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Sie will eine Brücke zwischen dem Bewusst- und Unterbewusstsein schlagen

Ustermer Hypnosetherapeutin

Sie will eine Brücke zwischen dem Bewusst- und Unterbewusstsein schlagen

Claudia Hauser leitet seit zwei Jahren die Praxis Sana Vita in Uster. Die 46-Jährige hat sich als Hypnose-Therapeutin ausbilden lassen und will mit Vorurteilen aufräumen.

Rosa
Schmitz
Mittwoch, 27. Februar 2019, 09:20 Uhr Ustermer Hypnosetherapeutin
Die 46-Jährige Claudia Hauser ist die Leiterin der Hypnosepraxis Sana Vita in Uster.
Rosa Schmitz

Hypnose kennen viele aus Film und Fernsehen. In Shows werden Leute mittels Pendel in Trance versetzt, bevor sie zu kuriosen Aufgaben bewegt werden. Mit der hypnotischen Therapieform in Schweizer Praxen hat das aber wenig zu tun. «Hypnose ist nicht das, was sich die meisten Menschen darunter vorstellen», sagt Claudia Hauser, Leiterin der Hypnosepraxis Sana Vita in Uster. Es sei keine spektakuläre Show. «Es ist wichtig, dass das die Leute wissen. Diese Therapieform funktioniert nicht so, wie es in Filmen oder in Fernsehserien gezeigt wird.» Angewandt werde sie, um sich Ängsten, Traumas und Verhaltensstörungen zu stellen sowie um Heilungsprozesse zu fördern.

Drei Stunden pro Sitzung

«Jedes Problem ist durch etwas ausgelöst worden. Diese Ursache gilt es zu finden und gezielt zu behandeln», sagt Hauser. Die Behandlung in der Hypnosepraxis beginnt mit der Begutachtung des Patienten. Dieser Teil der Therapie-Session besteht aus einer Reihe von Hintergrundfragen, um ein Gefühl für die Person zu bekommen und deren Bedürfnisse richtig einschätzen zu können. «Ich will wissen, was sie dazu motiviert hat, mich aufzusuchen und welches sie sich für die Sitzung setzen», sagt sie.

Das Vorgespräch diene auch dazu, dem Patienten zu erklären, wie der Prozess funktioniere. «Es gibt ein paar Dinge, die ich ihnen am Anfang zeigen muss, zum Beispiel die Berührungspunkte an Ellenbogen, Schultern, Brust und Stirn. Das sind die Stellen, die ich anfasse, sofern die Patienten einverstanden sind. Alles andere bleibt unangetastet.» Danach lege sie los. Drei Stunden brauche sie für eine Sitzung.

«Die Patienten machen dabei das meiste selbst», sagt Hauser. Sie leite sie an, sich mit sich selbst auseinander zu setzen. So könnten sie angestaute Emotionen verarbeiten. «Ich heile die Leute nicht. Sie heilen sich selbst. Die Lösung steckt immer in ihnen.»

Eine Therapiemethode ohne Medikamente

Hypnose bilde eine Art Brücke zwischen dem Bewusst- und Unterbewusstsein. Jemanden zu hypnotisieren, heisst, sie in einen «halbbewussten Geisteszustand» zu setzen — eine sogenannte «Trance», sagt Hauser. In diesem Zustand seien Leute aber nicht so weggetreten, wie manche meinen würden. Sie könnten genauso funktionieren wie sonst. «Hypnose ist nicht die Kapitulation von Kontrolle.» Störende Wahrnehmungen — zum Beispiel Geräusche — könnten leichter ausgeblendet werden, weil man sich auf ein inneres Bild fokussiere.

Patienten würden auch nicht gegen ihren Willen hypnotisiert werden können. Es brauche ihre Bereitschaft dazu. Doch im Prinzip sei jeder «hypnotisierbar», sagt Hauser. «Wir hypnotisieren uns täglich selbst — vor dem Einschlafen, nach dem Aufwachen, während alltäglichen Aufgaben.» Sie beschreibt diesen hypnotischen Zustand als einen, indem Individuen entspannt, aber geistig konzentriert sind.

Mit Ausbildung einen Traum erfüllt

Hauser ist seit knapp vier Jahren als Hypnose-Therapeutin ausgebildet. Die 46-Jährige hatte als Maturantin eine Stelle bei der Post angenommen und arbeitete 14 Jahre in diesem Bereich, bevor sie den Beruf wechselte, um Leuten eine Therapiemethode ohne Medikamente anzubieten. Ein Newsletter der Paracelsus Schulen indem ein Buch über Hypnose empfohlen wurde, hatte sie auf diese Idee gebracht.

Sie absolvierte im März 2015 eine siebentägige Intensivausbildung, gründete danach ihre Firma und eröffnete ihre Praxis in Küsnacht. Heute befindet sich diese in Uster. «Mit dieser Ausbildung habe ich mir einen Traum erfüllt», sagt sie. Schon als Kind wollte sie Menschen helfen. Ihr Traum war es, Krankenschwester zu werden. Doch weil ihre Eltern sagten, dass die Arbeit emotional zu belastend wäre, habe sie sich nie getraut, ihm nachzugehen.

Inzwischen hat Hauser als Hypnose-Therapeutin mit vielen verschiedenen Menschen zu tun und wird dabei auch mit belastenden Erlebnissen konfrontiert. Davon wisse sie sich aber zu distanzieren. «Das ist wichtig, damit es einen nicht zu sehr beschäftigt», sagt sie.

Weitere Information unter: www.hypnose-uster.com.

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Ich habe immer gedacht Hypnose ist keine Therapie, sondern eine Methode, bei der Psychotherapie mit spezifischen Techniken im Trancezustand erfolgen. Das jemand der mit dieser Methode arbeitet, auch andere psychotherapeutische Methoden zur Hand haben sollte, falls es in einem Trancezustand z.B. zu einer Retraumatisierung kommt. Oder eine Methode die in der Medizin eingesetzt wird.
Jeder kann einen mehrtägigen Hypnosekurs für Zahnärzte besuchen, doch sollte er danach nicht eine Zahnarztpraxis eröffnen ohne eine Zahnmedizinische Ausbildung absolviert zu haben, oder?