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Goldene Steuerprozentchen für Maur

Gemeinde-Advent Tag 4

Goldene Steuerprozentchen für Maur

An Weihnachten ist Kreativität gefragt: Was soll man bloss seiner Familie und seinen Freunden schenken? «Züriost» hat sich einer zusätzlichen Herausforderung angenommen und sich gefragt, was die Gemeinden aus der Region fürs nächste Jahr gebrauchen könnten. Heute mit Maur.

Laura
Cassani
Dienstag, 04. Dezember 2018, 10:30 Uhr Gemeinde-Advent Tag 4
Ein goldenes Steuerprozentchen will in Maur unter den Christbaum.
Symbolbild: pixabay/kaboompics

Ein Schneehauch pudert die sanften Maurmer Hügel, der Greifensee liegt still zu Füssen der Gemeinde, an seinem Ufer glitzern die weihnächtlichen Lichter an diesem Heiligabend im Jahr 2018.

Wenn das Christkind sein Glöggli klingeln lässt und – huschhusch – vor der vollverglasten Panoramafassade des Terrassenhauses vorbeiflitzt. Wenn der Hausherr vor die weiss-rot-silbern dekorierte Haustür tritt, um zu schauen, wer da zu später Stunde die Besinnlichkeit zu stören wagt. Wenn das Heilsbringerli sich gerade noch rechtzeitig hinter einer der akkurat getrimmten Buchsbaumhecken verbergen kann. Dann liegen auf der fusselfreien Matte vor dem Eingang der Villa mit atemberauendem Seeblick ein paar goldene Steuerprozentchen neben den weiss-leuchtenden Christrosen.

Die Steuerprozentchen haben um ihre enge Taille rote Schleifen geschnürt.

Fein säuberlich aufgereiht, eingepackt in Glitzerpapier, liegen sie da, die Steuerprozentchen. Vielleicht sind es drei oder vier Prozentpunkte, vielleicht auch sieben, um ihre enge Taille haben sie rote Schleifen geschnürt. Erwartungsvoll, wie es sich an Weihnachten gebührt, blicken sie den Hausherr mit grossen Kulleraugen an. Sie wollen doch so gerne unter dem Christbaum jeder Maurmerin, jedes Maurmers liegen.

Irritation unter dem Christbaum

Das Christkind hat sich in weiser Voraussicht längst aus dem Staub gemacht. Der Hausherr ist irritiert. Was soll denn das, zu später Stunde? Dabei weiss doch jeder – und sicher auch der da oben im Himmel über Maur –, dass man in Maur lieber Steuergeschenke als Steuerprozent-Geschenke erhält. Und dass man stolz ist auf die 87 Prozentpunkte, die man bereits hat. Mehr sollen's nicht werden, genug ist genug, denkt sich der Hausherr. Und ist kurz davor, die Haustür wieder ins Schloss und sich zurück in den Schoss der Familie fallen zu lassen.

Doch da fällt ihm ein: Schenken macht Freude!

Wieso denn nicht, denkt er sich plötzlich: ein paar Steuerprozentchen geschenkt bekommen und damit den Maurmer Mitbürgern gleich auch etwas schenken. Er erwidert den Blick der erwartungsvollen Kulleraugen.

«O du fröhliche!»

Vielleicht helfen die goldenen Steuerprozentchen ja, den Fussballplatz auf dem Looren-Areal endlich so strahlend erscheinen zu lassen wie die Aussicht von dort oben? Vielleicht gibt's dann sogar noch ein Clubhaus dazu?

Vielleicht würden der Maurmer Opa und die Deutschschülerin aus Eritrea ja im Sommer auf dem Dampfschif Greif zu Freunden?

Oder wie würden wohl die Kulleraugen der Mönchaltorfer Nachbarinnen und Nachbarn strahlen, wenn ihre Sparbemühungen von der reichsten Gemeinde im Bezirk mit einem Neujahrsbatzen versüsst würden? Und wer weiss, vielleicht würden der Maurmer Opa und die Deutschschülerin aus Eritrea ja im Sommer auf dem Dampfschiff Greif zu Freunden? Auf einer Gratis-Extrafahrt natürlich – spendiert von der Gemeinde mithilfe der goldigen Steuerprozentchen.

Der Hausherr bückt sich, nimmt die Prozentchen auf seinen Arm, und schliesst die Tür hinter sich und den goldenen Geschenken. Aus dem Panorama-Wohnzimmer hoch über dem Greifensee dringt lautes Lachen. Dann wird «O du fröhliche!» angestimmt.

 

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