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Mehr Luchse am Tössstock

Neue Untersuchungen in der Region

Mehr Luchse am Tössstock

An 70 Standorten in der Nordostschweiz wurden im vergangenen Winter während 60 Tagen je zwei Fotofallen aufgestellt. In rund der Hälfte fanden sich Aufnahmen von Luchsen. Insgesamt nimmt die Population zu.

Redaktion
Züriost
Sonntag, 18. November 2018, 15:08 Uhr Neue Untersuchungen in der Region

Das neuste Luchsmonitoring von Kora, dem Schweizer Kompetenzzentrum für Raubtierökologie und Wildtiermanagement zeigt, dass in der Nordostschweiz die Dichte des Luchsvorkommens im Vergleich zur letzten Erhebung leicht angestiegen ist. Im Winter 2017/18 führte Kora zum sechsten Mal ein Fotofallenmonitoring in der Nordostschweiz durch. An insgesamt 70 Standorten in den Kantonen St.Gallen, Zürich, Appenzell Innerrhoden und Appenzell Ausserrhoden standen während 60 Nächten je zwei Fotofallen im Einsatz. Die  Standorte befanden sich hauptsächlich entlang von Forststrassen und Wanderwegen. Bei etwas über der Hälfte der Standorte tappten Luchse in die Falle.

Sechs Fotofallen im Oberland

Das Untersuchungsgebiet Nordostschweiz umfasst 932 Quadratkilometer in vier Kantonen. Im Gebiet Tössstock im Grenzgebiet zwischen St.Gallen und Zürich wurden am meisten Luchse gezählt. Dieses Gebiet stösst auf der zürcherischen Seite bis an Bauma, Fischenthal und Wald heran, geht über Goldingen bis nach Wattwil. Auf Zürcher Boden waren sechs Fotofallen aufgestellt worden. In dreien wurden Luchse fotografiert. Im Oberland wurden dabei mindestens drei unterschiedliche Luchse aufgenommen. Einer davon zeigte sich besonders fotogen: Nicht weniger als elfmal liess sich das Männchen ablichten.

Bereits im vorherigen Winter zeigten Luchse im Oberland grössere Aktivitäten. Im Jahr 2012 brachte es der Luchs B132 gar zu internationaler Bekanntheit. Das im Tössstockgebiet geborene Tier wurde  im italienischen Trentino eingefangen. Es hatte über 200 Kilometer zurückgelegt.

Nördlich der Thur im Alpsteingebiet blieb der Bestand im Winter 2017/18 im Vergleich zur letzten Zählung unverändert. Im südlichen Kantonsteil von St.Gallen bei Speer, Churfirsten und Alvier ist die Anzahl der Luchse hingegen gesunken.

Fünf Luchsfamilien

Anhand der charakteristischen Fellmuster zählten die Forscher auf den Bildern 17 selbständige Luchse und acht bis zehn Jungtiere aus fünf verschiedenen Würfen. Aus den gesammelten Daten errechneten sie eine Luchsdichte von 2.53 Tieren je 100 Quadratkilometer im Untersuchungsgebiet. Die Dichte ist laut den Kora-Forschern im Vergleich zum Wert der letzten Erhebung vom Winter 2014/15 nochmals leicht angestiegen. Sie liegt jedoch im Bereich anderer Untersuchungsgebiete in der Schweiz.

Wie die Forscher betonen, seien allerdings nach dem Monitoring zwei der nachgewiesenen Luchse gestorben und einer für ein Umsiedlungsprojekt gefangen worden. Dabei handelt es sich um das Luchsweibchen B315. Es wurde am 8. April 2018 nahe Goldingen eingefangen und in den Pfälzerwald umgesiedelt. B315 erhielt mit der Umsiedlung den Namen Jara. (cb)

 

 

 

 

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