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Freikirche will Kempten aufwerten

Freikirche will Kempten aufwerten

Die Freie Evangelische Gemeinde Wetzikon will unter dem Namen „Kulturfeld“ ein Treffpunkt für Kempten gestalten. 2019 soll ein Café eröffnen.

Xenia
Klaus
Freitag, 14. September 2018, 21:55 Uhr

Ein hoher Masten steht seit einem Monat mitten auf dem Gelände der Freien Evangelischen Gemeinde (FEG) in Kempten. Und ein Ping-Pong-Tisch. Ersteres sei am Abend bereits einigen Fahrradfahrern zum Verhängnis geworden, sagt Marcel Fässler, der für die beiden Neuerungen auf dem Areal verantwortlich ist. «Es wird hier halt schon sehr dunkel in der Nacht.» Der Grund, dass der Masten dort steht:  «Wir wollen das Potential des Geländes besser nutzen», sagt Fässler. Deshalb haben er und der FEG-Pastor David Gronau das Projekt «Kulturfeld» ins Leben gerufen.

Bis 2020 sollen weitere Teil des FEG-Geländes neu genutzt werden. Herzstück des Projekts wird der Pavillon sein, der auf einer Wiese schon ausgesteckt ist. Baubeginn ist im Oktober, im Frühling soll eine Eröffnungsparty steigen. Bis dann soll auch der Masten in der Mitte seinem Zweck zugeführt worden sein: Daraus wird ein Wimpeldach, nach dem Vorbild des Zürcher Frau Gerolds Garten. «Die Atmosphäre hier soll anders werden», so Fässler. Die Wimpel sind gerade in Arbeit, eine Seniorin näht sie.

Café, Food-Festival, Eisfeld

Der Pavillon wird als Café genutzt werden. «Das fehlt hier in der Umgebung», sagt Fässler. Auf der restlichen Wiese ist ein Spielplatz im Bau. «Und ein frei benutzbarer Grill soll her, öffentliches grillieren liebe ich», sagt Gronau.

Ihre Hoffnung sei es, so zum Quartiertreffpunkt zu werden und das eigene Gelände zu beleben. «Wir sind hier nicht ganz Agglo, aber fast. Es wird spannend sein, zu sehen, wie sich das weiterentwickelt», sagt Gronau. Auch die genaue Nutzung vom Hauptplatz und den noch freien Felder, solle sich mit der Zeit zeigen. «Wir nehmen es Feld für Feld.» Deshalb werde auch der Pavillon so gebaut, dass er leicht wieder rückgebaut werden könnte. «Wir wollen flexibel bleiben, vielleicht geht die Caféidee auch in die Hose, das ist schwierig abzuschätzen», so der Pastor. Konkrete Ziele können sie deshalb keine nennen: «Aber 2020 ein Food Festival hier zu haben, wäre schon sehr cool», sagt Fässler. «Oder im Winter ein Eisfeld. Hauptsache, das Gelände ist voll mit Leuten.»

Auch Jugendliche sind willkommen

Auch wenn Jugendliche dort «quatschen und trinken» wollen, sollen sie das, sagt Gronau. «Das dürfen sie ja nirgends, es heisst ständig Verbot, Verbot, Verbot. Ich finde das cool, wenn sie hier sind.»

Dass es bei einer offenen Nutzung auch zu unschönen Nebenerscheinungen komme, gehöre dazu: «Wir haben auch jetzt schon negative Erfahrungen mit eingetretenen Scheiben und ähnlichem gemacht.» Er sei überzeugt, dass die positiven überwiegen werden. Mehr Respekt als vor Vandalen-Akten hätten sie davor, eine Alkoholleiche einsammeln zu müssen. «Die Hoffnung ist, dass wir vorher eingreifen und das Gespräch suchen können.» Auf Gespräche hoffen sie zwar, sagen Gronau und Fässler: «Es sind wirklich alle willkommen, aber missionieren wollen wir nicht.»

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