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SKO-Senioren besuchten das Briefverteilzentrum Zürich-Mülligen

SKO-Senioren besuchten das Briefverteilzentrum Zürich-Mülligen in Schlieren. (Foto: PD)
Leserbeitrag

Am Donnerstag, 14. Oktober, waren die SKO-Senioren Züri-Oberland mit 16 Personen zu Gast im Briefverteilzentrum Zürich-Mülligen. Es ist ein sehr beeindruckendes Bauwerk moderner Technik; Architekt Theo Hotz erhielt dafür den Preis für neuzeitliches Bauen. Erstellt wurde dieses 2007 ursprünglich als Paketverteilzentrum und mit seiner Grösse, die fünf Fussballfelder entspricht, war es lange Zeit das grösste Bauwerk der Schweiz. Frau Davatz und Herr Bürer führten fachkundig durch diese gigantische, mit neuester Technik angefüllte «Stadt». Für dreieinhalb Kilometer Länge an Fördertechnik wurden 2000 Kilometer Kabel verlegt, der Strombedarf entspricht dem Bedarf der Stadt Uster.

Hier arbeiten 1200 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus 50 Nationen und mit 150 Sprachen im Drei-Schichtbetrieb. Ein Team von zehn Technikern ist zuständig eigens für Wartungsarbeiten. Vor den eigentlichen Führungen wurden die SKO-Senioren mit einem Film über die drei Briefzentren, acht Paketzentren und diversen Unterzentren der Schweiz informiert, wobei Mülligen mit sieben Millionen Sendungen 40 Prozent des gesamtschweizerischen Aufkommens übernimmt (davon täglich 120'000 Sendungen des Internetversenders AliExpress). Es ist interessant, welche Wege ein Brief nimmt, vom Briefkastenschlitz bis zum Empfänger, damit die A-Post garantiert am nächsten Tag ankommt. 

Nach der Annahme, werden die Sendungen in das zuständige Briefzentrum transportiert. Mehrmals täglich öffnen sich riesige Tore zu den Gleisanlagen von 310 Metern Länge, wo die Post angeliefert wird. Roboter entladen zehntausende von Briefbehältern.

Im ersten Geschoss des Briefverteilzentrums kamen sich die SKO-Senioren vor wie in Zürich-City, nur, dass anstatt der Radfahrer unzählige Gabelstapler von allen Seiten um sie herumrasten. Hier werden Sendungen nach A- und B-Post getrennt: Die A-Post wird direkt weiterverarbeitet, die B-Post legt einen Boxenstopp in riesigen Hochregallagern ein und wird in freien Zeitfenstern verarbeitet. In gigantischen Trommeln, ähnlich einer gewaltigen Waschtrommel, werden Briefe nach Format sortiert sowie diejenigen Briefe herausgefiltert, die von Hand weiterbearbeitet werden müssen. Dies weil sie zum Beispiel Metall, CD's, etc. enthalten oder farbige Kuverts, auf denen sich der rote Code für die Weiterverarbeitung nicht anbringen lässt. Dort herrscht ständiger Lärm und es entsteht durch das Papier viel Staub. 

Im nächsten Stockwerk wird weiter sortiert, nämlich durch Aufteilung in Fern- und Nahbereich. Die Briefe werden durch die sogenannte Gangfolgesortierung sogar so sortiert, wie der Weg des Pöstlers später verläuft. Was die SKO-Senioren besonders imponiert hat: Kaputtes geht in die «Briefklinik» und wird dort repariert. Der Zoll zur Kontrolle ausländischer Sendungen befindet sich direkt im Hause. Kann die Sortiermaschine die Postleitzahl nicht lesen, kommt der Brief für acht Sekunden in eine Warteschleife, in dieser kurzen Zeit wir der Brief gescannt und dem Zentrum in Chur übermittelt, wo die Postleitzahl von Mitarbeitern erfasst wird. Was an das Christkind oder an den Nikolaus gesendet wird, landet in Cadenazzo im Tessin und wird dort von Hand beantwortet. Wichtig ist nicht nur zur Weihnachtszeit: Briefe mit Adressen, die mit Gold- oder Silberstift geschrieben sind, kann die Maschine nicht lesen und müssen von Hand bearbeitet werden.

Fazit: Es war ein Nachmittag der Spitzenklasse. Der Präsident Ugo Pasquon dankte Frau Davatz und Herrn Bürer für diese sehr interessante Führung recht herzlich und überreichte ihnen dafür ein Präsent.

www.sko.ch

Ort:
8630 Rüti