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Zwei Fälle von massivem Littering in Wetzikon

Auf der Suche nach den Abfallsündern

Zwei Fälle von massivem Littering in Wetzikon

Kiloweise Gartenabfälle im Kemptner Wald, Autopneus im Ried - in Wetzikon gab es in letzter Zeit gleich zwei Fälle von illegaler Abfallentsorgung im grossen Stil. Bei der Stadt spricht man von Einzelfällen.

Annette
Saloma
Dienstag, 06. November 2018, 15:44 Uhr Auf der Suche nach den Abfallsündern
Gleich kiloweise entsorgte jemand Gartenabfälle im Kemptner Wald.
Bild: Seraina Boner

Werner Peter staunte nicht schlecht, als er Ende Oktober mehrere Abfallsäcke mit Erde in seinem Waldstück im Kemptnerwald fand. Unbekannte hatten sich tatsächlich die Mühe gemacht, die Erde, die Peter auf über eine Tonne schätzte, in Säcke zu verpacken, in den Wald zu karren und einfach liegenzulassen.

In Sachen Gartenabfall wurde bei der Kantonspolizei Anzeige gegen Unbekannt erstattet. Auch Revierförster Stefan Burch machte sich auf die Suche nach dem mutmasslichen Abfallsünder. Bis anhin ohne Erfolg. Trotzdem kann Buch, der auch Wetziker EVP-Gemeinderat ist, in dieser Sache einen kleinen Erfolg verzeichnen.

Meldungen nach Zeitungsaufruf

Nachdem der «Zürcher Oberländer» in einem Artikel über illegal entsorgte Erde im Kemptner Wald berichtete, läutete bei ihm mehrmals das Telefon. Er hatte Hinweise zum Entsorgungssünder gesucht, beispielsweise jemand, der Töpfe mit den Massen 100x40x40cm hat, in denen bis vor Kurzem Tuja und Immergrün als Hauptbepflanzung wuchsen.

Tatsächlich meldete sich eine Frau, die eine Neubepflanzung gesichtet hatte. «Nach einem Augenschein stellte ich jedoch fest, dass diese Neubepflanzung nicht vom Stifter der illegalen Deponie stammen kann», sagt Stefan Burch.

Doch die Sache nahm eine positive Wendung. «Ein Herr rief mich an, ob er die Erde für die Bepflanzung eines Hochbeets haben kann», erzählt der Förster. Ganze sieben Säcke habe der Mann abgeholt. «Besser, als alles entsorgen zu müssen.» Den Rest entsorgte die Stadt Wetzikon in der Grünkompostanlage hinter der Kezo. Allgemein hatte sich Burch aber mehr Rückmeldungen erhofft. Der Täter ist weiterhin unbekannt.

Abfallsünder müssen mit hohen Bussen rechnen. Es wurde Anzeige gegen Unbekannt erstattet. (Bild: Seraina Boner)

Nur wenige Tage später ereignete sich ein weiterer Fall von Littering im grösseren Stil. Jemand entsorgte illegal Autoreifen auf offener Wiese im Robenhauser Ried – ein Spaziergänger hielt das Littering am 1. November fotografisch fest und postete es in einer Wetziker Gruppe auf Facebook .

Die beiden Fälle seien bedauerlich und unverständlich, sagt Stadtschreiber Marcel Peter. «Trotzdem handelt es sich eher um Ausnahmen - von einer Regelmässigkeit kann keine Rede sein.»

Vielmehr werde Littering auf öffentlichem Grund im Kleinen begangen: Weggeworfene Trinkdosen, Lebensmittelverpackungen und Zigarettenstummel. «Über das ganze Jahr sind das über  fünf Tonnen Abfall, welche wir mit unserer mobilen Einsatzgruppe einsammeln. Dabei handelt es sich um ein Beschäftigungsprogramm der Stadt Wetzikon für Personen, die Sozialhilfe beziehen. 

Illegal entsorgte Autoreifen im Robenhauser Ried. (Bild: Facebook)

Marcel Peter hat kein Verständnis, wenn jemand seinen Abfall illegal entsorgt. «Generell ist die Abfallentsorgung kostengünstig», sagt er. «Beispielsweise bezahlt man auf vielen Geräten und Artikeln eine vorgezogene Entsorgungsgebühr.»  Das Gerät oder der Artikel könne somit gratis beim Detailhandel oder in Fachgeschäften zurück gegeben werden. «Mittlerweile kann in vielen Geschäften sogar die Verpackung zurückgelassen werden.» Autoreifen kann man bei Garagisten entsorgen, für 2.50 bis 5 Franken pro Reifen.

Weitere Hinweise erhofft

Wie Stadtschreiber Peter ausführt, bringt die Stadt Wetzikon alle Fälle von illegaler Entsorgung zur Anzeige, sofern die verursachende Person ausfindig gemacht werden kann. «Die Verzeigung beim Statthalter kann schon alleine aufgrund der Administrativgebühren mehrere hundert Franken kosten», sagt Peter. «Fazit: Illegal entsorgen lohnt sich nicht.»

Stefan Burch hofft, dass sich auf den erneuten Aufruf auch im «regio» noch einmal Leute mit Hinweisen melden. «Das ist aktive Prävention für eine saubere Umwelt und somit einem schönen Erholungsraum», sagt er.

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