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Swiss-Leaders-Senioren besuchten das Dampfzentrum Winterthur

Die Swiss-Leaders Senioren Zürcher-Oberland bei der Besichtigung des Dampfzentrums Winterthur.
Die Swiss-Leader Senioren bei der Besichtigung des Dampfzentrums Winterthur. (Foto: Swiss-Leaders)
Leserbeitrag

Am Donnerstag, 12. Mai, fanden sich 16 Mitglieder und drei Gäste von Swiss-Leaders Zürcher-Oberland ein, um im Dampfzentrum Winterthur in die Industriegeschichte des 19. und 20. Jahrhunderts einzutauchen. Von Herrn Amacher wurden die Besucher sachkundig durch eine ehemalige Sulzer-Fabrikhalle geführt, wo es beeindruckende Zeugnisse alter Dampfmaschinen zu bestaunen gab.

Das Dampfzentrum Winterthur ist 2011 aus dem Vaporama Thun hervorgegangen und hat sich dem Erhalt alter Dampfmaschinen verschrieben. Mitarbeiter kümmern sich auf freiwilliger Basis hingebungsvoll um die Maschinen und haben auch Experten für Reparaturen zur Hand.

Der Verein hat beispielsweise das Schiff «Blümlisalp» vor der Verschrottung gerettet; es ging 1989 auf seine zweite Jungfernfahrt und verkehrt noch heute auf dem Thunersee. Insgesamt lagern in der Halle ungefähr 650 Tonnen Material, unter anderem aus Schiffen, die verschrottet wurden.
 
Die Geschichte der Dampfmaschine ist in diesem Museum eindrucksvoll dargestellt. Wegbereiter war schon im 16. Jahrhundert  Leonardo da Vinci mit seiner Überlegung zu einem Dampfkolben. Über Thomas Newcomen und andere führte der Weg zu James Watt, der heute noch jedem ein Begriff ist, dies mit seiner Niederdruckdampfmaschine (1769).

Leere Hallen übrig

Viele kluge Köpfe haben im Verlaufe des darauffolgenden Jahrhunderts die Kolben-Dampfmaschine perfektioniert. Die Dampfmaschine wurde damals zur universellen Kraftmaschine und ermöglichte die Mechanisierung der bisherigen Handarbeit. Sie führte dazu, dass beispielsweise Lokomotiven und Schiffe den Transport übernahmen.

Für die Schweizer Industriekultur stehen unter anderem Namen wie Gebrüder Sulzer Winterthur, Escher-Wyss Zürich, Maschinenfabrik Oerlikon, Brown Boveri Baden und auch Lokomotivfabrik Winterthur (diese bauten 1996 die letzte Dampflokomotive).

Unglaublich, was schon vor hundert Jahren oder noch länger der Ingenieurgeist entwickelt hat. Dass davon heute nur mehr leere Hallen übrig sind, ruft ein schon eigenartiges Gefühl hervor.

Die Weiterentwicklung der Dampfmaschine hat die industrielle Revolution erst ermöglicht. Es ist interessant zu wissen, dass die zugrundeliegenden physikalischen Gesetze auch heute noch im Bereich der Technik gelten (zum Beispiel bei Verbrennungsmotoren oder bei Turbinen in Kraftwerken).

Die älteste Maschine im Museum ist eine Grundwasserpumpe aus dem Jahr 1859, die zum Entwässern von Gruben diente. Weiter zu sehen sind Rudermaschinen, wie sie bei grösseren Schiffen zur Bewegung des Steuerruders Anwendung fanden, Maschinen für den Antrieb der Schiffsschraube bei Raddampfern, mobile Kraftzentralen (sogenannte Lokomobile) für Handwerk und Gewerbe, Dampfdynamo-Maschinen verschiedener Grössen die für die Stromversorgung der Strassenbahnen um das Jahr 1900 Verwendung fanden und sogar eine echte Dampfwalze.

Faszinierende Technik

Sicherlich ein Prunkstück ist die Dampfmaschine, die im Jahr 1899 auf der Weltausstellung in Paris zu bestaunen war mit ihren Ausmassen von 6,1 x 4,3 x 4,5 Metern, einem Gewicht von 70‘000 Kilogramm sowie einer Leistung von 370 PS.

Als ein ganz modernes Exponat kann eine Raketenstufe der Ariane-Rakete mit einer Million PS Leistung bezeichnet werden, bei dieser drückt eine Dampfturbine Gase zum Antrieb in die Brennkammer. Abgerundet wird die Ausstellung durch eine faszinierende Sammlung von detailgetreuen Modellen.

Als Attraktion wird zu besonderen Anlässen eingeheizt, gewisse Maschinen werden dann nach draussen geschleppt und mit echtem Dampf betrieben. Ein Spektakel für Jung und alt.

Fazit: Faszinierende Technik gibt es nicht erst seit der heutigen Zeit. Der Präsident Ugo Pasquon bedankt sich abschliessend bei Herrn Amacher ganz herzlich für die sehr interessante und faszinierende Führung.

www.swissleaders.ch

Ort:
8632 Tann