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Die eigene Welt bauen

Ustermer Ferienaktion

Die eigene Welt bauen

Basteln und bauen, was das Herz begehrt: Das können Ustermer diese Woche in der Landihalle tun. Die Verein OKJA Uster organisiert zum zweiten Mal eine Ferienaktion. Letztes Mal wurde eine Stadt gebaut, dieses Mal denken die Organisatoren grösser.

Laura
Cassani
Sonntag, 24. Februar 2019, 12:57 Uhr Ustermer Ferienaktion

In der Ustermer Landihalle wird diese Woche ein Paralleluniversum entstehen: eine eigene Welt aus Dachlatten. Unter dem Motto «Mini Wält» können Kinder und Jugendliche eine Woche lang immer nachmittags die langen Bretter zusammenschrauben. Was genau entstehen soll, lassen die Organisatoren der Ferienaktion «Spukj 19» bewusst offen.

«Wir lassen den jungen Menschen bewusst den Freiraum, von dem sie heutzutage nicht mehr so viel haben.»

Jeannine Wöhrle-Morf, Projektleiterin

«Wie die Welt der Kinder und Jugendlichen aussehen wird, das wissen wir heute noch nicht», sagt Projektleiterin Jeannine Wöhrle-Morf. Es startet am Montag und dauert bis am Samstag. «Wir lassen den jungen Menschen bewusst den Freiraum, von dem sie heutzutage nicht mehr so viel haben.» Kinder müssten im Alltag zu viel, ist Wöhrle-Morf überzeugt. In der Landihalle dürfen sie nun: zum Beispiel kommen und gehen, wann sie wollen und bauen, worauf sie gerade Lust haben. Vielleicht spielen sie auch Theater oder basteln Musikinstrumente. «Wir lassen uns überraschen.»

Wenig Angebote im Winter

Für professionelle Anleitung ist gesorgt. Mit von der Partie ist das Künstlerduo Pialeto, zu dem Markus «Leto» Meyle gehört. Er sei ein «Vollprofi», was solche Spielaktionen angeht, so Wöhrle-Morf. Und war mit seiner mobilen Werkstatt auch schon vor zwei Jahren mit dabei, als das Ferienprogramm in der Landihalle zum ersten Mal stattgefunden hat.

Initiiert wurde das Angebot vom Verein Offene Kinder- und Jugendarbeit Uster, finanziert wird es grösstenteils von der Stadt, den beteiligten Organisationen und von Stiftungen. Der Anstoss für die Organisatoren: Es mangelte in den Wintermonaten an Angeboten für junge Menschen.

Wie vor zwei Jahren sind verschiedene Akteure aus der Ustermer Kinder- und Jugendarbeit beteiligt, etwa das Spielmobil, das MüZe, der Abenteuerspielplatz Holzwurm, das Frjz oder neu auch die Jugendarbeit der Reformierten Kirche. Besonders wichtig sei das Angebot für jene Kinder, deren Familien sich keine teuren Skiferien leisten können, ist Wöhlre-Morf überzeugt. Die Bastelwoche ist gratis.

Dieses Jahr sollen zudem auch Bewohnerinnen und Bewohner aus dem Werkheim Uster und der Stiftung Wagerenhof dabei sein. Werbe-Flyer wurden dort und in den Ustermer Primarschulen und Kindergärten verteilt.

Auch auf Facebook wird für die Ferienaktion geworben:

Heute in einer Woche wird es sicher schon die ersten kreativen Geschichten in der Landihalle zu sehen und zu erleben...

Gepostet von Spukj20 am Montag, 18. Februar 2019

Die Verantwortung für die bastelnden Kinder tragen die Eltern, die sich in die Kafi-Ecke setzen können. Und auch herzlich eingeladen seien, mitzubauen, sagt die Projektleiterin. «Manche Erwachsenen werden beim Basteln selber wieder zum Kind.» Das habe sich vor zwei Jahren gezeigt. Damals wurde eine Stadt aus Karton gebaut – und jetzt eben eine Welt aus Holzlatten.

Das Organisations-Team hofft, dass die Dachlatten noch mehr zum Zusammenarbeiten verlocken als die Pappschachteln. «Jemand muss die Latte halten, damit die andere Person schrauben kann», so Wöhrle-Morf.

3.5 Kilometer Holz

Die Latten kommen von lokalen Schreinern und werden am Schluss unter anderem auf dem Abenteuerspielplatz «Holzwurm» wiederverwendet. «Würde man sie aneinander reihen, wären es 3.5 Kilometer», so Wöhrle-Morf. Baumaterial sollte also genügend vorhanden sein – aufgrund der schieren Menge, die benötigt wird, werde man dieses Jahr mit neuem Material arbeiten. Wenn noch mehr «Baustoff» gebraucht würde, dann würde Gebrauchtes rezykliert.

«Würde man die Dachlatten aneinander reihen, wären es 3.5 Kilometer»

Jeannine Wöhrle-Morf, Projektleiterin

Nägel sind aus Sicherheitsgründen tabu. Zusammenarbeit wird also nur schon deshalb nötig sein, weil nicht für jedes Kind ein Akkuschrauber zur Verfügung steht – auch wenn man so viele wie möglich an verschiedensten Orten ausgeliehen habe. Wenn das Ferienprogramm so gut läuft wie beim letzten Mal, werden jeden Tag rund 100 Kinder in der Landihalle ihre eigene Welt bauen.

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