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Grünes Licht für neue Siedlung

Gemeindeversammlung Egg

Grünes Licht für neue Siedlung

Der Egger Souverän sprach sich an der Gemeindeversammlung vom Montagabend für den privaten Gestaltungsplan Pünt aus. Auch das Budget 2019 und der Kredit in der Höhe von 485’000 Franken für die Verlegung der Bibliothek Egg wurden genehmigt.

Jennifer
Furer
Dienstag, 04. Dezember 2018, 00:20 Uhr Gemeindeversammlung Egg

Das Budget 2019

  • Die Rechnungsprüfungskommission (RPK) stellte einen Antrag zum Budget 2019: Sie verlangte die Streichung der Investitionen in ein sogenanntes Catch-Ken-System in der Höhe von 47'000 Franken. Diese Geräte sollten der Gemeindepolizei künftig zur automatischen Erkennung von Auto-Kennzeichen dienen. Laut dem Gemeinderat dienen sie der Kontrolle und schlussendlich der Automatisierung der Bussenverteilung von Autofahrern, die sich beispielsweise nicht an ein Fahrverbot halten. Der Egger Souverän stimmte mit 174 Ja-Stimmen zu 11 Nein-Stimmen dem Antrag zu und sprach sich somit gegen das Catch-Ken-System aus. Da der Kostenpunkt aus dem Busget gestrichen wurde, verändert sich der Aufwandüberschuss auf 682’000 Franken.
  • Das Budget 2019 wurde - unter Berücksichtigung des Antrages - mit 191 Ja-Stimmen zu 3 Nein-Stimmen angenommen.
  • Der Steuerfuss von 98 Prozent bleibt bestehen. Ein Antrag zur Senkung des Steuerfusses um einen Prozentpunkt wurde mit grosser Merheit abgelehnt.

Privater Gestaltungsplan Pünt:

  • Das Geschäft wurde mit grossem Mehr angenommen.
  • Der Gemeinderat setzte sich im Vorfeld der Abstimmung für den Gestaltungsplan Pünt ein.
  • Der private Gestaltungsplan Pünt ist kein Bauprojekt, sondern ein Regelwerk, das bestimmt, was auf dem Gebiet Pünt passieren darf.
  • Effektive Bauabsichten hat derzeit nur die Siedungsgenossenschaft Eigengrund SGE. Eine ihrer beiden Siedlungen auf dem Areal ist stark sanierungsbedürftig. Die SGE hat deshalb die verschiedenen Möglichkeiten einer Erneuerung untersucht. «Dabei hat sich herausgestellt, dass das Kosten-Nutzenverhältnis bei einer Sanierung schlecht wäre», sagt Lukas Schmid, Vorstandsmitglied der SGE. Deshalb möchte die Genossenschaft, die bestehenden Wohnblöcke abreissen und durch neue ersetzen. 
  • Würden die Neubauten ohne Gestaltungsplan erstellt, müsste die SGE nach den Vorschriften der Bau- und Zonenordnung bauen. Die Krux: So könnte die Genossenschaft  weniger Wohnfläche bauen, als ihr heute zur Verfügung steht. «Wir als Genossenschaft können und wollen nicht einfach ein paar Luxuswohnungen hinstellen, sondern vergleichsweise günstigen Wohnraum für viele bieten», so Schmid. Ein Gestaltungsplan, der demokratisch abgesegnet ist, habe den Vorteil, dass er es ermöglicht, ein Areal anders zu überbauen, als von der Bau- und Zonenordnung vorgesehen.
  • Das Richtprojekt bildet die Grundlage des Gestaltungsplans und zeigt schematisch, wie die Gebäude künftig angeordnet werden. Die Häuser sollen im Vergleich zu heute breiter gebaut werden, dafür zum Teil aber niedriger. Sie weisen zwischen vier bis fünf Stockwerke auf.
  • Der Richtplan sei aber Zukunftsmusik und werde sicher nicht innert Jahren, sondern innerhalb von Jahrzehnten umgesetzt.
  • In einer ersten Etappe, die frühestens 2022 erfolgt, werden drei Gebäudekomplexe der SGE neugebaut. Die mögliche zweite Etappe, die noch keinesfalls konkret sei, sei die Erneuerung von drei weiteren Gebäude, die die SGE erst kürzlich von einer Pensionskasse erworben hat. Und die dritte Etappe wäre der Neubau von weiteren Häusern, die anderen privaten Eigentümern gehört.
  • Es gibt zudem Flächen im Erdgeschoss bei den Wohnungen, die zur Forchstrasse ausgerichtet sind, die sich nicht nur als Wohnraum eignen. Hier soll ein Mehrwert fürs Quartier, aber auch für Egg geschaffen werden. Ob Gewerbe oder etwas anderes darin einziehen wird, lasse man offen.
  • Hätte sich die Egger Gemeindeversammlung gegen den Gestaltungsplan ausgesprochen, hätte die SGE ihre Wohnkomplexe man trotzdem sanieren müssen. «Um eine Sanierung kommen wir nicht herum. Da dies aber sehr teuer wird, werden die Mieten auch anstiegen und die Bewohner müssten wahrscheinlich kurzfristig ausziehen.»

Umzug Bibliothek

  • Die Gemeindeversammlung nimmt den Kredit in der Höhe von 485’000 Franken für den Umzug der Bibliothek mit 171 Ja-Stimmen zu 5 Nein-Stimmen an.
  • Seit über 25 Jahren befindet sich die Gemeinde- und Schulbibliothek Egg an der Dorfstrasse 4. Doch der heutige Standort ist nicht behindertengerecht und die kleinen Räume sind für grössere Anlässe sich ungeeignet
  • Neu soll die Bibliothek in den Räumen des ehemaligen Volg-Laden am Dorfplatz 1 einziehen. 
  • Die Räumlichkeiten am Dorfplatz sind markant grösser: Die Fläche wird von 214 auf 353 Quadratmeter erhöht und ist neu ebenerdig auf einer Etage angeordnet. Daher ist sie barrierefrei und kann auch flexibel eingeteilt werden.
  • Die ehemaligen Volg-Räume würden, wie für Gewerberäume üblich, im Rohbauzustand übernommen. Somit wird die Gemeinde die Kosten etwa für Bodenbeläge, Decken, Elektroarbeiten und die Einrichtung übernehmen.
  • Der Gemeinderat beantragte daher der Gemeindeversammlung einen Kredit über 485‘000 Franken für den Ausbau der Ladenlokalität.
  • Der Umzug könnte bereits im Sommer 2019 erfolgen.

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