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Ein 500-Kalorien-Menü für den Erfolg

KFC-Eröffnung in Volketswil

Ein 500-Kalorien-Menü für den Erfolg

Am Donnerstag um Punkt elf Uhr öffnete die neueste Kentucky-Fried-Chicken-Filiale in Volketswil seine Tore. Zwei Mal ist der Fastfood-Riese in der Schweiz bereits gescheitert, dieses Mal soll alles anders werden – unter anderem mit einem 500-Kalorien-Menu.

Dario
Aeberli
Donnerstag, 13. Dezember 2018, 19:36 Uhr KFC-Eröffnung in Volketswil

Dass Kentucky Fried Chicken, einer der grössten Fastfood-Ketten der Welt, Erfahrung darin hat Filialeröffnungen zu feiern, merkt man bereits bei der Anfahrt. Zwei schwarzgekleidete Männer eines Sicherheitsdienstes regeln den Verkehr und gewähren Medienschaffenden vor dem offiziellen Eröffnungstermin Zutritt zur Filiale. Goldene Ballone, roter Teppich und edle, rote Absperrbänder zieren den Eingang. Im Innern bereiten sich die Restaurantmitarbeiter in Poloshirts und Käppi für den bevorstehenden Kundenansturm vor und machen La-Ola-Wellen für die Fotografen.

Marco Schepers ist stolz auf die gelungene Inneneinrichtung.
Seraina Boner

Im hinteren Teil des Lokals absolviert der KFC-Länderchef Marco Schepers einen Interview-Marathon. Währenddessen schaut seine Kommunikationsverantwortliche, dass kein Medium zu kurz kommt. Durch die Fenster hinter den Esstischen sieht man direkt auf die McDonald’s-Filiale auf der anderen Strassenseite. Heute dürfte dort wohl weniger Betrieb herrschen als auch schon. «Wir haben uns nicht für diesen Standort entschieden, weil wir McDonald’s ärgern wollten», sagt Schepers. Entscheidend seien vielmehr der gute Verkehrsanschluss und die Lage direkt an der Kreuzung gewesen. KFC suchte schon lange eine Niederlassung im Kanton Zürich. «Immerhin ist das der Kanton mit den meisten Einwohnern in der Schweiz.»

Qualitätsbewusste Schweizer Kunden
Bereits zwei Mal hat KFC versucht in der Schweiz Fuss zu fassen; zwei Mal hat es nicht geklappt. 2004 scheiterte der letzte Versuch, als die letzten zwei Filialen in der Romandie geschlossen wurden. Marco Schepers war damals noch nicht dabei, rechnet aber damit, dass sich Kentucky Fried Chicken dieses Mal in der Schweiz durchsetzen kann. «Schweizer Kunden sind sehr qualitätsbewusst, das passt zu uns.»

Der KFC Gründer Colonel Sanders habe damals ebenfalls auf Qualität gesetzt und tüftelte fast 28 Jahre lang an seinem Rezept, bis er zufrieden war, sagt Schepers. Angelehnt an die Schweiz nennt er Colonel Sanders wegen seiner Präzission auch «einen Uhrmacher für Hühnchen.» Um in den lokalen Restaurants auch Schweizer Qualität gewährleisten zu können, bezieht KFC viele Lebensmittel von Schweizer Anbietern. Die wichtigste Zutat, das Poulet – oder Hähnchen, wie es Schepers nennt – bezieht KFC weiterhin aus Holland.

«Wir arbeiten auch schon an einem Menu, dass insgesamt bloss 500 Kalorien haben soll.»

Marco Schepers, Länderchef von KFC

«Wir sind momentan noch auf der Suche nach einem geeigneten Schweizer Hähnchenlieferanten», sagt er. Der Prozess zur Auswahl eines neuen Lieferanten daure allerdings rund 18 Monate. Im Mai 2019 solle das Auswahlverfahren abgeschlossen sein.

Pommes wegwerfen, aber gegen Foodwaste kämpfen
Frische, knackige, warme Pommes sind auch bei den Kunden von KFC gefragt. Damit niemand stattdessen schlaffe, kalte Kartoffelschnitze abbekommt, werden bei die nicht verkauften Fritten nach fünf Minuten weggeworfen. Das ist im Fastfood-Bereich üblich, McDonald’s entsorgt «alte» Pommes ebenfalls bereits nach wenigen Minuten. Doch Schepers möchte nicht, dass sämtliche unbrauchbaren Lebensmittel weggeworfen werden.

«In Deutschland arbeiten wir mit der ‹Tafel› zusammen, das überschüssige Nahrungsmittel sammelt und sie an Bedürftige verteilt. In der Schweiz suchen wir einen ähnlichen Partner», sagt er. Das lohne sich aber nicht für alle Lebensmittel. Poulet könne man beispielsweise gut wieder einfrieren und an eine gemeinnützige Organisation weitergeben. Weil die Fritten aber meist auf Vorrat vorproduziert würden, könne man diese nicht mehr spenden.

Kalorienarme Menus?
Dass das Essen bei KFC relativ kalorienreich ist, bestätigt Marco Schepers. Bis Anfang Januar führt die Volketswiler Filiale zudem noch einen limitierten Monster-Burger im Sortiment, den «Big Boss»: zwei dicke Poulet-Filets, zwei Scheiben Cheddar-Käse, Barbecue-Sauce und die typischen Burger Brötchen. 814 Kalorien stecken in dem 382 Gramm schweren Burger. In einem Menu mit Pepsi, einer Portion Pommes und Ketchup sind das insgesamt 1483 Kalorien gemäss dem Nährwertrechner von KFC. Das deckt etwa Dreiviertel des Kalorientagesbedarfs einer Erwachsenen Person.

Bei den Beilagen könne man viele Kalorien sparen. Schepers empfiehlt dafür die Maiskolben.
Seraina Boner

«Vor allem die geschmacksverstärkenden Saucen sind extrem kalorienreich. Zum Glück brauchen unsere Hähnchen dank unserer geheimen Gewürzrezeptur aber praktisch keine Sauce», sagt Schepers. Kalorien könne man vor allem bei den Beilagen sparen, indem man statt Pommes Maiskolben bestelle. «Den Trend zur gesunden Ernährung begrüssen wir. Wir arbeiten auch schon an einem Menu, dass insgesamt bloss 500 Kalorien haben soll“, sagt er. «Wie wir das machen, kann ich leider noch nicht verraten, sonst macht uns das noch jemand nach.»

Um elf Uhr öffnet die neue Filiale in Volketswil ihre Tore. Das Restaurant ist in kürzester Zeit prall gefüllt, die Schlange der anstehenden KFC-Fans reicht von den Kassen bis nach draussen auf den Parkplatz. Wie die Hühner auf der Stange.

Standen bereits ab elf Uhr Schlange, um bei KFC zu essen.

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