×

Gossauer will gleiche Messlatte für Deutschkompetenz

Anfrage im Kantonsrat

Gossauer will gleiche Messlatte für Deutschkompetenz

Der Gossauer SVP-Kantonsrat Daniel Wäfler ist besorgt, dass fremdsprachige Menschen beim Ausweisen ihrer Deutschkompetenzen bescheissen könnten. Mit einer Anfrage will er dem vorbeugen.

David
Kilchör
Montag, 11. Februar 2019, 08:08 Uhr Anfrage im Kantonsrat
Der Gossauer SVP-Kantonsrat Daniel Wäfler macht sich Sorgen um die Deutschkompetenzen Fremdsprachiger.
PD

Daniel Wäfler, SVP-Kantonsrat aus Gossau, ist klar der Meinung, dass die Deutsche Sprache für Fremdsprachige in der Schweiz eine Kernkompetenz ist. Wer die Landessprache zu wenig gut beherrsche, könne sich in der deutschsprachigen Schweiz nur schwer fortbewegen. «Einen Job zu finden, Weiterbildung zu besuchen oder auf Ämtern ein Formular auszufüllen, ist mit mangelnden Kenntnissen kaum möglich», schreibt er in einer Anfrage an den Regierungsrat.

Nun scheine es aber so, dass für dne Nachweis der Deutschkenntnisse verschiedene Messlatten gälten, respektive keine Transparenz herrsche. Wäfler erwähnt in seiner gemeinsam mit SVP-Kantonsrätin Erika Zahler (Boppelsen) eingereichten Anfrage etwa, dass gemäss RAV Kurse nur vier Monate alt sein dürften. Ein Nachweis der Stufen B1/B2 indes könnten teils über ein Jahr zurückliegen.

Wäfler: Erworbene Kompetenzen können wieder versiegen

«Es kann nicht in jedem Fall davon ausgegangen werden, dass im pirvaten Umfeld, trotz Deutschkenntnissen und absolvierten Tests, diese auch täglich angewendet werden.» Wäfler glaubt, dass dadurch bereits erworbene Deutschkompetenzen wieder versiegen könnten.

Er habe zudem vernommen, dass es die Möglichkeit gebe, Tests von zu Hause aus zu machen. «Dies gibt dem Testabsolventen die Möglichkeit, ohne Probleme Hilfe beizuziehen, was dazu führt, dass das Testergebnis mit Unterstützung beschönigt werden kann.»

Vier Fragen an den Regierungsrat

Für Wäfler und Zahler ist klar, dass die aufgezählten Fälle Rückschluss auf eine ungeklärte oder gar nicht gewährleistete Qualitätssicherung geben. Und sie stellen dem Regierungsrat eine Reihe von Fragen. So wollen sie etwa wissen, ob dem Regierungsrat «die gravierenden Unterschiede» bezüglich Testabsolvierung bekannt sind. Und falls ja: Wo die Unterschiede lägen und weshalb sie zugelassen würden.

Schliesslich fragen sie, wie lange solche Abschlüsse und Nachweise zurückliegen, damit Weiterbildungen noch gültig seien. Und ob es zutrifft, dass der Deutschtest von zuhause aus absolviert werden könne - inklusive Möglichkeit zur Manipulation.

Kommentar schreiben

Kommentar senden