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«Ein Engel kommt nach Babylon»

​Am Wochenende vom 8. und 9. Juli jeweils um 20.15 Uhr findet an der Rudolf-Steiner-Schule im grossen Saal das Abschlusstheater der zwölften Klasse statt.
Jan Hubmacher ist der Regisseur des Theaterstücks. (Foto: PD)
Leserbeitrag

​Am Wochenende vom 8. und 9. Juli jeweils um 20.15 Uhr findet an der Rudolf-Steiner-Schule im grossen Saal das Abschlusstheater der zwölften Klasse statt. Der Eintritt ist kostenlos.

Für ihr Abschlusstheater haben die Schüler der zwölften Klasse der Rudolf-Steiner-Schule Zürcher Oberland ein Stück des Schweizer Dramatikers Friedrich Dürrenmatt ausgewählt. Auch wenn dieses bereits in den 1950er Jahren verfasst wurde, hat es an Aktualität und gesellschaftskritischer Bedeutung nichts eingebüsst.

Mit Humor und Satire nähert sich der Autor den ernsten Themen des Stücks und lässt viel Raum für eigene Interpretationen. Die Schüler zeigen ihre ­eigene Inszenierung und freuen sich auf zahlreiche Besucher. Ein Engel wird auf die Erde gesandt, genauer gesagt nach Babylon, mit der Aufgabe, dem ärmsten Menschen die Gnade Gottes zu übergeben. Dies will er in Form eines neu aus dem Nichts erschaffenen Mädchens namens Kurrubi tun. 

Doch dann gibt es eine unglückliche Verwechslung: Der ärmste Mensch auf Erden ist der Bettler Akki, der mit seinem gesellschaftlichen Stand zufrieden ist. Doch der König Babylons, Nebukadnezar, hat seine eigenen Pläne. Er sieht Bettler und Bettelei als ein Versagen des Staats, und sein Ziel ist ein unfehlbarer Staat.

Verkleidet als Bettler, versucht er Akki zu überzeugen, in den Staatsdienst einzutreten. So geschieht es, dass das Mädchen Kurrubi dem verkleideten König Nebukadnezar geschenkt wird. 

Dieser allerdings ist entrüstet, dass die Gnade Gottes einem Bettler und nicht dem König geschenkt werden soll, malträtiert das arme Mädchen und gibt es schliesslich an Akki weiter. Das Volk neidet Akki diese Gnade und versucht ihm Kurrubi zu entreissen. Alle sehen sich als rechtmässige Beschützer des Mädchens, beachten dabei aber seine Wünsche nicht, wodurch das Kind schliesslich verzweifelt.

Aus dem allgemeinen Chaos erheben sich die Fragen, ob die Menschheit überhaupt gerettet werden kann und ob sie der Gnade Gottes würdig ist. Wollen die Menschen überhaupt gerettet werden, oder sind sie der Eifersucht und dem Materialismus so unterlegen, dass diese ihnen wichtiger sind als die Gnade Gottes? 

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