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Evel Rowdies chauffieren Kinder durch Wetzikon

Viertes Mal Chinderfäscht

Evel Rowdies chauffieren Kinder durch Wetzikon

Ausnahmezustand in Wetzikon: Am Samstag verwandelte die vierte Ausgabe des Chinderfäscht Wetzikon die Bahnhofstrasse in einen Abenteuerspielplatz. Die Kinder konnten sich an 30 Stationen vergnügen - sogar eine Töfffahrt war inbegriffen.

Redaktion
Züriost
Samstag, 08. September 2018, 17:33 Uhr Viertes Mal Chinderfäscht

Für einmal herrscht fröhliche Anarchie im Zentrum von Oberwetzikon. Auf der Bahnhofstrasse vor dem Oberlandmärt, wo sich sonst Autokolonnen durchwälzen, wuseln spielende Kinder über den Asphalt. Zwischen Stadthaus und Kirche geht an diesem Samstag bei strahlendem Sonnenschein die vierte Ausgabe des Chinderfäscht Wetzikon über die Bühne.

Über 30 Vereine und Organisationen beteiligen sich dieses Jahr an dem Fest. Das Angebot lässt kaum Kinderwünsche offen. In der Hüpfburg herrscht ein wildes Durcheinander purzelnder Rabauken. Auf einem Mini-Unihockeyfeld jagen dutzende Kinder mit viel zu grossen Schlägern farbigen Plastikbällen nach.

Schlangenbrot und Kügelibahn

Im Schminkzelt sitzen kleine Mädchen mit stoischen Blicken und lassen sich Schmetterlinge und Katzenvisagen aufs Gesicht malen. Etwas jüngere Kinder mauern daneben mit XXL-Legosteinen oder wühlen sich durch eine mit Sand gefüllte Lastwagenmulde - ein Sandkasten im Grossformat.

Am Stand der Jugendmusik hämmern zwei Jungs auf ein Schlagzeug ein, während an der Feuerstelle im Park dahinter Familien Schlangenbrot backen oder die Leitungsrohr-Kügelibahn des Vereins Robinsonspielplatz ausprobieren.  

Zufriedene Organisatoren

Renée von Rotz vom Organisationskomitee freut sich. «Schon kurz nach Festbeginn um 10 Uhr ging hier die Post ab.» Der Anlass habe sich gut etabliert. So viele Besucher seien es bisher noch nie gewesen.

«Das liegt vielleicht auch am Wetter», sagt ihre OK-Kollegin Karin Kaufmann. Zwar hätten sie in den vergangenen Jahren ebenfalls viel Sonne gehabt. «Doch diesmal ist es nicht so heiss. Statt in die Badi zu gehen, kommen die Familien hierher.»

Der Verein Chinderfäscht Wetzikon, der von der Stadt finanziell unterstützt wird, wurde 2014 gegründet. «Das Ziel war für Kinder und Familien einen Anlass zu organisieren, der viele Aktivitäten anbietet, aber nicht kommerziell ist», sagt von Rotz.

«Dass wir für einen solchen Anlass eine Kantonsstrasse mitten im Stadtzentrum sperren dürfen, ist keine Selbstverständlichkeit»

Renée von Rotz, Organisationskomitee Chinderfäscht Wetzikon

Für die Vereine sei die Präsenz am Chinderfäscht aber auch eine Möglichkeit Werbung zu machen. «Der Leichtathletikverein hatte vor ein paar Jahren beispielsweise noch gar keine Kinderabteilung. Jetzt gibt es in dieser Altersgruppe eine Warteliste.»

Seit diesem Jahr sei auch die Verkehrssituation rund um das Fest verbindlich geregelt. «Dass wir für einen solchen Anlass eine Kantonsstrasse mitten im Stadtzentrum sperren dürfen, ist keine Selbstverständlichkeit», sagt von Rotz.

Vor zwei Jahren sei der Verkehr noch mitten durchs Festareal geflossen. Die Attraktionen drängten sich auf den Trottoirs. «Das war keine gute Situation. Viele Autofahrer haben sich genervt.» Die Vollsperrung sei für die Sicherheit der Kinder viel besser.

«Die Kinder finden das super. Die haben überhaupt keine Angst vor uns.»

Mirko, Vizepräsident Evel Rowdies MC Highland

Die Einzigen, die mit ihren Fahrzeugen auf das Areal dürfen, sind die Biker der Evel Rowdies MC Highland. Die bärtigen Rocker mit den schwarzen Lederjacken bieten Rundfahrten für die Kleinen an. «Die Kinder finden das super. Die haben überhaupt keine Angst vor uns», sagt Mirko, der Vizepräsident des Clubs. «Manche Eltern haben da etwas mehr Vorurteile.» 

Laut hupend kehrt gerade ein Konvoi von einer weiteren Spritztour zurück. Mit strahlenden Gesichtern klammern sich die Kinder an die Lederjacken ihrer Fahrer, während die nächste Gruppe zukünftiger Motorrad-Fans bereits in der Schlange wartet.

Hüpfburg und Barfussweg

Andere brauchen nach all der Aufregung eine Pause. Am Essstand neben der Bushaltestelle gibt es für drei Franken Pasta oder rohe Bratwürste zu kaufen. «Bräteln kann man die selber bei der Feuerschale da drüben», sagt die Frau hinter der Theke.

An den Festbänken macht sich derweil eine Familie über Penne an Tomatensauce her. Was ihnen denn am Chinderfäscht am besten gefalle? «Das Unihockeyspielen ist cool, sagt einer der Jungs – die Anderen stimmen ihm zu. «Und die Hüpfburg ist auch super und der Barfussweg bei der Pfadi.»»Ob sie nächstes Jahr wieder kommen wollen? «Ja klar.» (Manuel Bleibler)

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