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Swiss-Leaders-Senioren besuchten das Narren-Museum

Swiss Leaders Senioren im Narren-Muesum in Pfäffikon SZ.
Die Swiss-Leaders-Senioren genossen einen interessanten Tag im Narren-Museum. (Foto: Swiss Leaders)
Leserbeitrag

Am Donnerstag, 10. März, waren 27 Mitglieder und Gäste von Swiss Leaders Zürcher Oberland zu Gast im Narren-Museum des Pfäffiker Holzbildhauers Markus Kläger.

Dieser hat 2003 das erste Narren-Museum der Schweiz eröffnet und präsentiert hier über 50 Fastnachtsfiguren, überwiegend vom Gebiet Oberer Zürichsee, aber sogar auch aus dem Ausland, wie beispielsweise von Imst Oe.

Seit 45 Jahren hat er viele Masken selbst, zum Teil nach alten Vorbildern, geschnitzt und dies aus sogenanntem Triftholz. Dieses gewährleistet, dass sich die Maske bei Feuchtigkeit nicht verzieht.

Masken können aber nicht nur aus Holz bestehen – poliert oder unpoliert – sondern auch aus Wachs. Verwendet werden unter anderem, damit das Ganze realistischer oder furchterregender wirkt, echte Kuhhörner, echte Zähne von Kühen und echte Felle.

Besonders gefallen hat die Hexe mit der Schnupf-Maschine, einer Holzvorrichtung zum automatischen verabreichen von Schnupftabak. Ausserdem Kostüme mit ihren typischen Farben, die von Talaren der Domherren in Spanien oder auch Venedig beeinflusst sind.

Interessant war auch eine Frauenfigur mit einer speziellen Schürze, die zum Sammeln von Zigerkraut diente, welches zur Herstellung von Schabziger gebraucht wurde. Viele Narrenfiguren entstanden mit Beziehung zu Flurnamen oder alten Sagen (Lochsteinhexe, Rütiwaldhexe, Moorhexe Tuggen).

Für jeden Geschmack etwas dabei

Natürlich ebenfalls vertreten waren andere Hexen jeder Art, sogar eine ganze «Häxä»-Familie mit Vater, Mutter und Kind. Zum Club der Hexen gehört natürlich auch der «Tüfel». Manche Narren lieben aber auch die Verkleidung als Clown. Andere Narren  schlagen mit einer Schweinsblase um sich. Der «Einscheller» trägt zwei Glocken, mit denen er das alte Jahr aus- und das neue Jahr «einschellt».

Die einzelnen Narrenzünfte haben ihr typisches Outfit. Beeindruckend war eine typische Männermaske mit Männer-Outfit. Schön anzusehen auch die «Seniili Bettflucht-Clique» mit ihrem Nachtgeschirr. Für jeden Geschmack ist also etwas dabei.

Narren aus dem Bereich des Vierwaldstädtersees schwingen, wenn sie aus einem Ort mit Seeanstoss stammen, Besen mit Schilfhaaren. Besonders vornehm wirken die Masken aus der Gegend von Einsiedeln, sind sie doch nach dem Vorbild von Heiligenbildern gestaltet und besitzen zudem Locken aus Rosshaar.

Viele Stunden Arbeit

Schwerpunkt des Museums sind jedoch Masken vom Typ «Rölli». Kennzeichen sind die drei Stirnfalten, der Schnauzbart und die aufgemalte Brille. Dazu gehört eine Öffnung, durch die der «Rölli», Getränke aufnehmen kann. So eine «Rölli»-Maske kann in der Rohform schon mal 500 Franken kosten  noch nicht fertig ausgearbeitet und noch nicht poliert. Bezeichnend für die Kleidung eines «Rölli» sind die Rollen aus Wolle. Je nach Menge der aufgenähten Rollen, kann es extrem zeitaufwändig und somit sehr teuer werden. Gut vorstellbar, wenn das herstellen und aufnähen der Rollen bis zu 150 Stunden in Anspruch nimmt.

Nicht zu vergessen sind auch die mit Glocken besetzten Gürtel. So ein Modell kann bis zu 45 Kilogramm wiegen.

Alles in allem war es eine sehr interessante, lehrreiche und nicht alltägliche Besichtigung. Ein herzliches Dankeschön geht an Herr Kläger, für die kompetente Führung sowie natürlich Ferdi Schmid für die Organisation dieses Events. Im schön gelegenen Restaurant Seefeld in Hurden fand dieser tolle Narren-Nachmittag anschliessend seinen Ausklang.

www.swissleaders.ch

Ort:
8620 Wetzikon