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So viel kostet die Trockenheit die Wetziker Steuerzahler

Hitzesommer 2018

So viel kostet die Trockenheit die Wetziker Steuerzahler

Die trockenen Sommermonate machen sich auch in der Wetziker Stadtkasse bemerkbar. Die durch die Dürre entstandenen Kosten gehen in die Hunderttausende. Langzeitfolgen sind dabei noch nicht eingerechnet.

Andreas
Kurz
Freitag, 04. Januar 2019, 16:40 Uhr Hitzesommer 2018
Wegen dem trockenen Sommer musste Wetzikon vergangenes Jahr viel mehr Trinkwasser von ausserhalb beziehen.
PD

Für die einen war es schlicht ein Traumsommer – für andere gibt er Anlass zur Besorgnis. Unter dem Eindruck des Rekordsommers reichten drei Parlamentarier der Wetziker Grünen eine Anfrage beim Stadtrat ein. Lang andauernde Hitzewellen seien nicht nur ein Risiko für gewisse Bevölkerungsgruppen, so die Grünen, auch die Natur habe unter der Hitze gelitten. «Auf den Feldern vertrockneten Pflanzen. Bäume verloren schon im Sommer ihr Laub. Fische starben in immer wärmeren, immer weniger Wasser führenden Gewässern», schreiben Christine Walter, Esther Kündig und Benjamin Walder.

Mit einem Dutzend Fragen zum «Hitzesommer 2018» wollten die Parlamentarier deshalb vom Stadtrat wissen, welche Folgen die Trockenheit in Wetzikon hat und mit welchen Massnahmen die Stadt darauf reagiert. Nun liegt die Antwort des Stadtrats vor. Er habe erst einen vorläufigen Überblick, die Langzeitfolgen der sehr trockenen Witterung würden erst mit der Zeit sicht- und abschätzbar, schreibt der Stadtrat.

Der Rückblick auf den Hitzesommer 2018 von Züriost-Redaktorin Deborah von Wartburg:

Einzelne Folgen waren hingegen für jedermann sichtbar: So wurden Anfang August auf dem gesamten Stadtgebiet die Brunnen abgestellt und die Bevölkerung dazu aufgerufen, das Bewässern von Rasenflächen zu unterlassen. Um Wasser zu sparen ist die Stadt auch selbst aktiv geworden. So sei das Giessen von öffentlichen Rabatten und Bäumen auf ein Minimum reduziert und Rasenflächen nicht mehr bewässert worden. Auch die Reinigung von Fahrzeugen des Unterhaltsdiensts habe man auf das absolute Minimum reduziert.

Trinkwasserkosten verdreifacht

Einen direkten Einfluss hatte der ausbleibende Regen auf die Trinkwasserversorgung der Stadt. Weil die eigenen Quellen versiegten, musste Wetzikon mehr Wasser von ausserhalb beziehen. Normalerweise betrage der Anteil des Wassers aus der Gruppenwasserversorgung Zürcher Oberland 20 Prozent. Diesen Sommer habe dieser Wert jedoch auf 80 Prozent zugenommen. Bereits Ende Juni war die beschaffte Menge an Seewasser so gross wie im ganzen Jahr 2017. Und das Wasser kam nicht zum Nulltarif: Der Stadtrat rechnet, dass sich die Beschaffungskosten für Trinkwasser verdreifacht haben. Statt normalerweise 150’000 Franken dürften sie vergangenes Jahr auf rund 450’000 Franken angestiegen sein.

Aufgrund der Beteiligung an der Gruppenwasserversorgung sei Wetzikon zwar gut gerüstet, trotzdem prüfe man zusätzliche Massnahmen, so der Stadtrat. Um die Richtlinien für die Trinkwasserversorgung einzuhalten werde derzeit ein Projekt zur Sanierung einer wichtigen Quellfassung mit geschätzten Kosten von drei Millionen Franken bearbeitet. Zudem müssten möglicherweise zusätzliche Quellen für die Nutzung gesucht werden.

Nachdenken über neue Verbote

In den öffentlichen Anlagen seien vor allem Rasenflächen in Mitleidenschaft gezogen worden. Für die Neuansaat der beschädigten Flächen rechnet der Stadtrat mit Kosten von rund 5000 Franken. Die Schäden an weiteren Pflanzen liessen sich zum heutigen Zeitpunkt sehr schwer abschätzen, da diese erst im Frühling definitiv erkennbar seien. Eine grobe Schätzung gehe jedoch davon aus, dass rund fünf Prozent der Pflanzen ernstere Schäden davongetragen haben und allenfalls ersetzt werden müssen.

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Der Stadtrat habe aus den Erfahrungen des Sommers auch Schlüsse gezogen: So will er bei ähnlichen Situationen die Kommunikation mit der Bevölkerung verstärken. Ausserdem seien die erwähnten Massnahmen für die längerfristige Sicherstellung der Wasserversorgung notwendig. Zusätzlich denke der Stadtrat über Verbote für Nutzungen mit grossem Wasserverbrauch nach. Dazu müssten aber erst die gesetzlichen Grundlagen geschaffen werden.

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