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Den Menschen hinter dem Wissenschaftler beleuchten

Talk-Show «Wissenschaft persönlich»

Den Menschen hinter dem Wissenschaftler beleuchten

Die Talk-Show «Wissenschaft persönlich» startet kommenden Dienstag in die fünfte Staffel. Gastgeber Beat Glogger will dabei nicht bloss über faktische Befunde sprechen, sondern die Persönlichkeit seiner Gäste kennenlernen. Er scheut sich deshalb nicht, private Fragen zu stellen.

Michael
Hotz
Mittwoch, 29. August 2018, 17:56 Uhr Talk-Show «Wissenschaft persönlich»

«Wissenschaftler haben etwas zu sagen, denn sie sind auch Menschen mit Gefühlen, Träumen und Niederlagen.» Dies aufzuzeigen ist das Ziel von Beat Glogger. Deshalb rief er 2016 die rund einstündige Talk-Show «Wissenschaft persönlich» ins Leben, die am Dienstag, 4. September, in die fünfte Staffel geht.

Personen aus der Wissenschaft erzählen von ihrer Forschung und ihrem Leben. So geht es in «Wissenschaft persönlich» nicht nur um faktische Befunde, sondern vor allem auch um die Persönlichkeit der Gäste, deren Motivation und Leidenschaft.

Den Geist der Stadtbibliothek beschworen

Um dieses Ziel zu erreichen, hat Beat Glogger einen Grundsatz für seinen Talk: «Ich darf meine Gäste alles fragen. Sie dürfen aber einen Joker ziehen, wenn sie nicht antworten wollen.» Er lade also nur Wissenschaftler ein, die über sich erzählen wollen. Dadurch seien schon viele schöne, lustige und auch traurige Momente entstanden.

Die nächsten Termine von «Wissenschaft persönlich»
- Dienstag, 4. September, 19 Uhr: «LSD – Comeback einer Droge als Medikament» mit Matthias Liechti, stv. Chefarzt Klinische Pharmakologie und Toxikologie Unispital Basel.
- Dienstag, 2. Oktober, 19 Uhr: «Gentechpflanzen und Biolandbau, ein Widerspruch?» mit Urs Niggli, Direktor Forschungsinstitut für Biologischen Landbau, Frick.
- Dienstag, 6. November, 19 Uhr: «Sichere Stromversorgung für die Zukunft» mit Gabriela Hug, Institut für Energieberatung, ETH Zürich.
- Dienstag, 4. Dezember, 19 Uhr: «Selbstfahrende Autos – eine Gefahr?» mit Bernhard Gerster, Leiter Automobiltechnik, Fachhochschule Bern.

Die Talks finden in der Stadtbibliothek Winterthur statt. Weitere Informationen zum Talk und zu den Tickets finden Sie hier.

Wir verlosen 2x2 Tickets für die nächste Ausgabe von «Wissenschaft persönlich» am Dienstag, 4. September. Zum Wettbewerb geht es hier.


Der Neuropsychologe Peter Brugger, der den Glauben an Übersinnliches erforscht, beschwor mit einem Pendel den Geist der Winterthurer Stadtbibliothek. Den Krebsarzt Felix Niggli fragte Beat Glogger, ob er am Bett von sterbenden Kindern auch weinen müsse. Und aus der Intelligenzforscherin Elsbeth Stern versuchte er herauszukitzeln, was sie selbst für einen IQ habe.

Den Mut haben, auch nachzuhaken

Damit er seine Gäste besser kennenzulernen kann, führt Beat Glogger mit ihnen ein Vorgespräch: «Aber die Fragen, die ich ihnen im Talk stellen werde, verrate ich nicht.» Während des eigentlichen Gesprächs in der Stadtbibliothek Winterthur baut der Gastgeber dann auf seine grosse Erfahrung, die er an öffentlichen Podien und Talks mit über 1000 Gästen gesammelt hat.

(Video: Youtube/higgs)

Das Wichtigste sei jeweils, den Gästen ein gutes Gefühl zu geben, damit sich diese öffnen. «Vor allem muss man gut zuhören. Und man darf keine Scheu zum Nachhaken haben. Dazu gehört auch eine Portion Mut», führt Beat Glogger aus. Die Gäste kämen jeweils mit einer Mission in den Talk, im Gegenzug müssten sie aber etwas aus ihrem Privatleben preisgeben.

Hemd von den Olympischen Spielen 1984

Um den Gesprächen eine persönliche Ebene zu verleihen, bringen die Gäste verschiedene Dinge mit: ein Foto, einen Gegenstand und ein Musikstück. Dadurch erfahren die Zuschauer spannende Einblicke ins Leben der Wissenschaftler. So brachte der Krebsarzt Felix Niggli ein uraltes Hemd mit. «Sein Vater hatte es als Punktrichter im Dressurreiten von den Olympischen Spielen 1984 getragen. Heute benutzt es Niggli auf seinen Wandertouren, zu Ehren seines Vaters», erzählt Beat Glogger.

Klimaforscher Thomas Stocker brachte den ersten Taschenrechner aus seiner Kindheit mit, und der Rechtsmediziner Christian Jackowski einen abgebrochenen Stabhochsprungstab, den er als Elitesportler in Studienzeiten benutzt hatte.

Die Songtexte werden analysiert

Auch von den mitgebrachten Liedern versucht Beat Glogger auf die Persönlichkeit seiner Gäste zu schliessen: «Ich schaue mir jeweils die Texte der Lieder an und konfrontiere meinen Gesprächspartner mit Passagen aus dem Song.» Auch so lässt sich Tiefe in ein Gespräch bringen, was das Ziel des Gastgebers ist. «Wenn ich es einmal nicht schaffe meinen Gast aufzuweichen, ärgere ich mich. Zum Glück ist das bis jetzt nur selten vorgekommen.»

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