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Das Mehlhüsli macht Seuzach lebendiger

Umbau ist abgeschlossen

Das Mehlhüsli macht Seuzach lebendiger

Rund ein Jahr lang haben es Mitglieder des Vereins Konfetti umgebaut, nun ist das Mehlhüsli in Seuzach fertig. Der ehemalige Lagerraum des «Bernergüetli» kann nun für Sitzungen und Feste gemietet werden.

Michael
Hotz
Mittwoch, 10. Oktober 2018, 18:44 Uhr Umbau ist abgeschlossen

Etwas unscheinbar steht das Mehlhüsli beim Kreisel in Seuzach, gleich gegenüber dem Gemeindehaus. Bei genauerem Hinschauen sticht einem dieses kleine Häuschen mit gelblichen Backsteinwänden und rostrotem Satteldach aber doch ins Auge.

Die älteren Semester kennen das Gebäude, das 1880 erbaut worden ist, noch als Milchhüsli. Ab den 1930er Jahren wurde es dann als Lagerraum von der damals angrenzenden Bäckerei Bernergüetli genutzt, die später zu einem Restaurant umfunktioniert und 2011 abgerissen wurde. Im Jahr darauf erwarb die Gemeinde das Häuschen. Aber was soll man mit diesem Zeitzeugen machen? Es abreissen oder doch sanieren?

Alte Fotos dienten als Vorlage

Am Ende setzten sich diejenigen durch, die das Häuschen erhalten wollten. Der Verein Konfetti nahm sich der Sanierung an, in Absprache mit der Gemeinde. Ende August 2017 starteten die Vereinsmitglieder mit der konkreten Umsetzung. Nun, gut ein Jahr später, ist das neue Mehlhüsli fertig. «Wir übernahmen eigentlich vier Rohbacksteinwände, sonst nichts. Es hatte weder Strom noch eine Heizung und Wasseranschlüsse», erinnert sich Vereinspräsident Martin Tanner zurück.

Dafür kann sich das fertige Mehlhüsli mehr als sehen lassen. Es kommt nun in frischem Jahrhundertwende-Stil daher. Retro sollte es werden und ist es nun auch. Bei der heimatkundlichen Sammlung bediente man sich alter Fotos, um das Häuschen möglichst detailgetreu zu erhalten. So hat es zum Gemeindehaus hin eine angedeutete Türe – wie früher. Auch das Schild mit der Versicherungsnummer 1 prangt wieder am ehemaligen Milchhüsli.

Im Retro-Stil mit modernem Touch

Innen ist das Mehlhüsli eine Mischung aus heimeliger Bauernstube mit entsprechendem Mobiliar und modernster Haustechnik. Der Zugang erfolgt beispielsweise mittels elektronischem Zugangscode. Das Licht lässt sich zentral über einen Touchscreen regeln.

Zur Erinnerung: So sah das Mehlhüsli vor dem Umbau aus. (Foto: PD)

130 000 bis 140 000 Franken kostet die Komplettsanierung gemäss Martin Tanner, wobei die Gemeinde 60 000 Franken beisteuert. Den Rest wird über Spenden von Privaten und Firmen finanziert. Hinzukommen etliche Stunden an Freiwilligenarbeit, welche die rund 40 Vereinsmitglieder und weitere Helfer geleistet haben. 2084 Stunden sind es aktuell. Marcel Fritz, Gemeinderat und ebenfalls Konfetti-Mitglied, hat sich diese Zahl genau notiert.

Erste Anzeichen für ein Zentrum

Das Mehlhüsli bietet rund 30 Personen Platz. Die Lokalität mit gut ausgestatteter Infrastruktur kann für Sitzungen, Geburtstage und andere Feste einfach über die Mehlhüsli-Webseite gemietet werden, die aktuell eingerichtet wird. Die Gemeinde werde in Zukunft gerne darauf zurückgreifen, lässt Marcel Fritz durchblicken. «Man kommt rein, schliesst den Laptop an den eingebauten Beamer an und kann gleich loslegen. Alles ist so simpel wie möglich.»

So kann man das Mehlhüsli mieten

Betrieben wird das Mehlhüsli vom Verein Konfetti. Er bietet drei Zeitblöcke an, während denen das Häuschen für Sitzungen und Feste gemietet werden kann: 9 bis 13 Uhr, 13 bis 18 Uhr und 18 bis 8 Uhr am nächsten Tag. Pro Zeitblock bezahlen in Seuzach wohnhafte Personen einen Unkostenbeitrag von 40 Franken. Eine Buchung ist auf der Webseite www.mehlhuesli.ch möglich, die aktuell noch entwickelt wird.


Das Mehlhüsli trägt auch den Gedanken der Vision 2063 mit, gemäss der die Gemeinde bis dann über einen Dorfkern verfügen soll. «Die Lokalität belebt Seuzach und hilft mit zu verhindern, dass wir eine anonyme Schlafgemeinde werden», betont Marcel Fritz. Mit dem Rösslipark, dem neugebauten Restaurant Sonne und der Post gleich nebenan sieht er erste Anzeichen für ein kleines Zentrum im Umfeld des Kreisels.

Grundstein für die Liebe

Dass das Mehlhüsli für Aufsehen im Dorf sorgte, erlebte Martin Tanner Samstag für Samstag: «Es kamen immer 15 bis 20 Einheimische vorbei, die sich ansehen wollten, was wir da genau machen.» Dabei kam es zu spannenden Begegnungen und Gesprächen, wie der Konfetti-Präsident anmerkt: «Ein älteres Ehepaar erzählte uns etwa, dass es sich hier beim Milchabliefern kennengelernt hatte.»

Der Verein Konfetti lädt am Wochenende vom 20. und 21. Oktober zum Tag der offenen Tür ins Mehlhüsli beim Kreisel in Seuzach. Von 9 bis 18 Uhr kann man an Samstag und Sonntag das umgebaute Häuschen besichtigen und sich im Festbeizli nebenan verköstigen. Um 16 Uhr gibt die Musikgesellschaft Seuzach am Samstag ein Platzkonzert.

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