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«Schreibstar» 2018

Sieg mit bärenstarker Geschichte und einem verwöhnten Kater

Über 300 Zuschauer haben am Donnerstagabend im Stadthofsaal in Uster die Sieger des «Schreibstars 2018» gekürt. Im diesjährigen Schreibwettbewerb der Zürcher Oberland Medien AG verfassten die Teilnehmer Tiergeschichten. Gewonnen haben am Ende Jacqueline Bächtold aus Grafstal und Claudia Schudel aus Laupen.

Jennifer
Furer
Donnerstag, 13. Dezember 2018, 21:54 Uhr «Schreibstar» 2018

Esel, Flamingos, Wölfe, Affen und Schweine: Auf der Bühne des Stadthofsaals ging es am Donnerstagabend tierisch zu und her. Ganz nach dem Motto des diesjährigen «Schreibstar»-Wettbewerbs: Tiergeschichten.

Daniel Sigel, CEO der Zürcher Oberland Medien AG, wagte sich in diesen Dschungel  von Modelltieren und eröffnete den Schreibwettbewerb der Zürcher Oberland Medien AG mit den Worten: «Ich bedanke mich ganz herzlich, dass sie sich in der Zeit, in der kurze Textnachrichten dominieren, auch Zeit nehmen für etwas längere Geschichten und so zahlreich erschienen sind.» Tatsächlich fanden über 300 Leute den Weg in den Ustermer Stadthofsaal an die Verleihung des fünften Schreibstars.

Der Züriost-Live-Stream zur Final-Gala:

«Geschichten-Onkel» im Dschungelsessel

Moderator Giacinto In-Albon untermauerte, was Sigel zuvor gesagt hat: Über 340 Geschichten von 326 Autoren sind in den vergangenen Wochen eingesendet worden. Die besten Geschichten wurden im Schreibstar-Buch «Die schönsten Tiergeschichten» verewigt. Am Donnerstagabend ging es bei acht Finalisten um den Schreibstar-Titel. Drei Teilnehmer kämpften in der Kategorie «Youngster» um den Sieg und fünf Autoren ab 16 Jahre wollten sich in der Kategorie Erwachsene den Titel krallen.

Gebannt lauschten die Anwesenden den Worten – im Saal war es trotz der vielen Anwesenden mucksmäuschenstill.

Bevor das Publikum für ihren Favoriten per SMS abstimmen konnte, las «Geschichten-Onkel» Marco Caduff in seinem Dschungelsessel in der Mitte der Bühne die Tierstories mit seiner eingängigen, sonoren und hörbuchtauglichen Stimme vor. Der Mann mit den zusammengebundenen, weissen Haaren war komplett schwarz gekleidet, denn nicht er, sondern die Geschichten sollten im Vordergrund stehen. Gebannt lauschten die Anwesenden den Worten – im Saal war es trotz der vielen Anwesenden mucksmäuschenstill.

Siegerin erhält 500 Franken

In der Kategorie «Youngsters» lieferten sich die 14-jährige Janina Iwasaki aus Winterthur, die 16-jährige Jacqueline Bächtold aus Grafstal und die Doppelautorinnen Sophia Rist und Aline Corrodi, beide 14 Jahre und aus Seegräben, ein Rennen. Im SMS-Voting setzte sich am Ende Jacqueline Bächtold mit 55 Prozent der Stimmen vor Sophia Rist und Aline Corrodi (26 Prozent) und Janina Iwasaki (18 Prozent) durch.

«Ich habe sein Leid gespürt.»

Jury-Mitglied Silvana Jecklin

Die Geschichte der 16-jährigen Siegerin aus Grafstal heisst «Glitzernde Hoffnung» und handelt von einem Bären, der seit seiner Geburt darauf getrimmt wurde, zu tanzen – zum Vergnügen der Menschen und zum Leidwesen des Tieres. Bächtold umreisst die Qualen und Schmerzen, die der Bär täglich erlebt und wie er sich in der Menschenwelt gefangen fühlt. Bis er eines Tages gerettet wird und neben einem See im Bärenpark aufwacht.

Buch schreiben

Die Jury, bestehend aus der ZO/AvU-Redaktorin Deborah von Wartburg, Ruth Werren vom Wildpark Bruderhaus, Robert Zingg, Seniorkurator beim Zoo Zürich, und Schreibcoach Silvana Jecklin lobte die Geschichte. Die Autorin habe es geschafft, einen auf die Reise des Bärens mitzunehmen. «Ich habe sein Leid gespürt», sagte Jury-Mitglied Jecklin.

Für ihren Sieg erhielt Bärchtold ein Sackgeld von 500 Franken. «Was ich damit mache, weiss ich noch nicht», sagte sie verlegen. Schreiben sei ihr Hobby, aber Bächtold hoffe, dass sie es vielleicht einmal schafft, ein Buch zu schreiben.

Mit 40 Prozent der Stimmen gewonnen

Etwas knapper fiel das SMS-Voting in der Kategorie Erwachsene aus. Darin waren fünf Einzelautoren im Finale vertreten: Verena Klaus aus Forch, Martin Breitler aus Fehraltorf, Claudia Schudel aus Laupen ZH, Ursula Lerch aus Rüti ZH und Hubert Anton Aebischer aus Wetzikon

«Ich habe das nie erwartet. Vielen Dank

Siegerin Claudia Schudel

Gewonnen hat Claudia Schudel mit 40 Prozent der Zuschauer-Stimmen. Auf dem zweiten Platz landete Martin Breitler mit 27 Prozent gefolgt von Ursula Lerch mit 18 Prozent der Stimmen. Den vierten Platz belegte Hubert Anton Aebischer (14 Prozent) und auf den fünften Platz schaffte es Verena Klaus (10 Prozent).

Die Siegergeschichte von Claudia Schudel heisst «Der doppelte Kater» und handelt von der Katze Joe. Als seine Familie in die Ferien verreisst, will er unbedingt mit. Denn er fürchtet sich vor der «fetten Nachbarin» und deren Streicheleinheiten. Also springt der Kater in den Kofferraum und fährt mit der Familie von dannen.

«Eine humorvolle Geschichte»

Doch in den Ferien ist nicht alles so prächtig, wie er sich das vorgestellt hat: Ein Kater macht ihm die weiblichen Miezen streitig und schubst ihn in den Pool. Zu allem hin ruft die «fette Nachbarin» in die Ferien an und informiert die Familie, das Joe nicht zum Essen erscheint und vermutlich Tod ist. Die Familie trauert, findet aber ihren Kater Joe in den Ferien. Doch sie wissen nicht, dass es ihr Kater ist, erahnen aber die Ähnlichkeit. Sie nennen den vermeintlich streunenden Kater Lucky und nehmen ihn mit nach Hause – ohne zu wissen, dass Lucky eigentlich Joe ist.

«Es ist eine humorvolle Geschichte», sagte Jury-Mitglied Robert Zingg. Der Ausbruch des Katers aus seiner Komfortzone mit einem glücklichen Ende sei sehr liebenswert aufgeschrieben. «Ich habe das nie erwartet. Vielen Dank», sagte die Siegerin in der Kategorie Erwachsene zum Schluss.

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