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Junger Pfäffiker kandidiert

Das halten Politiker von Täuberts Bundesratskandidatur

Dass der Pfäffiker Jungpolitiker Dominic Täubert in die Landesregierung will, begrüssen Politiker aus der Region grundsätzlich. Die Wahlchancen stünden zwar nicht sehr hoch, für die Jugend sei die Kandidatur aber eine wichtige Botschaft.

Redaktion
Züriost
Dienstag, 13. November 2018, 21:30 Uhr Junger Pfäffiker kandidiert
Positive Reaktionen (im Uhrzeigersinn): Marianne Streiff-Feller, Benjamin Fischer, Leandra Columberg, Andri Silberschmidt.
Fotomontage: Juliana Mitreska

Dominic Täubert will die Bundesratswahlen aufmischen. Das Jugendparlament des Kantons Zürich hat den Pfäffiker Jungpolitiker für die Bundesratswahlen nominiert. Der 20-Jährige Präsident der Jungen EVP Kanton Zürich setzt sich seit einigen Jahren stark für die Jungen in der Politik ein. Er hat etwa bei der Lancierung des Jugendparlaments mitgearbeitet und ist dessen Präsident. Die Kandidatur hat auch Politiker aus der Region überrascht. Sie beurteilen den Schritt aber durchaus als positiv. 

«Diese Kandidatur ist eine geschickte Massnahme des Jugendparlaments.»
Andri Silberschmidt (24) Präsident der Jungfreisinnigen Schweiz

Es stehe jedem frei, für den Bundesrat zu kandidieren, sagt Andri Silberschmidt, Präsident der Jungfreisinnigen Schweiz. «Diese Kandidatur ist eine geschickte Massnahme des kantonalen Jugendparlaments, um auf ihre Interessen hinzuweisen. Schliesslich muss der Bundesrat auch die Interessen der Jugend vertreten», sagt der Ottiker. Täuberts Wahlchancen in Bundesbern erachtet Silberschmidt allerdings als gering.

 

«Dominic Täubert wäre mit seinen 20 Jahren doch etwas gar jung.»
Benjamin Fischer (27), Präsident der Jungen SVP Schweiz

Das Anliegen, dass mehr Junge in die Politik sollen, findet Benjamin Fischer, Präsident der Jungen SVP Schweiz, «schon gut». Nur frage er sich, ob eine Bundesratskandidatur, die wohl nicht ernst genommen werde, dafür das richtige Mittel sei – auch wenn etwa Sebastian Kurz, der als 31-Jähriger zum österreichischen Bundeskanzler gewählt wurde, zeige, dass so etwas möglich sei. «Wobei, Dominic Täubert wäre mit seinen 20 Jahren doch etwas gar jung», sagt der Volketswiler. Natürlich stehe Täubert die Kandidatur frei, das solle er ruhig machen. «Auch wenn ich finde, dass er sich lieber aufs Jugendparlament konzentrieren sollte – da gibt es noch einige Baustellen.»

«Die Politik wird vor allem in Bundesbern von der älteren Generation dominiert.»
Leandra Columberg (19), Präsidentin der Juso Zürcher Oberland


«Ich finde es eine coole Sache, dass sich Junge engagieren. Denn die Politik wird vor allem in Bundesbern von der älteren Generation dominiert», sagt Leandra Columberg, Präsidentin der Jungsozialisten Zürcher Oberland. Tatsächlich gewählt zu werden, werde natürlich schwierig. Trotzdem stehe hinter dieser Kandidatur mehr als nur Spass: «Jungpolitiker sollen hinstehen und andere motivieren, sich zu engagieren», sagt die Dübendorferin.

«Für mich persönlich wäre eine Bundesratskandidatur aber nichts: Ich bin so links, dass ich im Bundesrat wohl nicht viel erreichen könnte. Doch ich finde, dass mehr junge Frauen in die oberen Politetagen gehören», so Columberg. Sie selber kandidiert im Frühling im Bezirk Uster für die Kantonsratswahlen.

«Diese Kandidatur ist Ausdruck der Stimme der Jugend und eine gute Gelegenheit herauszustechen.»

Marianne Streiff-Feller, Nationalrätin und Präsidentin EVP Schweiz

Die Präsidentin der EVP Schweiz gibt ihrem Parteikollegen ebenfalls Rückendeckung. «Diese Kandidatur ist Ausdruck der Stimme der Jugend und eine gute Gelegenheit herauszustechen», sagt Marianne Streiff-Feller. Grundsätzlich stehe es ja jedem Bürger offen, eine solche freie Kandidatur für den Bundesrat einzureichen, so die Berner Nationalrätin. Laut Verfassung sind alle Schweizer Bürger, die in den Nationalrat wählbar sind auch in den Bundesrat wählbar.

Als Affront gegenüber der CVP-EVP-Fraktion könne diese Kandidatur deshalb nicht verstanden werden, sagt Streiff-Feller. Aus den Reihen der CVP steigen die Walliser Nationalrätin Viola Amherd, der Zuger Ständerat Peter Hegglin, die Urner Regierungsrätin Heidi Z’graggen und Nationalrätin Elisabeth Schneider-Schneiter aus dem Kanton Basel-Landschaft am 5. Dezember ins Rennen um die Nachfolge von Bundesrätin Doris Leuthard. An eine reele Wahlchance Täuberts glaubt die EVP-Präsidentin jedoch nicht.

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