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«Das deutsche Publikum ist sehr begeisterungsfähig»

Baumer Komiker bei «Lachnacht 2018»

«Das deutsche Publikum ist sehr begeisterungsfähig»

Walter Dux ist einer der wenigen Schweizer Komiker, der es geschafft hat, auf deutschen Bühnen anzukommen. Letzte Woche stand der Baumer bei der «Lachnacht 2018» in Duisburg auf der Bühne und brachte das Publikum mit seinen teils gewagten Witzen zum Lachen. Im Interview lässt Dux seinen Auftritt Revue passieren.

Rosa
Schmitz
Dienstag, 23. Oktober 2018, 20:00 Uhr Baumer Komiker bei «Lachnacht 2018»
Komiker Walti Dux auf der Bühne in Duisburg, Deutschland nach seinem Auftrifft an der «Lachnacht 2018».
PD

Wie oft sind Sie schon in Deutschland auf der Bühne gestanden?
Walter Dux: Oft! Angefangen hat alles 2011, als ich für eine Woche nach Berlin in den Quatsch Comedy Club eingeladen war. Seither hatte ich immer wieder Auftritte in Hamburg – im Schmidt Theater auf der Reeperbahn – und in verschiedenen anderen Städten. Vor kurzem kam sogar eine Anfrage für Auftritte auf einem deutschen Kreuzfahrtschiff. 22 Tage Karibik! Leider, konnte ich wegen bestehender Termine nicht annehmen.

Wie unterscheidet sich das deutsche Publikum vom Schweizer Publikum?
Das Publikum ist schon in der Schweiz sehr unterschiedlich. Es spielt eine grosse Rolle, ob du an einer Gala in einer grösseren Stadt oder an einem Dorfjubiläum auf dem Land auftrittst. So besteht auch ein riesiger Unterschied zwischen Berliner und Hamburger Publikum. Bei den einen kann es nicht schnell genug gehen, die anderen lieben es etwas bernerisch bedächtiger. Generell erlebe ich das deutsche Publikum aber immer sehr gastfreundlich, begeisterungsfähig und vielleicht einen Zacken geselliger als die Schweizer. Auch steht es viel schneller zu einer Standing Ovation auf, was natürlich jeden Künstler freut. Umgekehrt kommt die Publikumsreaktion – Zwischenrufe, Pfiffe – aber auch schneller, wenn es den Zuschauern nicht gefällt. Selber habe ich es zum Glück noch nie erlebt, aber beobachten können – und das war nicht lustig.

Wie passen Sie ihr Programm an das unterschiedliche Publikum an?
Mittlerweile habe ich ein bewährtes Deutschland-Programm, das ich immer weiter ausbaue. In Deutschland kann ich einiges frecher sein, die Zuschauer mehr in die Show einbeziehen. Meistens rutscht auch die Gürtellinie im Laufe des Auftritts etwas tiefer als in der Schweiz. Die Deutschen sind da etwas lockerer drauf.

Vor wem ist es leichter aufzutreten – Wer hat den besseren Sinn für Humor?
Meine persönliche Erfahrung ist, dass das deutsche Publikum schneller auf den Unterhaltungszug aufspringt. In der Schweiz braucht es oft etwas mehr Geduld. Wenn alle Männer im Publikum die Arme verschränkt haben und finden, sie selber seien sowieso lustiger als der andere auf der Bühne, kann das manchmal dauern. Dann muss ich alle Register meines Könnens ziehen, bis es zu einer Lach-Party kommt.

Haben Sie das Gefühl, dass Sie als Schweizer Komiker in Deutschland willkommen sind?
Bis jetzt unbedingt, sonst würde ich es auch nicht machen. Es ist ja immer mit einer gewissen Reiserei verbunden, die ich sonst nicht auf mich nehmen würde.

Gibt es denn irgendwelche Vorbehalte gegenüber Ihnen oder den Schweizern im Allgemeinen?
Der Moderator in Duisburg, Wolfgang Trepper, hat es bei der Anmoderation auf den Punkt gebracht: «Er kommt aus der Schweiz, aber er kann nichts dafür!» Was an meinen Auftritten immer gut ankommt, ist eine gewisse Selbstironie. Ich darf mich und die Schweizer nicht zu ernst nehmen. Für unsere deutschen Nachbarn sind wir immer noch ein kleines Land, das in letzter Zeit ein wenig Glück gehabt hat, aber eigentlich nicht wirklich Fussball spielen kann.

Wo treten Sie am liebsten auf?
Die Lachnacht in Duisburg war wirklich toll. Sehr nette und gastfreundliche Menschen vor und hinter der Bühne, eine fast ausverkaufte grosse Halle und tolle Comedy-Kollegen. Die Mix-Show war ein voller Erfolg, und ich bin sehr dankbar für diese Einladung. Sehr gerne bin ich aber auch im Schmidt Theater in Hamburg, das als eines der schönsten Theater Deutschlands gilt. Die Reeperbahn ist einfach immer ein Höhepunkt in meinem Tourplan. Jetzt geht’s im Dezember aber erst mal nach Hannover ins Zimtsternkabarett. Auf die zwei Auftritte freue ich mich sehr.

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