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Wie wir uns in Zukunft ernähren sollen

«Food Revolution 5.0» im Gewerbemuseum Winterthur

Wie wir uns in Zukunft ernähren sollen

Die Welt braucht eine «Food Revolution». Das ist die These der aktuellen Ausstellung im Gewerbemuseum Winterthur. Dort werden zurzeit zukunftsweisende Konzepte gezeigt, in welche Richtung sich unsere Ernährung entwickeln könnte.

Tanja
Altenburger
Mittwoch, 05. Dezember 2018, 18:31 Uhr «Food Revolution 5.0» im Gewerbemuseum Winterthur

Im Gewerbemuseum Winterthur dreht sich seit Sonntag alles ums Essen. Verschiedenste Fragen stehen dort noch bis Ende April im Raum. Wie wollen wir uns in Zukunft ernähren? Welche Gewohnheiten werden wir aufgeben und zu welchen zurückkehren? Die Welt brauche eine globale «Food Revolution», so die These der gleichnamigen Ausstellung. «Dazu gehören futuristische Konzepte sowie ganz konkrete praktische Anregungen. Sie sollen zeigen, dass Essen auch für die Zukunft lustvoll gestaltet werden kann», so Susanna Kumschick, Co-Leiterin des Gewerbemuseums.
Essen ist aus unserem Kulturgut nicht mehr wegzudenken. Nebst der Freude, die es uns bereitet, berührt es auch beunruhigende Themen. Seit der Industrialisierung hat sich unsere Ernährungsweise stark verändert. Von der Bauernhofidylle ist oft nicht mehr viel übrig. Lebensmittel sind heute Massenprodukte und werden in einem arbeitsteiligen, globalisierten Herstellungsverfahren produziert. Vom Grundprodukt bis zum Esstisch durchläuft ein Nahrungsmittel also diverse Schritte, die für den Konsumenten nicht leicht nachzuverfolgen sind. Hinzu kommt die Überproduktion und Verschwendung, die dem Hunger in anderen Teilen der Welt gegenüberstehen.

Krieg und Tierwohl

Bei der «Food Revolution 5.0» werden rund 50 zukunftsweisende Konzepte und Visionen rund um diese Themen formuliert. Eines davon stammt von der Designerin Isabel Mager, die in ihrer Arbeit «Food War» die Zusammenhänge zwischen Krieg, Macht sowie der Kontrolle durch die Lebensmittelindustrie aufzeigt.
Dem Tierwohl haben sich zwei weitere Aussteller gewidmet. «Austin Stewart überlegt in seinem visionären Projekt und kritischen Kommentar ‹Second Livestock›, ob Hühner in der Massentierhaltung glücklicher sind, wenn ihnen mittels einer Virtual-Reality-Brille eine Bauernhofidylle vorgetäuscht wird», sagt Susanna Kumschick. Des weiteren hat die Designerin Andrea Staudacher eigens für die Ausstellung ein Hausschwein geschlachtet. Damit will sie den Prozess des industrialisierten Tötens wieder ins Bewusstsein der Menschen rücken.
Für Susanna Kumschick ist es ein Zusammenspiel von spekulativen Arbeiten, Erfolgsbeispielen, anschaulichen Infografiken und Hintergrundinformationen. Dieses macht die Ausstellung zu etwas Besonderem.

Schweizer Projekte

«Food Revolution 5.0» ist eine Zusammenarbeit vom Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg und dem Gewerbemuseum Winterthur. Die von Claudia Banz kuratierte Ausstellung wurde bereits in Hamburg und Berlin gezeigt. Das hiesige Museum vertieft nun einzelne Themenbereiche der Schau und erweitert sie mit Arbeiten und Projekten aus der Schweiz. Die Ausstellung kann noch bis am 28. April besucht werden. Weitere Informationen finden Sie hier.

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