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Neuer Anlauf für Freibad-Traglufthalle

Winterthur

Neuer Anlauf für Freibad-Traglufthalle

Die Stadt Winterthur soll nun doch noch eine Traglufthalle im Freibad Geiselweid bekommen: Der Stadtrat Winterthur hat im Auftrag des Grossen Gemeinderates ein Projekt ausgearbeitet - obwohl er selber das Projekt aus finanziellen und ökologischen Gründen ablehnt. Der Kreditantrag beläuft sich auf 2,28 Millionen Franken.

Agentur
sda
Donnerstag, 20. Dezember 2018, 10:42 Uhr Winterthur
Das Freibad Geiselweid soll im Winter mit einem Dach versehen werden. (Bild: zvg)

Seit Jahren kursiert in Winterthur die Idee, das 50-Meter-Becken des Freibades Geiselweid zu überdachen, um es so auch im Winter nutzen zu können. Ende März 2017 lehnte der Grosse Gemeinderat die Volksinitiative «Geiselweid Traglufthalle im Winter» ab, weil diese seiner Meinung nach nicht mit den Energiezielen der Stadt vereinbar gewesen wäre und beschloss einen Gegenvorschlag.

Dieser Gegenvorschlag entsprach dem Initiativtext, ergänzte diesen aber um Angaben zur Heizung. Er hielt fest, dass die Halle mit Fernwärme oder erneuerbaren Energieträgern beheizt werden solle. Der Stadtrat war auch gegen den Gegenvorschlag, musste aber auf Anweisung des Stadtparlaments eine neue Vorlage erarbeiten.

Traglufthalle der neusten Generation

Im Bauprojekt, das der Stadtrat laut einer Mitteilung der Stadt vom Donnerstag nun vorlegt, sei mit einer Traglufthalle «der neusten Generation» geplant worden. Diese verfüge über einen doppelt so guten Dämmwert wie ältere Produkte. Durchsichtige Folien auf beiden Seiten sollen zudem für verbesserte Aufenthaltsqualität sorgen.

Fernwärme aus der Kehrichtverbrennung soll Halle und Wasser heizen. Die bezogene Fernwärme soll mit dem Kauf von Biogaszertifikaten kompensiert werden, da im Kanton Zürich die Beheizung von Traglufthallen nur mit erneuerbaren Energieträgern oder mit nicht anders nutzbarer Abwärme erlaubt ist. Dies soll in einem Vertrag zwischen dem Sportamt und dem Stadtwerk geregelt sein.

Geld aus dem Sportfonds

Die Traglufthalle soll das Becken jeweils von Anfang Oktober bis Ende April überdecken und mit Hilfe der Wassersportvereine auf- und abgebaut werden. Die Halle werde über einen neuen Ausgang bei den Garderoben für Lehrkräfte erschlossen sowie über einen Zelttunnel über den bestehenden Fussweg.

Zusätzlich werden im Winterhalbjahr WC- und Duschcontainer aufgebaut und mit einem Heissluftgebläse geheizt. Im Projekt wird mit 90 Betriebsstunden gerechnet, davon sollen 50 Stunden beaufsichtigt werden. Die restlichen 40 Stunden sind für Schulen und Sportvereine vorgesehen, die die Beaufsichtigung selber organisieren.

Die Anlagekosten belaufen sich laut Mitteilung auf 2,485 Millionen Franken. 200'000 Franken gab der Stadtrat bereits für die Projektausarbeitung frei. Der Kanton wird sich mit rund 15 Prozent oder 370'000 Franken an den Investitionskosten beteiligen. Das Geld soll aus dem Sportfonds entnommen werden. Der Verein Traglufthalle Winterthur. dem auch die Wassersportvereine angehören, steuert weitere 50'000 Franken bei.

Eröffnung im Winter 2020/21

Das Bauprojekt rechnet mit jährlichen Kosten von 460'000 Franken für Finanz-, Unterhalts-, Energie- und Personalkosten. Die Kosten des aktuellen Bauprojekts sind somit höher diejenigen früherer Ideen: Bisher wurde mit nur 1,5 Millionen Franken Baukosten gerechnet und mit bis zu 220'000 Franken für die jährlichen Betriebskosten.

Sollte der Grosse Gemeinderat im ersten Quartal 2019 den Kredit freigeben, könnten die Winterthurer und Winterthurerinnen frühestens im Winter 2020/2021 im überdachten Freibad Geiselweid planschen.

Die Überdachung des Schwimmbeckens ist seit Jahren aktuell, weil in der Region im Winter zu wenig Becken zu Verfügung stehen. 2012 hatte der Grosse Gemeinderat bereits einmal rund 5 Millionen Franken für das sogenannte Cabriodach bewilligt. An der Urne war das Projekt dann jedoch chancenlos.

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