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«Roter Platz» soll Strasse sicherer machen

Volketswil

«Roter Platz» soll Strasse sicherer machen

Die Strasse Im Amt in der Volketswiler Aussenwacht Gutenswil ist neu mit roten Markierungen versehen. Diese sollen die Strasse für die Anwohner sicherer machen.

Beatrice
Zogg
Montag, 05. November 2018, 16:35 Uhr Volketswil
Roger Letter, Leiter Tiefbau, erklärte den Anwohner, wie die Gemeinde die Wünsche nach Verkehrsberuhigungsmassnahmen umsetzte.
Beatrice Zogg

Seit kurzem sind die Bauarbeiten «Im Amt» abgeschlossen und die Strasse ist für den Verkehr wieder offen. Ersetzt wurden aber nicht nur die Wasserleitungen. Mit den Sanierungsarbeiten wurde gleichzeitig durch die Gemeinde ein neues Konzept zur Verkehrsberuhigung realisiert (wir berichteten). «Für Volketswil ist es ein Pilotprojekt, das wir hier in Gutenswil umgesetzt haben», erklärte Roger Letter. Der Abteilungsleiter Tiefbau und Werke stellte am vergangenen Samstag anlässlich einer kurzen Strassenbegehung  , das Projekt, das von den Anwohnern initiiert worden war, nochmals kurz vor. 

Farbe als «Stupser»

So wurden an verschiedenen Strassenabschnitten durch die Gemeinde rote, breitflächige Farbflächen gesetzt. Im «Eingangstor» von Freudwil her kommend soll die rote Farbe den Automobilisten signalisieren, dass hier der Innerortsbereich beginnt. 

«Mit dem Rot wird quasi eine sprechende Situation mit den Verkehrsteilnehmern hergestellt. Es deutet an, dass etwas anders ist und soll so die Autofahrenden automatisch zu einer langsameren Fahrweise veranlassen», sagt Anwohner Marc Keller, der mit Quartierbewohnern die Initiative ergriff und bei der Gemeinde mit einem Verkehrsberuhigungskonzept vorstellig wurde. Ihr Ziel: Die enge Strasse Im Amt, die über kein Trottoir verfügt und für viele Autofahrende als «Schleichweg» zur Oberlandautobahn dient, sicherer für die Quartierbewohner zu machen. Unterstützt und begleitet wurden sie dabei von der Firma Ars Cognitionis. «Mit sogenannten Nudging-Massnahmen – also sanften ‹Stupsern› – kann im Verkehr mit einfachen Mitteln erreicht werden, dass der Strassenraum sicherer und effizienter wird», so Geschäftsführer Marko Kovic, der am Samstag ebenfalls vor Ort war.

«Das Strassenverkehrsgesetz schreibt genau vor, welche Art von farblicher Gestaltung erlaubt ist.»

Roger Letter, Abteilungsleiter Tiefbau und Werke

«Das von den Anwohnern präsentierte Konzept stiess bei uns auf offene Ohren. Die Vorschläge waren vernünftig und auch finanziell vertretbar» sagte Letter. Sie hätten sich zudem gut mit der Sanierung der Wasserleitungen realisieren lassen. Nicht alles hätte aber wie gewünscht umgesetzt werden können. «Das Strassenverkehrsgesetz schreibt genau vor, welche Art von farblicher Gestaltung erlaubt ist», sagte Letter anlässlich der Strassenbegehung. So seien etwa weisse Querstreifen, die immer in kürzeren Abständen gesetzt werden, in der Schweiz nicht erlaubt, da sie zu stark Haltebalken gleichen würden. «Erlaubt sind eingefärbte Flächen, Bänder oder auch gewisse Muster», so Letter. 

Erfahrungen sammeln

Im Amt wurde so etwa der Kreuzungsbereich zum Hagmerweg auf rund 20 Metern ebenfalls rot markiert. Der «rote Platz» wie er im Quartier bereits genannt wird, ist ein rot eingefärbter Belag, der speziell für diesen Abschnitt eingebracht wurde. Er ist etwas grobkörniger als der «normale» Asphaltbelag und fällt dadurch beim Drüberfahren zusätzlich auf. Ergänzt werden die Verkehrsberuhigungsmassnahmen mit zwei seitlich an der Strasse aufgemalten roten Streifen. «Sie sollen bewirken, dass die Autofahrenden mehr zur Strassenmitte hin fahren und es so mehr Platz für Fussgänger oder Velofahrer gibt.»

Insgesamt haben die  Verkehrsberuhigungsmassnahmen rund 20’000 Franken gekostet. Letter kann sich vorstellen, dass das Projekt auch in anderen Teilen in der Gemeinde zur Anwendung kommen könnte. «Zuerst möchten wir aber Erfahrungen mit diesem Strassenabschnitt sammeln und unter anderem mittels Geschwindigkeitsmessungen und Rückmeldungen aus dem Quartier die Wirksamkeit überprüfen.»

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