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Auf Tuchfühlung mit Wirtschaft und Bevölkerung

Ustermer Stadtrat

Auf Tuchfühlung mit Wirtschaft und Bevölkerung

Beim jährlich stattfindenden Ustermer Wirtschaftsempfang konnten die Zuhörer den neu konstituierten Stadtrat kennenlernen. Dieser hatte die Gelegenheit, seine Pläne und künftige Herausforderungen vorzustellen.

David
Marti
Freitag, 14. September 2018, 20:36 Uhr Ustermer Stadtrat

Sieben Stadträte standen am Wirtschaftsempfang im Ustermer Stadthofsaals den rund 120 Zuschauern für Fragen zur Verfügung. Doch es kamen innerhalb des Forums keine, trotz mehrmaliger Aufforderung von Moderator Hansruedi Gallliker, der seinerseits später eine brisante Frage an die Ustermer Exekutive stellte. Somit blieb der erste Teil des Anlass am Donnerstagabend auf den Dialog zwischen Galliker und den referierenden Stadträten und Gastrednern beschränkt. Obwohl die Veranstaltung in einer Mitteilung der Stadt «Im Dialog mit dem neuen Stadtrat» tituliert wurde.

«72 Tage im Amt als Bauvorstand reichen um das Megaprojekt Stadtraum 2035 im Griff zu haben, oder?»

Hansruedi Gallliker, Moderator

Fünf Grossprojekte  

Der Stadtrat von Uster hat sich im Juli dieses Jahres frisch konstituiert. Stadtpräsidentin Barbara Thalmann (SP) ergriff als erste das Wort: «In unser Stadt läuft viel: Stadtraum 2035, Zeughausareal, Kulturgelage, Plan U und Inklusionsstadt Uster sind wichtige Projekte.» Diese fünf hätten die Gemeinsamkeit, dass sie unter der Mitwirkung der Bevölkerung, Gewerbe und Industrie entwickelt worden seien und noch entwickelt würden. Galliker hakte nach und fragte, was Thalmann unter «gemeinsamen Bauen» verstehe. Selbstverständlich könne man nicht mit allen 35‘000 Einwohner von Uster diskutieren, sagte Thalmann. Es sei aber wichtig, dass Ideen zu Projekten «aus vielen Köpfen komme».

«Ja, mal schauen, ob wir irgendwo noch ein bisschen Kies finden.»

Cla Famos (FDP), Abteilungsvorsteher Finanzen

Galliker machte die Überleitung zu Stadtrat Stefan Feldmann (SP): «72 Tage im Amt als Bauvorstand reichen um das Megaprojekt Stadtraum 2035 im Griff zu haben, oder?» Dieser quittierte die herausfordernde Frage mit einem Lachen. «Das wage ich noch nicht zu beurteilen. Zu diesem Projekt habe ich zwei dicke Ordner überreicht bekommen.» Das Vorhaben sei aber sehr gut aufgegleist, sagte Feldmann.

Famos bezahlt

Derjenige, der diese Projekte bezahlen müsse, sei Stadtrat Cla Famos (FDP), sagte Galliker und wandte sich an den Ustermer Finanzvorstand. Dieser sorgte mit der Aussage «Ja, mal schauen, ob wir irgendwo noch ein bisschen Kies finden», für den Lacher des Abends. Bekanntlich hätte die Stadt mit dem umstrittenen Kiesabbau im Ustermer Hardwald rund 32 Millionen Franken einnehmen sollen. Ob dieser realisiert wird, ist aber noch ungewiss.

An eine andere pikante Chose der Ustermer Politik erinnerte Galliker: «Frau Bernet, Sie haben ja geholfen dieses Nettovermögen ein bisschen zu vernichten.» Damit erinnerte der Moderator gewollt oder ungewollt an den Umstand, dass Stadträtin Patricia Bernet (SP) das Budget 2016 der Primarschulpflege um rund 2 Millionen Franken überzogen hatte. Ob sie schon wieder neue Ideen habe, was Cla Famos mit dem Eigenkapital anfangen solle, oder ob der Schulraum jetzt ausreiche. Bernet nahm die Anspielung mit einem Lächeln entgegen. «Wir haben im Moment genug Schulraum. Das Schulhaus Krämeracker ist zum richtigen Zeitpunkt gebaut worden», so die Primarschulpräsidentin. Zum Abschluss der Veranstaltung dürfte den geladenen Gästen wohl der Apéro im Stadthofsaal geholfen haben, um doch noch die eine oder andere Frage an die Ustermer Stadträte zu stellen.

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