×
Informationen für Betroffene

Stalking – was tun?

Das Tötungsdelikt in Dübendorf wirft Fragen zum Thema Stalking auf. Zueriost beantwortet die Wichtigsten.

Tina
Schöni
Freitag, 15. Februar 2019, 18:25 Uhr Informationen für Betroffene
Stalking-Opfer sollten bei einem Notfall umgehend die Polizei informieren.
Symbolbild: Pixabay

Der Mann, der in Dübendorf am Mittwoch eine 29-Jährige getötet hat, ist inzwischen gefasst und geständig. Offenbar hatte er sie gestalkt. Der Fall wirft Fragen auf: Ab wann spricht man von einem Stalker oder einer Stalkerin? Wie können sich Opfer schützen? Und an wen sollten sich Betroffene wenden? Ein Flyer der Kantonspolizei Zürich klärt auf.

Wann spricht man von Stalking?

Als Stalking wird das wiederholte Nachstellen und Belästigen einer Person verstanden. Von Stalking betroffene Personen können in ihrer Lebensführung stark beeinträchtigt werden. Sie erleiden oft Psychoterror bis hin zu körperlichen Übergriffen.

Welche Handlungen können Stalking sein?

Belästigende Telefonanrufe zu jeder Tages- und Nachtzeit können ebenso Stalking sein, wie beispielsweise das Auflauern, Verfolgen oder das unerwünschte Zustellen von Geschenken. Auch wenn Bekannte über das Stalking-Opfer ausgefragt oder die Betroffenen beleidigt, verleumdet und bedroht werden, kann dies unter Stalking fallen.

Welche Sofortmassnahmen kann die Polizei bei Stalking ergreifen?

Einzelne Taten wie Drohung, Nötigung oder telefonische Belästigung sollten laut dem Infoblatt angezeigt werden. Sie werden strafrechtlich verfolgt. Resultiere Stalking aus einer Beziehung, so seien zwei polizeiliche Sofortmassnahmen möglich: Eine vorläufige Festnahme der Person oder ein befristetes Kontakt- und Rayonverbot gegenüber dem Opfer und allfälligen Kindern. Bei Missachtung dieses Verbots drohen strafrechtliche Konsequenzen.

Wie sollen sich Betroffene verhalten?

Die Situation muss ernst genommen werden, denn Stalking nehme eher an Intensität zu, wenn nichts dagegen unternommen wird. Die Polizei empfiehlt, dem Stalker oder der Stalkerin unmissverständlich Grenzen zu setzen und die Person einmal deutlich und vor Zeugen darauf hinzuweisen, dass kein Kontakt erwünscht ist. Von Bedeutung sei es auch, das private und geschäftliche Umfeld über die Situation zu informieren. «Öffentlichkeit kann schützen», betont die Polizei in ihrem Flyer. Zudem empfiehlt sie, in einem Stalking-Tagebuch alles, was der Stalker oder die Stalkerin schreibt, mit Datum und Uhrzeit zu dokumentieren. Das Sammeln von Beweismaterial könne die Glaubwürdigkeit der Betroffenen in einem allfälligen straf- oder zivilrechtlichen Verfahren untermauern. Die Polizei rät, jede einzelne Tat anzuzeigen – und zwar möglichst früh. So beispielsweise auch Drohung, Nötigung oder telefonische Belästigung.

Wo erhalten Betroffene Unterstützung?

Bei Gefahr oder konkreter Bedrohung soll umgehend die Polizei über Telefon 117 alarmiert werden. Ansonsten hilft die Polizei auch unter der Nummer 044 295 98 60 weiter. Betroffene Frauen im Raum Zürich können sich ausserdem an die «Beratungsstelle für Frauen gegen Gewalt in Ehe und Partnerschaft» unter der Nummer 044 278 99 99 wenden.

Kommentar schreiben

Kommentar senden