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So schützen sich Senioren während den Wintermonaten

Sturzgefahr im Zürcher Oberland

So schützen sich Senioren während den Wintermonaten

Rutschige Strassen, Gehwege und Trottoirs erhöhen zu dieser Jahreszeit das Verletzungsrisiko – besonders bei Senioren. Es gibt aber hilfreiche Tipps, mit denen Unfälle verhindert werden können.

Rosa
Schmitz
Donnerstag, 10. Januar 2019, 05:50 Uhr Sturzgefahr im Zürcher Oberland
«Kalte Temperaturen, kurze Tage – das belastet eine Person», sagt Eva Eidenbenz, Mitarbeiterin der Organisation «Heime Uster».
Manuela Herrmann

Eis, Schnee und halb geschmolzener Matsch schränken in den Wintermonaten die Bewegungsfreiheit vieler Menschen ein. Es kommt in dieser Jahreszeit oft zu Stürzen. 17‘000 pro Saison sind es laut der Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt Suva. Bei Senioren können diese Unfälle üble Folgen haben: gebrochene Knochen, Frakturen, Prellungen und Platzwunden. Während junge Menschen sich von diesen Verletzungen relativ rasch erholen, sind sie für ältere Menschen oft mit Komplikationen verbunden.

Nicht nur draussen, auch in der eigenen Wohnung lauern Gefahren: «Wenn nach einem Spaziergang draussen die Schuhe nicht direkt vor der Wohnung ausgezogen werden, können im Wohnbereich durch das Wasser an den Sohlen Pfützen entstehen, die wiederum das Verletzungsrisiko erhöhen», vermerkt das Spital Wetzikon. In den kommenden Monaten gelte deshalb: «überlegt und vorsichtig bewegen.»

«Junge Menschen stecken das gut weg»

Eingeschränkt sind vor allem die Menschen, die in einem Altersheim zu Hause sind. «Sie können nicht hinaus, wenn die Strasse nicht geräumt und das Salz nicht gestreut ist. Sonst käme es zu Unfällen», sagt Hans Bühler, Mitarbeiter der Stiftung Drei Tannen in Wald. Das schlage auf die Stimmung. «Als Alternative bietet die Stiftung Drei Tannen deswegen Ausflüge mit dem Auto an», sagt Bühler.

Für Fahrten ins Dorf würde es beispielsweise einen Pendelbus geben, der die Altersheim-Bewohner jeweils am Mittwoch mitnimmt. Und durch verschiedene Aktivitäten im Haus, würden die Mitarbeiter versuchen, den Alltag so zu gestalten, dass die Bewohner nicht gelangweilt sind. «Junge Menschen stecken die Jahreszeit meist gut weg, doch ältere spüren, wie der Körper schwerfälliger wird und die kalte Jahreszeit aufs Gemüt schlägt.»

Gefangen im Altersheim

Auch Eva Eidenbenz, Mitarbeiterin der Organisation «Heime Uster», sagt: «Kalte Temperaturen und kurze Tage – das belastet eine Person». Das Personal im Wohn- und Altersheim wird unter anderem deshalb in Sachen angeschlagenes Gemüt geschult.

Die Betreuer würden individuell mit den Bewohnern sprechen und ihnen beistehen, wenn sie Unterstützung bräuchten. «Und wir achten darauf, dass Eis, Schnee und halb geschmolzener Matsch geräumt werden und ordentlich gesalzen wird», sagt sie, «damit die Menschen nicht im Haus gefangen sind.»

Tipps und Tricks

Tendenziell sollten Jung und Alt wohl den Gang nach draussen vermeiden, wenn Unwetter herrscht und ein sicheres Vorankommen nicht gewährleistet ist, sagt die Schweizerische Unfallversicherungsanstalt Suva. Allerdings gibt es hilfreiche Tipps, mit denen Unfälle vermieden werden können.

«Grundsätzlich lässt sich sagen, dass Senioren in den Wintermonaten einfach vorsichtiger sein sollten», heisst es beim Spital Wetzikon. Einige einfache Ratschläge wären den Wetterbericht zu beachten und dem Wetter entsprechendes und geeignetes Schuhwerk zu tragen. Zudem sollten frisch verschneite Flächen vermieden werden, da man unter dem Schnee verborgene Eisbildungen nicht sehen kann. Stöcke beim Spazieren Stöcke könnten ausserdem hilfreich sein, um nicht auszurutschen. Sollte es trotzdem zu einem Sturz kommen, kann das Verletzungsrisiko durch das richtige Verhalten reduziert werden. «Sie sollten stets versuchen, den Kopf zu schützen», so das Spital weiter. «Beim Vorwärtsfallen sollte man sich mit den Händen abstützen, beim Rückwärtsfallen, das Kinn in Richtung Brust drücken.»

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