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Neue Chance nach Jobverlust

Happy End in Winterthur

Neue Chance nach Jobverlust

Mit 45 Jahren verlor Ulderico Z.* seinen Job. Es folgte eine bedrückende Zeit ohne Arbeit. Dank einer Firma in Töss kam es doch noch zum Happy End.

Tina
Schöni
Dienstag, 11. Dezember 2018, 16:13 Uhr Happy End in Winterthur

Ulderico Z.* ist erleichtert. Der 50-jährige Familienvater kann endlich wieder regelmässig arbeiten. Kürzlich bestand er die Probezeit bei der Ammann Storenbau AG in Töss. Seither gehört er zum zehnköpfigen Firmenteam und unterstützt die Servicemonteure bei ihren Kundeneinsätzen.

Nach 20 Jahren den Job verloren

Hätte man ihm vor ein paar Jahren gesagt, dass er dieser Tätigkeit einmal nachgehen wird, hätte Ulderico Z. wohl nur ungläubig den Kopf geschüttelt. Eigentlich kommt er nämlich aus einem anderen Berufsgebiet. Der 50-jährige aus Turbenthal ist ausgebildeter Maschinenoperator mit Weiterbildung zum Maschinentechniker. 20 Jahre lang arbeitete er in der Fertigung als Dreher, Fräser und Bohrwerker und zehn Jahre als Konstrukteur, bis er mit 45-Jahren die Hiobsbotschaft erhielt, dass seine Stelle gestrichen wird.

«Diese Zeit war sehr belastend.»

Ulderico Z.

«Im ersten Moment war das ein Schock für mich. Ich habe eine Frau und drei Kinder, für die ich Verantwortung trage. Im fortgeschrittenen Alter etwas Neues zu finden, ist nicht leicht», sagt er. Tatsächlich: Dreieinhalb Jahre suchte der Maschinentechniker intensiv nach einem neuen Job, jedoch ohne Erfolg. Ulderico Z. erinnert sich: «Auf jede Bewerbung erhielt ich eine Standardabsage. Diese Zeit war sehr belastend.»

Trotz wenig Erfolg stets motiviert

Motivation sammelte der Turbenthaler beim Schach und Basteln. «Ich versuchte mich mit meinen Hobbys zu beschäftigen, um nicht in eine Depression zu fallen.»
Vor einem Jahr machte ihn dann seine Frau auf den Läbesruum aufmerksam. Der soziale Verein unterstützt Menschen wie Ulderico Z., um wieder zurück in einen geregelten Berufsalltag zu finden. Bis es soweit ist, werden die Mitarbeitenden an diverse Firmen für kurzfristige Einsätze im Stundenlohn vermittelt oder arbeiten in den eigenen Fachbereichen mit. Ulderico Z. nutzte jede Gelegenheit, um Geld zu verdienen. So wirkte er bei Gartenarbeiten, Tragarbeiten, Montagen und beim Christbaumverkauf tatkräftig und motiviert mit.

«Ich hätte auch einen Job als Rasenmäher angenommen.»

Ulderico Z.

Das fiel auch Sergio Dönni, dem Einsatzvermittler vom Läbesruum, auf: «Ulderico ist sich für keine Arbeit zu schade und zeigt viel Engagement.» Woher er diese positive Einstellung nimmt, kann sich Ulderico Z. selbst nicht so recht erklären. «Ich hätte auch einen Job als Rasenmäher angenommen und es mit Freude gemacht.» Ob es schliesslich auch diese Einstellung war, die ihn zu seinem heutigen Job verhalf?

Die Chance am Schopf packen

Sein Chef Sebastian Nef von der Ammann Storenbau AG kann dies bestätigen. Berufserfahrung sei zwar wichtig, aber eben nicht alles: «Wenn man etwas noch nicht kann, kann man es lernen. Wichtiger ist, dass man mit der richtigen Einstellung kommt und mitanpacken möchte.»

Im Familienbetrieb in Töss wurden bei personellen Engpässen immer wieder kurzzeitig Läbesruum-Mitarbeitende beschäftigt. Auch Ulderico Z. unterstützte die Monteure einige Wochen – und fiel positiv auf. «Wir erleben ihn als einen sehr aufnahmefähigen, motivierten Mitarbeiter», so Nef. Die Fähigkeiten von Ulderico  Z. überzeugten gar so sehr, dass man ihm eine Festanstellung anbot. Dass freut nicht zuletzt Sergio Dönni: «Es ist schön zu hören, dass er eine Chance bekommt.» Ulderico Z. will die Gelegenheit am Schopf packen. «Es macht mir grossen Spass. Zudem bin ich erleichtert und glücklich, dass ich wieder arbeiten kann.»

* Name der Redaktion bekannt

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