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Ärger über Bus-Chaos im Zürcher Oberland

Zahlreiche Verspätungen wegen Schneefall

Ärger über Bus-Chaos im Zürcher Oberland

Der Schneefall im Zürcher Oberland legt ganze Buslinien lahm. Dies können viele Pendler nicht verstehen. Die VZO erklären sich.

Annette
Saloma
Donnerstag, 10. Januar 2019, 12:30 Uhr Zahlreiche Verspätungen wegen Schneefall
Verspätungen und Ausfälle gab es auch am Donnerstag auf dem VZO-Liniennetz.
Bild: Christian Merz

Am Donnerstagmorgen kurz vor 10 Uhr melden die Verkehrsbetriebe Zürichsee und Oberland erneut Verspätungen und Kursausfälle im gesamten Verbundsgebiet. «Grund dafür ist Schneeglätte», steht auf der Homepage der VZO. Bereits am Mittwochabend kamen die VZO-Busse ins Rotieren. 

Umleitungen, Verspätungen und Strassensperrung

Die Buslinie 940 zwischen Oetwil am See und Männedorf wurde umgeleitet. Die verschiedene Haltestellen konnten nicht bedient werden. Die Buslinie 850/851 zwischen Wetzikon Kempten und Bauma war von 18.30 bis 20 Uhr unterbrochen. Die Kantonspolizei hat die Strasse für rund eine Stunde für jeglichen Verkehr gesperrt. Die Buslinie 854 zwischen Bauma und Rüti, Abfahrt um 21.22 ab Bauma, fiel aus.

Der Schnee legte den Busverkehr teilweise lahm. (Bild: Christian Merz)

Wie die VZO auf Anfrage mitteilt, hätten alle anderen 50 VZO-Linien ohne Unterbruch verkehrt, teilweise aber mit Verspätungen. Unfälle habe es keine gegeben.

«Wir haben eine Verantwortung gegenüber den Fahrgästen, den anderen Verkehrsteilnehmern und uns selber.»

Bus-Chauffeurin auf Facebook

Auf Facebook sorgt die Situation für hitzige Diskussionen. Pendler fragen sich, warum die VZO mit dem Schneefall überfordert sind. «Was machen die, wenn es mal richtig Schnee und Eis hat?», fragt sich eine Frau. «Das ist ja noch nichts.»

Bus-Chauffeurin bittet um Nachsicht

In die Diskussion schaltet sich eine Bus-Chauffeurin ein. «Das hat nichts mit Können zu tun. Sondern damit, dass wir Chauffeure eine Verantwortung gegenüber den Fahrgästen, den anderen Verkehrsteilnehmern und uns selber haben», schreibt sie. «Denn wenn etwas passieren würde, dann sind wir die, die dafür gerade stehen müssen.»

Schneeräumungsfahrzeuge waren auch am Donnerstag im Dauereinsatz. (Bild: Christian Merz)

Es gehe schliesslich nicht um einen PKW mit gut 2 Tonnen Gewicht, sondern um Standardbusse mit etwa 18 Tonnen beziehungsweise Gelenkbussen mit rund 26 Tonnen. «Wir alleine tragen die Verantwortung! Oder wie würden Sie sich in einer solchen Situation entscheiden? Ich bitte um etwas Nachsicht.»

«Bei angekündigtem Schneefall empfehlen wir unseren Fahrgästen, bei dringlichen und wichtigen Terminen mehr Reisezeit einzuplanen und einen Bus früher zu nehmen»

Joe Schmid, Leiter Angebot und Markt bei den VZO

Das lassen andere Facebook-User nicht gelten. In den Bergen habe es schliesslich auch Schnee. Und auch dort trügen die Chauffeure eine Verantwortung. Worauf die Busfahrerin erwidert, dass dort Schneeketten in den Einsatz kämen. Und es abgesehen davon am Mittwochabend in Chur und im Engadin auch zu Ausfällen gekommen sei. 

Zusätzliches Personal und Schneeketten

Joe Schmid, Leiter Angebot und Markt bei den VZO, kann den Unmut der Passagiere verstehen. «Bei angekündigtem Schneefall empfehlen wir unseren Fahrgästen, bei dringlichen und wichtigen Terminen mehr Reisezeit einzuplanen und einen Bus früher zu nehmen», sagt er.

Wie er weiter ausführt, sei mit dem Wissen über den Schneefall alleine der Schnee noch nicht von den Strassen geräumt. «In unserer Leitstelle in Grüningen werden Wetterradar und Livecams dauernd beobachtet, zusätzliches Personal bereitgestellt und Fahrzeuge mit Schneeketten vorbereitet», sagt Schmid. Auch stünde man in direkten Kontakt zu den Schneeräumungsdiensten, die Strassen mit Buslinien immer prioritär räumen würden.

Leitstelle der VZO in Grüningen. (Bild: VZO)

Zum Vergleich mit den Bergen sagt Schmid, dass die Schneemenge keinen Einfluss auf die Stabilität des Fahrplans und die allgemeine Geschwindigkeit des Verkehrs habe. «Oft sind kleine Schneemengen viel rutschiger, weil hier ein gefrierender und sehr rutschiger Belag entsteht; mehr als das bei wirklich grossen Mengen von Schnee der Fall ist.»

Fünf Busse könnten insgesamt mit Schneeketten ausgerüstet werden. Diese würden an neuralgischen Orten bereitgestellt, wie zum Beispiel auf dem Pfannenstiel, im Tösstal oder nach Ringwil. «Oft ist der Einsatz der Schneekettenfahrzeuge auf ein paar wenige Kurse beschränkt, weil die anderen Strassen dann wieder schwarz geräumt sind», sagt Schmid.

Schneeketten-Montage bei einem VZO-Bus. (Bild: VZO)

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Ich weiss nicht, wieviele der Motzer die Strecke Oetwil - Männedorf kennen! Ein 28 Tonnen schweres Gelenkfahrzeug kann von oben nach unten zu einem komplett unkontrollierbaren Geschoss werden! Soviel Physikverständnis sollte eigentlich jedermann/frau haben! Wenn der Chauffeur, ich fahre hier nicht, umarme ich ihn! Wer möchte schon schwerverletzt in einer Busruine liegen?? Also Leute, hold on!! Danken wir den verantwortungsvollen Mitarbeitern, die uns schützen und vor Unbill bewahren. Übrigens, am Abend in der tiefverschneiten Nacht von Oetwil nach Männedorf zu Fuss gehen, ist doch ein Supererlebnis!

Es werden immer Fahrer gesucht vor allem solche die noch besser fahren können und Autos die im Weg stehen weg Zaubern können etc. bitte meldet Euch doch bitte !!!!! Ein Chauffeur der sein Beruf liebt und die Fahrgäste sicher ans Ziel bringen will !!!!!

Alle Jahre wieder... das "grosse" Schneechaos... auch ich bedanke mich bei allen, die Schnee räumen, die Tag und Nacht abrufbereit sind... für uns. Wir sind einfach zu verwöhnt.... alle paar Minuten ein Bus oder Zug während dem ganzen Jahr...
Auch die Chauffeure und Lokführer stehen Tag und Nacht für uns im Einsatz...auch Ihnen ein herzliches Danke schön..
Es gibt Orte im Ausland wo man stundenlang auf den Bus warten muss... vielleicht kommt er vielleicht nicht... ich finde es schade, wenn man oder frau sich über Sachen aufregen, die man nun halt mal nicht ändern kann... uns geht es doch sehr gut in der schönen Schweiz auch mit Schnee
Die Bergregionen sind ja für die Wintersportler auf den Schnee angewiesen und wenn Frau Holle halt mal ein paar Flocken zuviel über dem Flachland ausschüttet, dann sollten wir es gelassen nehmen
bis im Sommer schmilzt er sicher wieder... mit einem fröhlichen Lächeln geht vieles einfacher und ist auch lebenswerter. Oder?

Ich habe volles Verständnis für die VZO. Aber meine Erfahrung am Mittwoch Abend lassen auf eine nicht ganz optimale Disposition schliessen: Ich komme um 19.30 Uhr zur Station Kempten Talhof. Da steht ein Bus Nr. 851. Ich steige ein und sehe auf dem Bildschirm: Abfahrt in 17 Minuten. Ich frage den Chauffeur und er bestätigt mir diese Angabe. Da der Bus mit Nr. 851 erst um 19.43 fahre und der 850 im Emmetschloo stecken geblieben sei, warte er hier. Dies bedeutete, dass alle Passagiere auf der Strecke zum Bahnhof die Züge S3, S5 und S14 verpassten. Es ist klar, dass in einem solchen Fall nicht alle Passagiere befördert werden können, nur ist es nicht einzusehen, warum in einem solchen Fall ein Bus 15 Minuten warten soll. Die Busnummern könnten einfach geändert werden.

Typisch "Autofahrer" ... Bei ein wenig Schnee den eigenen Wagen stehenlassen, aber in den Medien die VZO/ZVV kritisieren, sie seien Anfänger ... «Was machen die, wenn es mal richtig Schnee und Eis hat?», fragt sich eine Frau. «Das ist ja noch nichts.» Solche Leute gehören "ausgesperrt aus den ÖV" - schade kann man die nicht genau erruieren. Wetten, dass 50% der Einzelbillettlöser in den latzten Tagen solche Typen sind...

Genau so ist es, etwas mehr Respekt und Nachsicht seitens Fahrgäste wäre in solchen Situationen angesagt. Wenn in solchen Situationen dann der Frust über teure Fahrpreise hochkommt, dann bitte nicht am Fahrpersonal auslassen. Die Fahrpreise werden an einem anderen Ort festgesetzt.

Einen grossen Dank an alle Mitarbeiter der VZO, ihr macht einen super Job. Danke!

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