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Alter Friedhof kommt unter die Obhut der Kirche

Volketswil

Alter Friedhof kommt unter die Obhut der Kirche

Vor einem Jahr haben die Mitglieder der Reformierten Kirchgemeinde Volketswil den Kauf des alten Friedhofs abgelehnt. Nun wird sich die Kirche trotzdem um die Fläche kümmern.

Redaktion
Züriost
Sonntag, 30. Dezember 2018, 18:52 Uhr Volketswil
Der alte Friedhof in Volketswil ist in keinem guten Zustand.
Archivfoto: Nathalie Guinand

Dass die Politische Gemeinde Volketswil den alten Friedhof aufheben wollte, erhitzte vor einem Jahr manche Gemüter. Zusätzlich entschied sich die reformierte Kirchengemeinde im November 2017 gegen einen Kauf des Landes, das in der Folge im Besitz der Gemeinde blieb. «Wichtig ist, dass die politische Gemeinde das Land nun nicht an den Meistbietenden verkauft und es anschliessend bebaut wird, sagte Pfarrerin Gina Schibler damals. 

Eine vom Gemeinderat eingesetzte Arbeitsgruppe erarbeitete in der Folge Gestaltungslösungen, um auf die Bedürfnisse der verschiedenen Anspruchsgruppen einzugehen. «Als bevorzugte Lösung zeichnete sich bald einmal eine Zukunftsvision des alten Frieshofes ab, die sich mit dem Grundsatz ‹in Würde altern› bezeichnen liesse», schreibt der Gemeinderat in einer Mitteilung. Das heisst, dass man den alten Friedhof im jetzigen Erscheinungsbild belässt, jedoch die Grabmäler, die instabil werden, räumt und die entstandene Lücke mit Wiese bepflanzt. Ebenso soll die bestehende Bepflanzung der Gräber entfernt und mit Rasen ersetzt werden. «Damit bleibt der alte Friedhof Teil des Ensembles und trägt damit weiterhin zum äusseren Gesamterscheinungsbild der Kirche bei.» 

Neue Nutzungsvereinbarung

Eine neue Vereinbarung zwischen Reformierter Kirche und Politischer Gemeinde sieht nun vor, dass der alte Friedhof bis auf weiteres von der Reformierten Kirche in Obhut genommen wird, jedoch im Grundeigentum der Politischen Gemeinde bleibt. «Die Kirche wird im Rahmen dieser Nutzungsvereinbarung sicherstellen, dass die Lösung der Arbeitsgruppe nachhaltig umgesetzt wird und der alte Friedhof weiterhin seine Rolle als Ort der Besinnung und Einkehr einnehmen kann», schreibt der Gemeinderat abschliessend. 

Dass der Gemeinderat die Reihengräber auf dem alten Friedhof überhaupt aufheben wollte, hängt mit der fortschreitenden Zersetzung der Grabsteine zusammen. Da man schon über 20 Steine hätte ablegen müssen und weitere zu kippen drohten, stand die Frage der Sicherheit im Raum. Zudem sei der Erhalt schlichtweg eine Kostenfrage, doch der Friedhof sei ein «Fass ohne Boden», wie es Rudolf Fischer, Friedhofsverwalter der Gemeinde im letzten Jahr ausdrückte. «Nehmen wir nun mehrere Tausend Franken in die Hand, um ihn zu sanieren, stehen wir in ein paar Jahren wieder am selben Punkt. Da investieren wir das Geld lieber in die Auflösung der Gräber.» (lcm)

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