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«Kunst hält mich fit»

Bruno Giacobbo aus Oberwinterthur

«Kunst hält mich fit»

Bruno Giacobbo, geboren und aufgewachsen in Oberwinterthur, ist 75 Jahre alt. Zur Arbeit gehen müsste er längst nicht mehr, trotzdem aber steht der Bildermacher frühmorgens auf den Beinen. Was er in der letzten Zeit gestalten und entworfen hat, zeigt der ehemalige Oberwinterthurer demnächst in einer Ausstellung.

Tina
Schöni
Mittwoch, 21. November 2018, 16:08 Uhr Bruno Giacobbo aus Oberwinterthur

Wenn andere noch seelenruhig schlafen, ist Bruno Giacobbo längst auf den Beinen. Um vier Uhr morgens klingelt sein Wecker, nach mehreren Tassen Kaffee ist der gebürtige Oberwinterthurer schliesslich wach. «Ich muss so früh aufstehen. Sonst habe ich Angst, dass ich nicht alles schaffe, was ich mir vorgenommen habe», sagt der 75-Jährige.

«Kunst hält mich fit», sagt der selbsternannte Bildermacher. In seinem Atelier in Trüllikon im Zürcher Weinland, wo er seit 2016 lebt und arbeitet, vertieft er sich darum gern in seine Projekte. Hauptsächlich Bilder und Skulpturen haben es ihm angetan, aber auch Recycling-Schmuck aus Büchsen und Weisheiten in Reimform entwirft er selbst.

«Es ist eine Kunst, mit Kunst Geld zu verdienen.»

Bruno Giacobbo, Bildermacher

Unzählige solcher Werke zieren seine Vierzimmerwohnung und Terrasse, die an den Wochenenden vom 24. und 25. November sowie 1. und 2. Dezember gleichzeitig auch Ausstellungsort sein werden. Dann nämlich präsentiert Bruno Giacobbo seine neuesten Projekte zum Motto «Auch Katzen feiern Weihnachten».

Die Kunst des Geldverdienens

Die Vierbeiner haben den Bildermacher schon einmal fasziniert. Dass er sich nun für seine Werk erneut auf das Thema Katzen einliess, habe einen einfachen Grund. «Mir war klar, dass ich etwas zu Weihnachten machen wollte. Solche Sujets lassen sich relativ gut verkaufen», ist er sich gewiss. Wie viel er schliesslich verkauft, kann der 75-Jährige nicht beeinflussen. So sagt er: «Es ist eine Kunst, mit Kunst Geld zu verdienen.» Verkaufe er im Monat zwei bis drei Bilder, sei das schon ganz prima. «Davon leben kann ich aber auch heute noch nicht.»

In die Ferien vereist Bruno Giacobbo kaum noch. Vermissen würde er es nicht. «Ich brauche das nicht mehr.» Es ziehe ihn nicht weg. Seine Aussage begründet er mit einem seiner selbstverfassten Verse: «Mit dem Alter wird man klüger und steigt nicht mehr auf jeden Flüüger.»

Langweile ist ein Fremdwort

Früher war das anders. Seine «Stifti» machte der damalige Oberwinterthurer als Innendekorateur in Winterthur, später verdiente er gutes Geld als Antikschreiner und Antiquitätenhändler. Seinen Wohnort wechselte er immer wieder, war gern auf Reisen und eine Zeit lang lebte er gar ohne festen Wohnsitz im Wohnwagen. Mehrmals schon betonte er, das seien die besten Jahre gewesen.

«Jeder meiner Tage ist ausgefüllt.»

Bruno Giacobbo, Bildermacher

Trotz des Lebenswandels, kennt der Bildermacher aber keine Langeweile. Mit dem Nichtstun hat der 75-Jährige nicht viel am Hut. «Jeder meiner Tage ist ausgefüllt. Ich hatte noch nie Zeit übrig, mit der ich nichts anzufangen wusste.» Im Gegenteil: Für all seine Ideen fehlt beinahe die Zeit zum Umsetzen.

Wenn er bei seiner künstlerischen Tätigkeit einmal nicht weiterweiss, stellt er sich ganz einfach an den Herd. Das Kochen ist eine weitere Leidenschaft. «Es ist genauso kreativ und experimentell wie Kunst selbst. Beim Kochen kann ich einfach etwas Neues ausprobieren.»

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