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Sitzbänke als «Schlüssel zur Seele»

Wo stehen die schönsten Bänke in der Region?

Sitzbänke als «Schlüssel zur Seele»

Monika Schwentner hilft dem Verein Bankkultur bei der Erstellung einer Sitzbank-Datenbank. Ihr Engagement hat einen persönlichen Hintergrund.

Samstag, 25. August 2018, 11:14 Uhr Wo stehen die schönsten Bänke in der Region?

Wer sich auf eine Wandertour vorbereitet, schaut sich vielleicht die Wanderroute, Verpflegungsmöglichkeiten oder ÖV-Anschlüsse an. Wenn sich Monika Schwentner mit ihrem Hund Chilly auf den Weg macht, möchte sie auch wissen, wo sie sich ausruhen kann. Denn Schwentner hat einen angeborenen Herzfehler und muss sich bei Bedarf schnell hinsetzen oder hinlegen können. Sitzbänke sind in diesen Situationen Gold wert. Auf herkömmlichen Landkarten sucht man diese aber vergeblich.

Auf Facebook ist Monika Schwentner auf den Verein Bankkultur gestossen. Renate Albrecher hat den Verein gegründet, um die öffentlichen Sitzgelegenheiten zu dokumentieren. Der Verein sieht die Bänkli als «Schlüssel zur Seele der Schweiz», wie er auf seiner Website schreibt. Albrecher ist Präsidentin und Gründerin des Vereins Bankkultur. Sie sagt, sie sehe seit dem Projektstart plötzlich überall Bänkli, die sie vorher nicht bewusst wahrgenommen hat: «Wer mal mit den Bänklis anfängt, wird sehr schnell ‹banko-phil›.»

 

«Wer mit den Bänklis anfängt, wird sehr schnell ‹bankophil›.»
Renate Albrecher, Präsidentin Verein Bankkultur

 

Zuerst hat der Verein Bilder und Geschichten auf Facebook und Instagram hochgeladen, seit einigen Monaten betreibt der Verein die Webseite www.bankgeheimnisse.ch, wo man eine interaktive Bänkli-Landkarte findet und auch selbst Bänkli und Geschichten dazu erfassen kann. Viele Einträge sind mit Fotos der Bank oder der Aussicht versehen.

Tobelbänke bevorzugt

Schwentner hat sich stark in das Projekt eingebracht: Wer sich durch die Bänke im Zürcher Oberland klickt, stösst immer wieder auf ihren Namen als «Bankgründerin» (siehe Box). Sie ist durch einen Rehaaufenthalt in Wald auf das Zürcher Oberland als Wanderdestination aufmerksam geworden: «Mit der S-Bahn bin ich von meinem Wohnort Birmensdorf in 45 Minuten hier.» Das sei viel komfortabler als die drei bis vier Stunden, die man in andere Wanderregionen wie zum Beispiel ins Berner Oberland fahren muss.

Im Sommer ist sie ein- bis zweimal pro Woche in der Region unterwegs. Meistens geht Schwentner dabei «auf gut Glück» los und entdeckt so neue Wanderrouten und Sitzbänke im Zürcher Oberland. Am liebsten sind ihr Bänke, die in einem Tobel liegen: «Ich habe kühlenden Schatten und Chilly kann etwas Wasser vom Fluss trinken.»

 

1000 Bänkli als Ziel

Der Verein Bankkultur hat im Zusammenhang mit dem Kulturerbejahr 2018 einen Wettbewerb ins Leben gerufen: Jeder Kanton sollte bis Ende Jahr 1000 Bänkli dokumentieren. Im Kanton Zürich sind bis jetzt knapp 450 Bänkli registriert worden, im Zürcher Oberland inklusive Tösstal etwa 45.

Um das Ziel von 1000 Bänkli pro Kanton zu erreichen, hat der Verein Bankkultur Preise für «fleissige Bankgründer» ausgeschrieben. Als Bankgründer gilt die Person, die eine Bank erstmals auf der Webseite einträgt. Personen, die auf der Webseite die meisten Bänkli registrieren, erhalten einen von vielen Preisen, wie zum Beispiel eine Fahrt auf den Gurten in Bern, Eintritte ins Freilichtmuseum Ballenberg oder Bücher vom Schloss Hünegg.

www.bankgeheimnisse.ch

 

 

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