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224 Seiten Dübendorf

Das neue Heimatbuch ist da

224 Seiten Dübendorf

Armut, frühere Innovationen auf dem Flugplatz, Dübendorfer Brunnen und dazu eine Sage: Die Autoren des Dübendorfer Heimatbuchs sind auch in diesem Jahr thematisch in die Vollen gegangen.

Thomas
Bacher
Samstag, 15. Dezember 2018, 16:10 Uhr Das neue Heimatbuch ist da
21 Autoren haben sich am Heimatbuch 2018 beteiligt.
Thomas Bacher

Die erste Geschichte im neuen Dübendorfer Heimatbuch ist eine Abhandlung zum Thema Armut vom Mittelalter bis Mitte des letzten Jahrhunderts – mit zahlreichen Auszügen aus lokalen Aufzeichnungen, welche das Thema fassbar machen. Im Text zeigt der Autor auf, wie sich der Begriff «Armut» über die Jahre verändert hat. Und auch der Umgang mit den betroffenen Menschen.

So galt Armut einst als gottgewolltes Schicksal, das Spenden von Almosen war nicht zuletzt aus religiösen Gründen weit verbreitet. Dann kam die Schuldfrage ins Spiel, es wurde unterschieden zwischen Arbeitsscheuen und echten Bedürftigen. Der Pfarrer stellte nur dann ein Armutszeugnis aus, wenn er bei einer Prüfung eine «Liebe zur Arbeit» feststellte. War das nicht der Fall, gab es keine Hilfe. So oder so zog Armut so genannte Ehrenfolgen mit sich: Den Männern wurde etwa das Bürger-, Stimm- und Wahlrecht entzogen.

Der Prinz darf nicht fehlen

Ein weiterer Beitrag ist die Sage vom Sagentobel. Die Geschichte beginnt mit einer Referenz an «Aschenputtel» und «Hänsel und Gretel» und bekommt dann mit dem Auftauchen des Dübendorf Wappentiers – dem Einhorn – einen sagenhaften Dreh. Es gibt eine hübsche und grossherzige Hausmagd, eine böse Witwe, allerlei fieses Getier, und auch ein Prinz darf nicht fehlen. Abgerundet wird das Ganze durch sachliche Informationen über die Flora, Fauna und Geologie im Sagentobel.

Es folgt eine 18-seitige Exkursion zu den Brunnen Dübendorfs, zu denen der Autor zumeist eine kleine Geschichte liefert und dabei auch ein paar versteckte Trouvaillen ins Licht rückt.

Skurrile Flugapparate

Dass der Zusammenhang von Innovation und Flugplatz keine neue Erfindung ist, zeigt die Geschichte «Flugplatz Dübendorf als innovativer Kraftort». So gab es bereits von 1910 bis 1916 eine Art Innovationspark: In den Hangars des Dübendorfer Flugfeldes entwickelten Erfinder funktionsfähige, aber aus skurrile Flugapparate. Innovativ war auch die Funkstation, welche als zentrale Kommunikationsstelle für die zivile Luftfahrt diente. Am 18. August 1932 erfolgte der Aufstieg des Stratosphärenballons von Auguste Piccard und Max Cosyns. Piccards Neffe Bertrand war von 2007 bis 2015 mit seinem Projekt «Solar Impulse» ebenfalls Gast auf dem Flugplatz Dübendorf.

Weitere Berichte thematisieren das Lycée Français, den «Feldhof» oder das Hilfsprojekt der Dübendorferin Inge Schmidt in Kenia, es gibt einen Rückblick auf 50 Jahre Musikschule Region Dübendorf sowie einen Artikel über das Kinderhaus Imago, in dem Vorschulkinder mit und ohne Behinderung betreut und gefördert werden.

Den Abschluss macht wie immer ein ausgiebiger Chronikteil mit Würdigungen, Nachrufen  sowie kleinen oder auch etwas grösseren Ereignissen des zu Ende gehenden Jahres.

Heimatbuch Dübendorf 2018, 224 Seiten, Auflage 2800 Exemplare, Umschlaggestaltung durch die Dübendorfer Künstlerin Lisa Olia. Bestellt werden kann das Heimatbuch bei Trudi Trachsler, Alte Gfennstrasse 34, 8600 Dübendorf oder unter trachsler@glattnet.ch. Den Buchpreis legen die Leser individuell fest.

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