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Zu wenig Parkplätze für Trauernde in Effretikon

Stadtrat plant Massnahmen

Zu wenig Parkplätze für Trauernde in Effretikon

Um den Effretiker Friedhof «Im Zelgli» werden Parkplätze zum Ärger einiger Trauernder immer mehr zur Mangelware. An der Anzahl Beerdigungen kann das aber nicht liegen.

Dario
Aeberli
Donnerstag, 10. Januar 2019, 14:29 Uhr Stadtrat plant Massnahmen

Vor einer Beerdigung gehen einem viele Gedanken durch den Kopf, Erinnerungen an die verstorbene Person, Dinge, die man ihr gerne noch sagen wollte – aber an was sicher niemand denken möchte, ist, wo man sein Auto abstellen soll. In Effretikon beim Friedhof «Im Zelgli» ist das gemäss Gemeinderat Stefan Hafen (SP) jedoch ein reales Problem. «Ich habe bereits von zwei voneinander unabhängigen Personen gehört, dass sie vor der Beerdigung zuerst noch einen Parkmöglichkeiten in den umliegenden Quartieren suchen mussten, weil es vor dem Friedhof keinen freien Parkplatz mehr hatte», sagt Hafen. Mit solchen Lappalien sollten sich Trauernde nicht herumschlagen müssen.

 

Er selbst habe vor Ort auch schon beobachtet, dass praktisch jeder Abstellplatz besetzt war. Und das nicht etwa von Trauernden, sondern von Firmenautos, Zweitfahrzeugen der Anwohner und deren Besucher. Das ist durchaus erlaubt, die Bewohner brechen damit keine Regeln. Ideal sei das aber trotzdem nicht. Die Sicherheitsvorsteherin Illnau-Effretikons, Salome Wyss (SP), erklärt, wie das möglich ist: «Die Parkplätze sind nicht offiziell dem Friedhof zugewiesen, sondern  stehen generell der Öffentlichkeit zur Verfügung.» Jeder Fahrzeuglenker sei berechtigt, sein Auto während vier Stunden zwischen 7 Uhr und 19 Uhr um den Friedhof abzustellen. Anwohner mit einer Parkkarte «IlEf» dürfen ihre Fahrzeuge sogar zeitlich unbeschränkt in dieser Zone parkieren.

Abklärungen laufen
Die Parkplatz-Problematik ist der Stadträtin Salome Wyss schon länger bekannt. Zur Zeit prüfe die Gemeinde verschiedene Lösungsansätze – definitiv entschieden sei jedoch noch nichts. «Wir rechnen damit, dass die Analyse und die rechtliche Abklärung bis im März abgeschlossen sein werden», sagt Wyss. Möglich sei, dass man Parkplätze in Zukunft gezielt zuweisen könnte oder eine zusätzliche zeitliche Einschränkung einführe. 

Das könne die Gemeinde allerdings nicht alleine entscheiden. «Die Zuständigkeit für Signalisationen liegt bei der Kantonspolizei und nicht bei uns, das wissen viele Einwohner nicht», sagt Wyss. Je nachdem, welche Gremien bei der «Entscheidungsfindung» noch miteinbezogen werden müssten, sollten die Massnahmen bis spätestens Mitte Jahr getroffen werden. Bis dahin empfiehlt die Gemeinde den Betroffenen auf die umliegenden Strassen und Quartiere auszuweichen.

Weniger Erdbestattungen
Der Friedhofsgärtne Pio Merlo ist bei den Bestattungen jeweils vor Ort und hat auch mitbekommen, dass die Parkplatzfrage die Leute beschäftige. Er sagt aber auch, dass viele Leute zu Fuss oder mit dem öffentlichen Verkehr an die Beerdigung kämen. «Die meisten Angehörigen kommen selbst aus der Umgebung. Wenn da alle mit dem Auto anreisen würden, käme das nicht gut», sagt Merlo. 

Er habe in letzter Zeit ebenfalls festgestellt, dass immer weniger Leute auf dem Friedhof «Im Zelgli» beerdigt würden. «Erdbestattungen nehmen stetig ab. Stattedssen verstreuen viele Angehörige die Asche der Verstorbenen selbst an einem passenden Ort», sagt er. Andere nähmen die Urne mit Nachhause. Von den 120 bis 140 Todesfällen im Jahr in der Gemeinde Illnau-Effretikon würden heute nur noch etwa 100 begraben. 

Auf dem Belegungsplan der Ruhestätte sieht man, dass die meisten Gräber noch besetzt sind. Als der Friedhof Anfang der 50er-Jahren gebaut wurde, sei die Feuerbestattung noch kein grosses Thema gewesen. «Zuvor mussten auch noch alle Effretiker in Illnau begraben werden», sagt Merlo. Der Bau des Friedhofs war eine grosse Veränderung für die Gemeinde.

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