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«Der Schellen-Ursli ist ein Kinderheld»

Musical im Casinotheater Winterthur

«Der Schellen-Ursli ist ein Kinderheld»

Der Schellen-Ursli kommt auf die Bühne. Am 17. November feiert die Inszenierung von «kindermusicals.ch» Premiere im Casinotheater Winterthur. Für Regisseur Paul Weilenmann und Schauspielerin Sarah Luisa Iseli gehört die Figur zum Schweizer Kulturgut.

Tanja
Altenburger
Dienstag, 13. November 2018, 09:35 Uhr Musical im Casinotheater Winterthur

«Hoch oben in den Bergen, weit von hier, da wohnt ein Büblein so wie ihr.» Ein Satz, der Gross und Klein ein Begriff sein wird. Er ist der Anfang einer der bekanntesten Schweizer Kindergeschichten seit über 70 Jahren – jene des Schellen-Ursli. Bereits 2008 stellte «kindermusicals.ch» aus der Erzählung eine Bühneninszenierung auf die Beine. Nun erlebt sie ein Comeback mit anderen Darstellern, einem neuen Lied und einem tierischen Begleiter für Ursli. Am Samstag, 17. November, wird im Casinotheater Winterthur Premiere gefeiert.

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Ursli als Kulturgut

Weshalb kommt die Figur genau jetzt zurück ins Theater? «Der Schellen-Ursli gehört zum Kulturgut der Schweiz», begründet Regisseur Paul Weilenmann, der bereits die erste Ausgabe gemeinsam mit Brigitt Maag entwickelt hatte. «Man braucht keinen bestimmten Anlass, um ihn aufzuführen.» Die Geschichte sei etwas Unsterbliches und könne vor allem mit guten Texten und schönen Bildern überzeugen.

Ursli kann sich mithilfe seiner Familie und Freunden gegen gemeine Kommentare wehren. (Probenfoto: PD)

Diese Bilder sind für Hauptdarstellerin Sarah Luisa Iseli eine prägende Kindheitserinnerung. «Ich sehe immer noch vor mir, wie das Schellen-Ursli-Buch bei uns in der Stube aufgestellt ist. Ich habe darin stets die Bilder bewundert, da ich anfangs noch nicht lesen konnte.» Der Bub mit dem «Kruselkopf» hat für sie eine ganz besondere Bedeutung: «Der Schellen-Ursli ist ein Kinderheld.» Er werde von anderen Kindern ausgeschlossen und könne sich dem mithilfe seiner Familie und Freunden entgegenstellen. Er setzt alles daran, seine Träume nicht aufzugeben.

Aus Bestehendem etwas Neues

Die Inszenierung von «kindermusicals.ch» führt die Traditionsgeschichte ein Stück weiter. «Wir wollten aus bestehendem Material etwas Eigenes kreieren», so Paul Weilenmann. «Ursli wird in unserem Stück von einer Maus begleitet», fügt Sarah Luisa Iseli an. « Sie steht dem Ursli für Rat und Tat bei.»

Zudem wird das Theater mit eigens dafür komponierten Liedern von Neil Filby ausgeschmückt, der schon zusammen mit Regisseur Paul Weilenmann bei Karls kühne Gassenschau mitgewirkt hat. Die Musikstücke trugen dazu bei, dass die weiblichen Schauspielerin Sarah Luisa Iseli für die Rolle ausgesucht wurde. Sie kann mit ihrer hohen Stimme den Bub authentischer verkörpern als männliche Darsteller, die bereits den Stimmbruch hinter sich haben.

Der Knabe wird von einer Maus unterstützt. (Probenfoto: PD)

Unter den zahlreichen Musikstücken ist für die 25-Jährige ein bestimmtes Chanson ein ganz besonderes Highlight: «Beim Schlittensong muss ich aufpassen, dass ich ihn nicht selbst auf der Piste lauthals singe, wenn ich privat unterwegs bin.» Gemäss Paul Weilenmann können sich die Zuschauer nebst peppiger Musik zusätzlich auf viele «Schmunzelmomente» freuen.

Dialekt als Herausforderung

Einige Schwierigkeiten, mit denen die Truppe während den Proben konfrontiert war, sorgten ebenfalls für ein Lächeln auf den Lippen. «Der Bündner-Dialekt ist eine ziemliche Herausforderung», so die Bernerin Sarah Luisa Iseli. Für die Vorbereitung haben die Schauspieler extra Unterricht von einem Ortskundigen erhalten.

«Sie sollen sagen können: Heute habe ich den Schellen-Ursli getroffen.»

Sarah Luisa Iseli, Hauptdarstellerin

Nicht nur die Sprache sondern auch die Kulisse kann zur Stolperfalle werden. Die Gruppe arbeitet mit einer Drehbühne. Auf einer Bodenscheibe sind Wände angebracht, die sich je nach Szene verschieben und neu anordnen lassen. Die Bedienung sei nicht ganz einfach, so Regisseur Paul Weilenmann. «Die Schauspieler müssen gut auf Stichworte achten. Sie können einander durch die verschiedenen Wände der Kulisse nicht immer sehen. Ihre Einsätze dürfen sie deshalb aber nicht verpassen.»

Sarah Luisa Iseli hofft auf einen glimpflichen Ablauf. Am meisten freue sie sich auf die Reaktionen der Kinder. «Sie sollen sagen können: Heute habe ich den Schellen-Ursli getroffen.» In ihrer Rolle könne die Schauspielerin auch selbst wieder Kind sein. Sie will ihren Emotionen freien Lauf lassen, wenn am Samstag zum ersten Mal der Vorhang aufgeht.

Weitere Informationen finden Sie hier.

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