsam Moos an.

Nun soll der Altherr-Turm fünf Jahre lang auf dem Zeughausareal aufgestellt werden und anschliessend – wenn es nach der Stadt geht – seine definitive Bleibe auf einer Kiesfläche im Loren-Quartier finden. Nicht nur auf dem Zeughausareal, sondern auch im Westen der Stadt haben Bauvisiere den geplanten Standort markiert.

Wieso der Altherr-Turm auf dem Zeughausareal keinen Fussballfans die Sicht versperren wird >>>

«Idealer Standort» in den Loren

«Das Kunstwerk gehört eigentlich nicht für längere Zeit in das urbane Zentrum», sagt der Ustermer Kulturbeauftragte Christian Zwinggi, «sondern an einen Standort am Übergang von Siedlungsgebiet zur Natur.» Der Standort in den Loren, zwischen Moorgebiet und KMU-Boxen, sei ideal.

«Das Kunstwerk gehört eigentlich nicht für längere Zeit in das urbane Zentrum.»

Christian Zwinggi, Kulturbeauftragter der Stadt Uster

Ob das auch die Quartierbewohner und Naturfreunde so sehen, muss sich noch zeigen: Weil der geplante definitive Standort an das geschützte Glattenried angrenzt, wird auch der Kanton mitreden. Zudem wurden während der Planauflage 19 baurechtliche Begehren gestellt. Dies bedeutet, dass 19 Parteien Rekurs gegen die Kunst am Stadtrand einlegen könnten.

«Ketten-Monster»?

Offenbar sehen manche Anwohnerinnen und Anwohner die künftige Kunst in ihrer Nachbarschaft nicht gerne: Gegenüber der NZZ fielen kürzlich die Stichworte «Ketten-Monster» und «Kunstentsorgung», die Skulptur würde zudem zwischen Hausfassaden und Bäumen «eingeklemmt».

«Kunst ist Auseinandersetzung.»

Christian Zwinggi

«Wir müssen noch einiges an Vermittlungsarbeit leisten», sagt Christian Zwinggi von der Stadt. Er wolle gerne hören, welche Vorbehalte gegen den Turm in der Bevölkerung vorhanden seien. «Kunst ist Auseinandersetzung», so Zwinggi. Er hofft, dass die Odyssee des Altherr-Turms nach fünf Jahren auf dem Zeughausareal dereinst im Loren-Quartier ihr Ende finden wird.

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