×

«Ein Ohrwurm entwickelt sich schon beim Schreiben»

Sänger Marc Sway im Interview

«Ein Ohrwurm entwickelt sich schon beim Schreiben»

Die neue Single «Beat of my heart» von Marc Sway ist bereits da. 2019 soll zudem das neue Album erscheinen. Für das ist der Sänger extra in seine Heimat nach Brasilien gereist. Ende November ist er Gast im Stadttalk in Winterthur.

Tina
Schöni
Dienstag, 20. November 2018, 16:32 Uhr Sänger Marc Sway im Interview

Der Pop-Rock-Musiker Marc Sway ist aus der Schweizer Musikbranche nicht mehr wegzugdenken. Mit Songs wie «Severina» oder «Us Mänsch», den er mit Mundart-Rapper Bligg kürzlich realisierte, stürmte er die Hitparade. Im Oktober hat Marc Sway eine neue Single herausgebracht. Und auch ein neues Album, für das er in seine Heimat nach Brasilien reiste, wird im neuen Jahr erscheinen. Ende November kommt der Sänger für den Stadttalk nach Winterthur, im Dezember tritt er zudem im Casinotheater auf.

Vor vier Jahren kam Ihr letztes Album heraus. Weshalb die lange Pause?
Marc Sway: Ein Künstler spielt immer dann ein Album ein, wenn er etwas zu sagen hat. Das geschieht nicht nach einem vorgegebenen Takt, sondern ist ein inneres Gefühl. Und Songwriting braucht seine Zeit. In dieser Pause ist mir aber nicht langweilig geworden. Ich habe geschrieben, über 100 Konzerte gespielt und ich war Kulturbotschafter für die Schweiz an den Olympischen Spielen in Rio und bei den Fussballweltmeisterschaften in Brasilien.

«Es war eine von diesen Melodien, bei der ich sofort wusste, dass sie irgendwie speziell ist.»

Nun sind Sie zurück mit der neuen Single «Beat of my heart», die Sie im Oktober herausgebracht haben. Welche Message steckt dahinter?
In einer Zeit mit so viel Reizüberflutung ist es wichtig, seinen eigenen Rhythmus, seinen «Beat of my heart» zu finden.

Der Song ist im Studio entstanden, als einer Ihrer Freunde spontan diese Melodie zu singen begann. Waren Sie von Beginn davon angetan?
Ja, es war eine von diesen Melodien, bei der ich sofort wusste, dass sie irgendwie speziell ist. So speziell, dass der Refrain ohne Worte gesungen wird.

An was haben Sie das festgemacht?
Das spürt man, wenn die Melodie einen nicht mehr loslässt. Der klassische Ohrwurm entwickelt sich schon beim Schreiben. Wenn ich am nächsten Morgen aufwache mit der Melodie im Kopf, weiss ich, dass sie etwas taugt.

«Ausser der Schweiz hat mich kein Land so geprägt wie Brasilien.»

Mit ihren Songs «Hemmigslos liebe» mit Fabienne Louves, «Severina» oder «Us Mänsch» mit Bligg landeten Sie Hits, die wochenlang in den Charts waren. Glauben Sie, dass «Beat of my heart» auch das Zeug dazu hat, ein Dauerbrenner zu werden?
Ab dem Moment, wo der Vogel flügge wird, lässt man ihn los. Dann hat man es nicht mehr in der Hand. Nicht ich entscheide, sondern das Publikum.

Man kennt Sie als Energiebündel. Welche Musik hören Sie sich an, wenn Sie nach einem stressigen Tag entspannen möchten?
Nach einem Konzert ist die beste Variante meistens keine Musik. Aber sonst höre ich gerne Bob Marley. Bei seiner Musik kann ich entspannen.

«Bei Winterthur habe ich oft das Gefühl, es sei eine unterschätzte Stadt.»

2019 soll Ihr neues Album «Way back home» erscheinen, für das Sie in Ihre Heimat nach Brasilien gereist sind. Welche Erinnerungen verbinden Sie mit dem Land?
Ausser der Schweiz hat mich kein Land so geprägt wie Brasilien. In meiner Jugend spielte die brasilianische Kultur dank meiner Mutter eine grosse Rolle. Die Schweiz ist mein Vaterland, Brasilien mein Mutterland.

Welchen Einfluss hatte der Aufenthalt in Brasilien auf die Songs Ihres neuen Albums?
Ich habe die rhythmischen Komponenten in Brasilien geholt. Der Teil der Songs, der in die Füsse und ins «Füdli» geht, das ist der brasilianische Teil meines Albums.

Eine Ihrer nächsten «Reisen» führt Sie nach Winterthur. Ende November sind Sie Gast beim Stadttalk in der Coalmine und Anfang Dezember treten Sie im Casinotheater auf. Welchen Bezug haben Sie zur Eulachstadt?
Bei Winterthur habe ich oft das Gefühl, es sei eine unterschätzte Stadt. Sie hat mit ihrer Altstadt richtig Charme, bietet ein grosses kulturelles Spektrum, dazu das Heimelige und die gewisse Wärme einer Kleinstadt. Ich fühle mich wohl in Winterthur, auch weil zwei meiner Musiker hier wohnen.

Marc Sway in Winterthur:
Am Donnerstag, 29. November, 19 Uhr, Coalmine Winterthur
Am Samstag, 1. Dezember, 20 Uhr, Casinotheater.
Informationen unter www.casinotheater.ch und www.stadtalk.ch/marc-sway/

Kommentar schreiben

Kommentar senden