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Rausverkauf im Restaurant Sternen

Schmerzhafter Schritt für Veltemer Wirtin

Rausverkauf im Restaurant Sternen

Das Restaurant Sternen ist seit Ende Juni geschlossen. Die Gesundheit der Wirtin Irène Bodenmann-Meli lässt den Betrieb nicht mehr zu. Deshalb verkauft die ehemalige Spitzen-Schwingerin ab diesem Donnerstag das ganze Restaurantinventar.

Michael
Hotz
Mittwoch, 14. November 2018, 17:26 Uhr Schmerzhafter Schritt für Veltemer Wirtin

Seit Ende Juni ist das Restaurant Sternen zu – und macht auch nicht mehr auf. Ein schmerzhafter, aber notwendiger Schritt für die Wirtin Irène Bodenmann-Meli. Bei der Spitzen-Schwingerin in den 90er- und 2000er-Jahren und Tochter des zweimaligen Schwingerkönigs Karl Meli wurde 2015 Lungenkrebs festgestellt. Mittlerweile gilt sie als austherapiert.

Die Ärzte können nichts mehr tun. Ihre Gesundheit lässt es so nicht mehr zu, dass sie den «Sternen» weiterführt: «Irgendwann war nicht mehr die Frage, was will ich, sondern was kann ich noch.»

Alles muss weg

Deshalb muss nun das gesamte Inventar des Veltemer Restaurants weg. Ab heute Donnerstag ist an drei Tagen Rausverkauf. Die unzähligen Gläser, Tassen, Teller, Gabeln, Löffel und Messer, das Kochgeschirr und vieles mehr werden abgesetzt.

Der Rausverkauf im Restaurant Sternen an der Löwenstrasse 4 in Veltheim ist vom 15. bis 17. November. Donnerstag und Freitag läuft er von 15 bis20 Uhr, Samstag von 13 bis 18 Uhr.


Einen Teil des Erlöses will Irène Bodenmann-Meli dem «Turmhaus» spenden. Das Begegnungszentrum der Krebsliga Zürich, wo sie seit der Erkrankung Zuspruch und Hilfe erhält, bezeichnet die Winterthurerin als ihr zweites Zuhause.

Mehr Passion als Beruf 

Weil der ihr aufgezwungene Entscheid, den «Sternen» zu schliessen, schon einige Zeit zurückliegt, hat sie ihn bereits etwas verarbeitet. Zu kämpfen hat Irène Bodenmann-Meli trotzdem noch damit: «So ein Schritt schmerzt sehr.» Ihr Restaurant, das sie von ihren Eltern einst übernommen hat, war für sie immer ihre Stube, wo sie die Gäste mit viel Freude und Herzblut bediente. «Es war mehr als ein Beruf, es war meine Passion», sagt sie dazu. Keinen einzigen Tag habe sie keine Lust gehabt, zur Arbeit zu gehen.

«Wenn 2019 die Arschkarten verteilt werden, dann mache ich einfach nicht mit.»

Irène Bodenmann-Meli, Wirtin im «Sternen»

Und das tat sie immerhin 15 Jahre lang, nämlich seit dem 21. August 2003. An dieses Datum kann sich Irène Bodenmann-Meli so gut erinnern, weil es der Geburtstag ihrer Mutter ist. Die Wirtin erzählt: «Es kamen damals so viele Leute ins Lokal, dass auch sie mithelfen musste. Ein Gast meinte dann, das sei aber nicht so nett, dass meine Mutter ausgerechnet an ihrem Geburtstag arbeiten müsse. Ich scherzte dann, ich könne ihr doch nicht ständig frei geben.» Am meisten habe ihre Mutter über den Witz gelacht.

«Beste Familie der Welt»

Ihre Angehörigen sind auch die grösste Stütze im Leben von Irène Bodenmann-Meli. «Ich habe unglaublich Glück. Die beste Familie der Welt ist meine.» Dazu käme ein super Umfeld, das ihr stets zur Seite stehe.

Aktuell ginge es ihr den Umständen entsprechend gut. «Ich bin zufrieden, denn ich verspüre keine Schmerzen.» Auf die vielen Veränderungen in Form von Schicksalsschlägen, die sie in diesem Jahr über sich ergehen lassen musste, kann sie trotzdem verzichten. «Wenn 2019 die Arschkarten verteilt werden, dann mache ich einfach nicht mit.»

Zukunft noch unklar

Wie es mit dem Restaurant Sternen, das im Familienbesitz ist, weitergeht, ist noch nicht klar. Verschiedene Optionen werden gemäss Irène Bodenmann-Meli geprüft. Auch die Zukunft des Schwingermuseums im ersten Stock der Liegenschaft ist offen. Es wird nach einem neuen Standort gesucht.

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