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Tierheim will eine Hundeschule und mehr Auslauf für Vierbeiner

Volketswil

Tierheim will eine Hundeschule und mehr Auslauf für Vierbeiner

Das Tierheim Strubeli will seine bis zu 80 Heimhunde mit einem grösseren Freilaufgehege artgerechter halten. Zudem soll eine Hundeschule geschaffen werden. Über den dafür nötigen Gestaltungsplan wird am 7. Dezember abgestimmt.

Beatrice
Zogg
Freitag, 23. November 2018, 14:26 Uhr Volketswil

Das Tierheim Strubeli nimmt jährlich bis zu 400 Hunde auf. Sie werden von ihren Besitzern abgeben oder wurden ausgesetzt. Immer wieder bringt auch die Polizei gefundene oder behördlich beschlagnahmte Tiere vorbei. «Für fast alle finden wir zum Glück wieder einen guten Platz», sagt Geschäftsführer Rico Hauser. 

Doch der Druck auf eine der grössten Tierauffangsstationen der Schweiz, die 2001 gebaut wurde, wächst. «In den letzten Jahren hat die Zahl der sogenannten Verzichtstiere stetig zugenommen, mit der heutigen Infrastruktur kommen wir an unsere Grenzen. Deshalb soll das 2001 gebaute Tierheim vergrössert werden.» Da es in der Landwirtschaftszone liegt, ist dafür ein privater Gestaltungsplan notwendig. Der Kanton hat zum Vorhaben bereits grünes Licht gegeben. «Nun gilt noch, das Ja der Gemeindeversammlung am 7. Dezember einzuholen», so Hauser. 

Mehr Auslauf

Der Gestaltungsplan sieht vor, dass hinter dem bestehenden Hundehaus ein maximal 4000 Quadratmeter grosses Freilauf-Areal für die Hunde eingezäunt werden kann. «So können die Tiere artgerechter gehalten werden, da sie ihren Bewegungsdrang besser ausleben können.» 

«Die Hundeschule soll in erster Linie von Hunden, die von uns in ein neues Zuhause platziert wurden, besucht werden.»

Rico Hauser, Geschäftsführer Tierheim Strubeli

Der Gestaltungsplan würde auch zulassen, dass das bestehende Hundehaus mit den zurzeit 15 Boxen mit einem Neubau von rund 12 Boxen erweitert werden könnte. «Wann wir diesen realisieren können, hängt unter anderem von den finanziellen Möglichkeiten ab», so Hauser. Das Freilaufgehege stehe in der Bedarfsliste aber an erster Stelle .

Schule für Tierheimhunde

Der Gestaltungsplan sieht zudem auch den Betrieb einer Hundeschule vor. Diese soll auf einem schmalen Landstück neben dem Tierheim in Betrieb genommen werden. Ein Teil des Landes konnte das Tierheim vom Kanton kaufen, der andere Teil stammt von der Erbengemeinschaft von Hilde Brauch. 

Damit geht für Rico Hauser ein lang gehegter Wunsch in Erfüllung. «Die Hundeschule soll in erster Linie von Hunden, die von uns in ein neues Zuhause platziert wurden, besucht werden.» Dies entspreche einem grossen Bedürfnis der neuen Hundebesitzer, so der Tierarzt. Zudem sei es auch im öffentlichen Interesse, dass wieder vermittelte Hunde den Grundgehorsam lernen und als gut sozialisierte Tiere in der Gesellschaft leben würden.

Hauser sieht seine geplante Hundeschule denn auch nicht als Konkurrenz zu der Hundeschule von Blättlers, die auf einer benachbarten Parzelle liegt. «Es hat sicher Platz für beide.» Er bietet den Betreibern sogar an, dass sie eventuell auf dem Landstück der Strubeli-Hundeschule einen Platz finden könnten. Denn auch Blättlers Hundeschule müsste eigentlich zuerst vom Kanton bewilligt werden, da sie ebenfalls in der Landwirtschaftszone liegt.

«Unterstützen Pläne» 

Der Gemeinderat steht dem Gestaltungsplan positiv gegenüber. «Ein gut funktionierendes Tierheim ist auch im öffentlichen Interesse», sagt die zuständige Gemeinderätin Regina Arter. «Das Tierheim hat sich etabliert und geniesst einen guten Ruf. Daher unterstützen wir die moderaten Ausbaupläne.»

Die Hundeschule der Blättlers, die auf einer Nachbarzelle des Strubelis liegt, sei zwar nicht Gegenstand des zu bewilligenden Gestaltungsplans. «Doch auch dort müssen wir eine Lösung finden. Sollte sie auf dem Land des Strubelis einen Platz finden, wäre das natürlich optimal», so Arter. Denn der Gestaltungsplan schreibe nicht vor, ob auf dem Grundstück zwei oder nur eine Hundeschule geführt werden dürfe.

Weitere Traktanden

An der Gemeindeversammlung vom 7. Dezember wird neben dem Traktandum zum Tierheim Strubeli auch über das Budget 2019 der Gemeinde Volketswil bestimmt. Dieses sieht bei einem Aufwand von rund 58,12 Millionen Franken und einem Ertrag von 58,35 Millionen Franken ein Plus von rund 230’000 Franken vor. Damit rechnet die Gemeinde zum ersten Mal in diesem Jahrtausend mit einer «schwarzen Null». Dies, nachdem die Gemeindeversammlung im letzten Dezember einer Steuerfusserhöhung von 35 auf 38 Prozent zugestimmt hat. Das Investitionsvolumen ist mit rund 8,5 Millionen Franken rund doppelt so gross gegenüber dem Vorjahr. Darin ist die erste Hälfte des Neubaus «Kantonales Durchgangszentrum» von 3 Millionen Franken enthalten.  Das Eigenkapital dürfte somit Ende 2019 rund 49 Millionen Franken betragen.

Anschliessend an die Gemeindeversammlung findet die Schulgemeindeversammlung statt. Nachdem mehrere Jahre ein Minus veranschlagt wurde, rechnet die Schulpflege bald wieder mit schwarzen Zahlen: Bei einem Aufwand von rund 43,7 Millionen und einem Ertrag von rund 45,4 Millionen soll das Jahr mit einem Plus von rund 1,7 Millionen Franken abgeschlossen werden. Die Investitionen zeigen im Verwaltungsvermögen Ausgaben von 6,5 Millionen Franken und ordentliche Abschreibungen von 1,36 Millionen Franken auf. Der Steuerfuss bleibt für das Jahr 2019 bei 65 Prozent.

Die Versammlung beginnt um 19.30 Uhr und findet im Kultur- und Sportzentrum Gries statt. Die Rechnungsprüfungskommission empfiehlt alle Anträge zur Annahme. 

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