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Unfallverursacher hatte 1,44 Promille im Blut

Frontalkollision zwischen Rikon und Kollbrunn

Unfallverursacher hatte 1,44 Promille im Blut

Mit Medikamenten und Alkohol im Blut fuhr ein Mann Mitte Februar 2016 auf der Tösstalstrasse frontal in ein entgegenkommendes Fahrzeug und verletzte ein älteres Ehepaar schwer. Am Mittwoch stand er vor dem Winterthurer Bezirksgericht.

Redaktion
Züriost
Samstag, 15. Dezember 2018, 08:00 Uhr Frontalkollision zwischen Rikon und Kollbrunn
Der Beschuldigte des Autounfalls zwischen Rikon und Kollbrunn stand am Mittwoch vor Bezirksgericht.
Kantonspolizei Zürich

Mitte Februar 2016 prallten zwei Autos auf der Tösstalstrasse zwischen Rikon und Kollbrunn frontal ineinander. Der damals 41-jährige Unfallverursacher musste sich diese Woche vor dem Bezirksgericht Winterthur verantworten. An den Unfall hatte er jedoch keine einzige Erinnerung, wie der «Landbote» gestern berichtete.

Der Beschuldigte fuhr damals Richtung Kollbrunn und geriet ausgangs einer lang gezogenen Linkskurve nach rechts über den Fahrbahnrand hinaus. In der Folge riss er das Steuer zu weit nach links, geriet auf die Gegenfahrbahn und prallte frontal in ein entgegenkommendes Fahrzeug. Darin befand sich ein älteres Ehepaar, das sich schwere Verletzungen zuzog: mehrere Knochenbrüche im Oberkörper und den Beinen und Gehirnerschütterungen. «Lebensbedrohlich», steht dazu in der Anklageschrift. Der Unfallverursacher kam mit einem offenen Unterschenkel glimpflicher davon. Die Tösstalstrasse musste nach dem Unfall mehrere Stunden komplett gesperrt werden. Beide Autos erlitten Totalschaden.

Regelmässig Patient in Kliniken

«Es wird wohl so gewesen sein», sagte der Beschuldigte gemäss «Landbote» zu diesen Schilderungen. Er befindet sich seit längerer Zeit in psychiatrischer Behandlung und ist regelmässig Patient in Kliniken. Zum Zeitpunkt des Unfalls hatte er Medikamente im Blut. Ausserdem fand die Kantonspolizei in seinem Auto eine Whiskey- und Colaflasche, die er zuvor leer getrunken hatte. 1,44 Promille musste er beim Aufprall intus gehabt haben.

Seit dem Unfall ist ihm der Führerausweis auf unbestimmte Zeit entzogen worden. Bereits 2014 wurde er mit 1,5 Promille erwischt. Damals erhielt er eine Geldstrafe und musste an Gruppensitzungen teilnehmen, an denen er über sein Alkoholproblem sprach.

«Nicht zwingend der Alkohol schuld»

Der Staatsanwalt forderte am Mittwoch eine bedingte Freiheitsstrafe von zwei Jahren mit einer Probezeit von vier Jahren. Der Verteidiger plädierte, den Beschuldigten wegen Nichtbeherrschens des Fahrzeuges zu verurteilen und verlangte eine Busse von 500 Franken sowie eine Geldstrafe von 180 Tagessätzen à 10 Franken. Er argumentierte unter anderem, dass nicht zwingend der Alkohol am Unfall schuld war, der Beschuldigte sei eine «alkoholgewohnte Person». Der Fahrfehler könne jedem, auch einem nüchternen Fahrer, passieren.

Das überzeugte das Gericht aber gar nicht. Es ordnete an, die Alkohol-Rückfallgefahr durch einen Gutachter prüfen zu lassen. «Die Gefahr ist zu gross. Tendenziell hätten wir uns jetzt eher für eine unbedingte Freiheitsstrafe entschieden». Der Beschuldigte solle das Gutachten als Chance sehen. Das Urteil wird voraussichtlich in der zweiten Hälfte 2019 gefällt.

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