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«Was soll hier sicherer werden?»

Neues Geländer bei Fussgängerunterführung in Volketswil

«Was soll hier sicherer werden?»

Dass in Volketswil kürzlich das Geländer einer Fussgängerunterführung aus Sicherheitsgründen erneuert wurde, stösst beim Volketswiler Peter Brunner auf Unverständnis. Die Massnahme habe die Situation verschlimmert, sagt er. Die Gemeinde verweist auf gesetzliche Bestimmungen.

Tina
Schöni
Freitag, 11. Januar 2019, 11:09 Uhr Neues Geländer bei Fussgängerunterführung in Volketswil

An der Fussgängerunterführung unweit der Bushaltestelle Zentrum an der Ecke Zentralstrasse / Ifangstrasse in Volketswil wurde kurz vor Weihnachten ein neues Geländer montiert. Dieses sei für die Sicherheit der Velofahrer notwendig, erfuhr Peter Brunner, als er einen Montagearbeiter vor Ort darauf ansprach.

«Die Stelle war für Velofahrer bisher nicht speziell gefährlich.»

Peter Brunner, Volketswiler

An der entsprechenden Stelle führt ein Radweg links neben der Fussgängerunterführung bei der Bushaltestelle Zentrum vorbei. Zuvor war an dieser Stelle ein 80 Zentimeter hohes Geländer angebracht, das die Velofahrer vor einem Sturz in den Abgrund schützen sollte. Ginge es nach Peter Brunner wäre das ausreichend gewesen. «Die Stelle war für Velofahrer nicht speziell gefährlich.» Der Volketswiler kann die Begründung für die Installation deshalb nicht nachvollziehen.

Bedenken bezüglich der Sicherheit

Mit der neuen Vorrichtung hat man laut dem Volketswiler nun eher das Gegenteil erreicht. «Wenn man als Autofahrer von der Ifangstrasse in die Zentralstrasse abbiegt, sieht man wegen des hohen Geländers die Velofahrer überhaupt nicht mehr.» Die Situation sei «vollkommen unübersichtlich». Das habe erschreckende Folgen: «Ich beobachte regelmässig, wie Autofahrer, die von der Nebenstrasse auf die Hauptstrasse abzweigen wollen, den Vortritt der Velofahrer missachten und ohne Stopp gleich über die rotmarkierte Velospur fahren.»

«Das neue Geländer verdeckt den Blick auf den Veloverkehr vollkommen.»

Erika Brunner, Volketswilerin

Peter Brunners Ehefrau Erika pflichtet ihm bei. «Die Situation ist jetzt viel gefährlicher als zuvor.» Velofahrer, die ohne Licht unterwegs sind, seien ohnehin schon schwer zu erkennen. Das hohe Geländer wirke zusätzlich wie ein unnötiger Sichtschutz. «Es verdeckt den Blick auf den Veloverkehr vollkommen.»

«Falls etwas passiert, haften wir»

Roger Letter, Abteilungsleiter Tiefbau und Werke in Volketswil, kann die Massnahmen bei der Fussgängerunterführung begründen. «Das alte Geländer hat mit seinen 80 Zentimetern Höhe nicht mehr den gesetzlichen Vorgaben entsprochen», sagt er. Entlang eines Trottoirs müsse ein solches mindestens 1,10 Meter, neben einem Radweg mindestens 1,30 Meter hoch sein.

«Es dient der Sicherheit der Velofahrer und Fussgänger, damit sie nicht über die Mauer in die Unterführung fallen können.»

Roger Letter, Abteilungsleiter Tiefbau und Werke in Volketswil

Bei der Bushaltestelle Zentrum waren diese Mindestvorgaben nicht eingehalten. Die Gemeinde hat das Geländer deshalb im Rahmen der ordentlichen Unterhaltsmassnahmen ersetzt. Roger Letter erklärt: «Das Geländer dient der Sicherheit der Velofahrer und Fussgänger, damit sie nicht über die Mauer in die Unterführung fallen können.» Zwar sei das noch nie vorgekommen, aber «falls etwas passiert, haften wir.»

Die Sicherheitsbedenken des Ehepaars Brunner teilt Roger Letter nicht. «Ich fahre auf meinem Arbeitsweg täglich dort durch. Ich selber empfinde die Sichtweiten beim Einmünden aus der Ifangstrasse als ausreichend.»

Gekostet hat das neue Geländer 53‘000 Franken. Auf der gegenüberliegenden Strassenseite ist noch das alte vorhanden. «Wir warten dort noch ab, weil bei der Post und dem Einkaufszentrum Zänti Bauarbeiten anstehen und das neue Geländer bereits Schaden nehmen würde.»

Peter Brunner zweifelt die Notwendigkeit der kostspieligen Massnahme an. «Fallen die Velofahrer an dieser Stelle über das Geländer in die Unterführung, oder was soll hier sicherer werden?»

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