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Gestank in Gutenswil: Diese vier Massnahmen wurden beschlossen

Schweinezucht und Biogasanlage schuld?

Gestank in Gutenswil: Diese vier Massnahmen wurden beschlossen

Seit Monaten klagen Gutenswiler Anwohner über Gestank, der durch die Volketswiler Aussenwacht zieht. Eine Arbeitsgruppe hat nun vier Massnahmen beschlossen, wie das Thema angegangen werden soll. Dabei entstehen stetig grössere Kosten.

Lea
Chiapolini
Freitag, 09. November 2018, 12:58 Uhr Schweinezucht und Biogasanlage schuld?
Die Betreiber von Schweinezuchbetrieb und Biogasanlage wehren sich gegen die Vorwürfe, dass die Gerüche von ihrem Gelände stamme
Archivfoto: Seraina Boner

Noch immer treffen Meldungen von Gutenswilern ein, die sich über unangenehme Gerüche beschweren. Woher dieser Gestank stammt, ist nach wie vor unklar. Mittlerweile fand die erste Sitzung der einberufenen Arbeitsgruppe statt. Diese besteht aus je zwei Vertretern der Politischen Gemeinde, dem Kanton (Amt für Abfall, Wasser, Energie und Luft und Amt für Landschaft und Natur), von Anwohnern sowie der Betreiber der nahegelegenen Schweinezucht und Biogasanlage.

«Vier Massnahmen konnten vereinbart werden – auch wenn wir uns innerhalb der Arbeitsgruppe teilweise noch nicht über den Zeitplan der Umsetzung einig sind.»

Hochbauvorsteherin Regina Arter (SVP)

Die Vermutung, dass die beiden für den Ursprung der Gerüche verantwortlich sind, steht immer noch im Raum. Die Betreiber wehren sich gegen solche Pauschalvorwürfe. «Vier Massnahmen konnten vereinbart werden – auch wenn wir uns innerhalb der Arbeitsgruppe teilweise noch nicht über den Zeitplan der Umsetzung einig sind», sagt Hochbauvorsteherin Regina Arter (SVP), die für die Gemeinde Einsitz in die Gruppe nimmt. «Die Anwohner möchten natürlich alles so schnell wie möglich umsetzen, aber von Seiten des Kantons wird aus Erfahrung zu Vorsicht gemahnt.» 

Externe Meinung

Eine Massnahme ist der Beizug eines externen Experten, der sowohl Schweinezucht als auch Biogasanlage begutachten und einschätzen soll. Der Besuch soll bis Mitte November erfolgen. «Die Betreiber der Anlage werden wohl die Kosten für diesen Experten übernehmen müssen», sagt Arter. «Auch sie setzen sich dafür ein, das Problem möglichst schnell lösen zu können.» Ein von den Anwohnern geforderter Biofilter, der in anderen Betrieben eingebaut ist, werde immer wieder ein Thema. «Doch bevor nicht abschliessend geklärt ist, dass die Gerüche tatsächlich von Schweinezucht oder Biogasanlage stammen, macht eine solche Investition wenig Sinn.» 

Neue Befragung geplant

Eine weitere Massnahme ist die strukturierte Befragung von je 60 Anwohnern aus drei Teilgebieten von Gutenswil. Diese sollen Protokoll über die Geruchsimmissionen führen. «Doch es muss mindestens die Hälfte aller Fragebögen ausgefüllt eingereicht werden, um die Studie auswerten zu können», sagt Arter. Mit dieser Massnahme will der Kanton noch abwarten, bis der Expertenbericht vorliegt. 

«An der Volketswiler Gewerbeausstellung wurde ich oft auf dieses Thema angesprochen und daraus haben sich gute Gespräche ergeben.» 

Hochbauvorsteherin Regina Arter (SVP)

Regina Arter hat mittlerweile mit Stephan Fürst, Abteilungsleiter Hochbau der auch in der Arbeitsgruppe sitzt, eine andere Biogasanlage im Kanton besichtigen können. «Man kann die Situation zwar nicht eins zu eins vergleichen, da diese Anlage kleiner ist, aber es waren trotzdem viele Parallelen ersichtlich, auch was die Reklamationen angeht.» Nun versuche man diese neuen Eindrücke in die Lösungsfindung in Gutenswil einfliessen zu lassen.

Telefon läuft weiter

Weiter wird am Betrieb des Beschwerdetelefones für Anwohner festgehalten – auch wenn die Zahl der Meldungen etwas zurückgegangen sei. «Doch dies ist wohl witterungsbedingt», sagt die Gemeinderätin. Die Meldungen können nach vermehrter Kritik seitens der Bevölkerung mittlerweile anonym bei den Betreibern der Schweinezucht und Biogasanlage eingereicht werden. Die Daten werden wöchentlich an Kanton und Gemeinde weitergegeben. 

Erste Ergebnisse

«Die vierte Massnahme besteht darin, die Bevölkerung regelmässig über den Stand der Arbeitsgruppe zu informieren», sagt Arter. In den nächsten Tagen soll auf der Gemeindewebsite eine erste Auflistung der Meldungen des Beschwerdetelefones aufgeschaltet werden. Sobald man mit den Einwohnern ins Gespräch komme und aufzeigen könne, was im Hintergrund alles für Abklärungen laufen, sei das Verständnis meist schnell da. «Auch an der Volketswiler Gewerbeausstellung wurde ich oft auf dieses Thema angesprochen und daraus haben sich gute Gespräche ergeben.» 

«Wir sind uns offenbar noch nicht ganz einig, was die Spielregeln bezüglich der Kommunikation angeht.»

Hochbauvorsteherin Regina Arter (SVP)

Wie gross die Kosten sind, die bereits durch alle Abklärungen und den Aufwand durch die Beschwerdehotline generiert wurden, kann sie nur grob einschätzen. «Dadurch dass die Verwaltung in die Sammlung der Daten involviert ist, entstehen natürlich zusätzliche Kosten», sagt Arter. Ab Juni stieg die Zahl an Reklamationen drastisch an. «Ich schätze, dass seither ein Verwaltungsaufwand von rund 5000 Franken entstanden ist.» Wie teuer dann die Einschätzung des Experten wird, sei noch nicht klar. Die Befragung alleine soll mehr als 10’000 Franken kosten. Wer dafür aufkommt, steht ebenfalls noch nicht fest.

Spielregeln besprechen 

Mittlerweile konnten die Mitglieder der Arbeitsgruppe einen Termin für eine weitere Sitzung finden – was sich laut Arter als relativ schwierig herausstellte. «Zudem sind wir uns offenbar noch nicht ganz einig, was die Spielregeln bezüglich der Kommunikation angeht.» Damit wird auf den Newsletter des Anwohnervertreters der Arbeitsgruppe angespielt, der bereits kurz nach der ersten Sitzung über deren Inhalt berichtete – bevor das Protokoll von allen beteiligten abgesegnet war. «Dies wird bestimmt an der nächsten Sitzung ein Thema sein»

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Vielleicht kommt der Gestank auch von der Kompostieranlage Gerber in Fehraltorf.
Dort stinkt es viel.
Wenn man mit dem Auto vorbeifährt, stinkt es nie vom Schwrinestall her, aber oft vom Gerber her.
Vielleicht müsste man den Geruch nicht immer nur in der Unmittelbaren Nähe suchen.