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Das Alphorn begleitet ihn seit 50 Jahren

Markus Sahli aus Wald

Das Alphorn begleitet ihn seit 50 Jahren

Markus Sahli zügelt seine Alphornschule vom Kanton Schwyz nach Wald – und hat vor, mit seinen Schülern gelegentlich an schönen Flecken draussen in der Natur zu üben.

Patrizia
Legnini
Freitag, 08. Februar 2019, 14:16 Uhr Markus Sahli aus Wald
«Seit einiger Zeit erlebt die Volksmusikkultur einen neuen Hype», sagt Markus Sahli.
(zvg)

Markus Sahli war sieben Jahre alt, als er im Ferienhaus auf der Alp Lüsis zum ersten Mal in das Alphorn blies, das dort herumstand. Einige Jahre später absolvierte er die Jazzschule St. Gallen und machte eine Ausbildung zum Tontechniker, und obwohl er sich eigentlich mehr für seine Trompete und seinen E-Bass interessierte, blieb doch auch das Alphorn in seinem Alltag immer präsent – zumal sein Vater sich nach den Ferien auf der Alp irgendwann auch eines angeschafft hatte.

«Es begleitete mich auch in Zeiten, in denen ich moderne Musik machte. Man kann es nicht nur auf traditionelle, sondern auch auf moderne Art und Weise spielen», sagt der 56-Jährige. Bis heute schlägt Sahlis Herz darum für die Volksmusik genauso wie für die klassische Musik sowie für Jazz und Funk – einer einzelnen Musikrichtung zuordnen mag er sich nicht. Als Kollegen ihn vor 30 Jahren darum baten, ihnen doch das Alphornspielen beizubringen, machte ihm das Unterrichten grossen Spass – und so gründete er schon bald seine Alphornschule. 

Mehr Platz am neuen Ort

Nach elf Jahren im schwyzerischen Lachen ist der Berufsmusiker mit seiner Partnerin Ende Dezember nach Wald gezügelt, wo jetzt auch seine Musikschule ihren Sitz hat – genauso wie das Tonstudio, das der Tontechniker und Musikproduzent betreibt. «Wir suchten nach einer grösseren Lokalität, weil das Tonstudio und die Kursräume am alten Ort aus allen Nähten platzten», sagt er. Fündig wurde Sahli in einem Haus an der Hüeblistrasse mitten in Wald, in dem früher ein Restaurant und später eine Firma eingemietet waren und in dessen unterster Etage er sich jetzt eingerichtet hat. «Wir fühlen uns schon sehr wohl hier», so Sahli. 

CDs für Bigbands und Jazzcombos

Einen Tag pro Woche wird er weiterhin in Lachen unterrichten, einen anderen verbringt er in Fehraltorf, wo er seit 15 Jahren ein zweites Unterrichtslokal hat. «An den anderen Tagen arbeitet er in der Regel in seinem Tonstudio, wo er CDs für Bigbands, Jazzcombos, Countrybands, Chöre und Volksmusikgruppen aufnimmt. «Aber falls auch aus Wald und Umgebung Leute in den Alphornunterricht kommen wollen, könnte ich das sicher einrichten», sagt Sahli, der als Interpret und Komponist schon mehrmals am Grand Prix der Volksmusik teilgenommen hat. 

In Wald hätte er jetzt zumindest genug Platz, um zum Beispiel Intensivkurse mit mehr Teilnehmern als am früheren Ort anbieten zu können. Gerade im Sommer und im Herbst will er diese allerdings auch draussen in der Natur veranstalten. «Ich bin sicher, dass ich auch hier irgendwo einen schönen Platz im Grünen finde, wo ich gelegentlich mit meinen Schülern Alphornblasen kann.»

Das Alphorn boomt

Wer meint, dass das Alphorn bloss etwas für Ewiggestrige und Landeier ist, der irrt: Das Interesse am Instrument ist gross. Auch in der Stadt Zürich unterrichtet Sahli an der Migros Klubschule.  «Als ich vor 30 Jahren mit Unterrichten begann, erlebte das Alphorn gerade einen Boom», erinnert sich Sahli.

Laut Markus Sahli sind Alphorn-, Jodel- und Schwyzerörgeli-Kurse hoch im Kurs – bei Erwachsenen genauso wie bei Kindern. (zvg)

Erstaunlicherweise habe sich die Beliebtheit des Instruments aber bis heute halten können. «Seit einiger Zeit erlebt die Volksmusikkultur einen neuen Hype. Alphorn-, Jodel- und Schwyzerörgeli-Kurse sind überall hoch im Kurs – bei Erwachsenen genauso wie bei Kindern.» 

Auch Ausländer im Kurs

Immer wieder seien auch Ausländer, die sich mit der Schweizer Volkskultur auseinandersetzen möchten, unter seinen Schülern. «Einmal hatte ich einen Bolivianer im Kurs, und immer wieder kommen Deutsche», sagt er und lacht. Die Faszination der Leute für das Instrument kann er selber am besten nachvollziehen. «Das Alphorn ist für mich das Instrument, bei dem ich am meisten Aufwand betreiben muss, um das Niveau halten zu können. Man muss mehr üben als auf anderen Instrumenten. Es reizt mich, das Ding im Griff zu haben und weiterzukommen.» 

Tag der offenen Tür
Am Samstag, 9. Februar, findet in der Alphornschule von Markus Sahli an der Hüeblistrasse 4 in Wald ein Tag der offenen Tür statt. Ab 14 Uhr gibt’s für Interessierte Alphornklänge und Schwyzerörgeli-Musik.

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