×

Moderne Töne am Orgelfestival

Moderne Töne am Orgelfestival

Wenn fünf Blasinstrumente mit mehreren hundert Pfeifen der Orgel zusammen Musik machen, werden schöne Klangkombinationen hörbar.

Montag, 01. September 2008, 09:00 Uhr

Im dritten Konzert des Orgelfestivals in Uster erklang zuerst «Feierlicher Einzug» von Richard Strauss. Der Zusammenklang der Orgel mit den Blechblasinstrumenten (zwei Trompeten, zwei Posaunen, Horn und Bassposaune) liess auch für verwöhnte Ohren keine Wünsche offen, weil alle Instrumente perfekt gespielt wurden und die Intonation während des ganzen Konzertes erhalten geblieben ist.


Das nächste Stück beeinträchtigte den guten Eindruck der ersten Darbietung, denn im Adagio aus dem Streichquintett von Anton Bruckner wurde offensichtlich, dass der Klang einer Geige nicht durch denjenigen einer Trompete ersetzt werden kann - auch wenn diese, wie in diesem Konzert, noch so perfekt gespielt wurde.

 

Obwohl der Gesamteindruck dieser musikalischen Darbietung einwandfrei war, hinterlässt die Komposition, geschrieben von Bruckner für Streichinstrumente, in der Originalbesetzung den bewegenderen Eindruck.

Enorme dynamische Bandbreite

Zum nachfolgenden Werk von Bertold Hummel «Ad missam», 1994 uraufgeführt, wechselten die Bläser ihren Standort von der Orgelempore in das Kirchenschiff vor der Kanzel und bewiesen mit ihrer Dynamik und dem genauen Zusammenspiel die gute Beherrschung ihrer Instrumente; dies konnte aber auch der Organist Peter Freitag im vierten Satz dieser Komposition zeigen, denn er zelebrierte in diesem die hohe Schule der Geläufigkeit nicht nur mit den Händen auf den drei Manualen, sondern auch mit den Füssen im Pedal.

{{ANZEIGE}}

 

Mit der Wiedergabe der Fantasie und Fuge d-Moll von Max Reger wurde die enorme Bandbreite in der Dynamik, nämlich vom Piano bis zu ff und piùfff hör- und erlebbar. Die das Werk abschliessende Doppelfuge darf dabei wohl mit «Fug und Recht» als kompositorisches Meisterwerk bezeichnet werden, welches am Schluss in einem triumphalen Ton-Feuerwerk endete, das nicht nur den Interpreten, sondern auch der Orgel alles abverlangte.

Hohe musikalische Fähigkeiten

Die beiden letzten Kompositionen - «Marche triomphale» op. 16 von Louis Vierne und «Cortège» für drei Trompeten, drei Posaunen und Orgel von Gaston Litaize bestätigte nochmals die hohen musikalischen Qualitäten aller Musiker, die dann auch mit einem starken Applaus belohnt wurden. Fast wie zur Versöhnung derjenigen Zuhörer, die mit moderner Musik nicht so warm geworden waren, spielten der Trompeter Andreas Koller und der Organist Peter Freitag als Zugabe von Giuseppe Gabrieli eine 1597 komponierte Sonata.

Kommentar schreiben

Kommentar senden